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Messi, Neymar & Co. – Markenschutz bekannter Sportler

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veröffentlicht am 8. Oktober 2020 | Lesedauer ca. 3 Minuten

  

​Die Popularität von Markenanmeldungen eines Namens steigt mit jedem Jahr. Besonders beliebt ist das Vorgehen bei berühmten Personen oder bei Personen des öffentlichen Lebens. Dritte wählen bekannte Namen, um ihren Produkten schneller einen höheren Absatzmarkt zu ermöglichen und begeben sich so in die Sogwirkung großer Marken bzw. Namen. Das ist im Hinblick auf die Bösgläubigkeit bei Markenanmeldungen äußerst kritisch zu sehen.

  

 

 

Den eigenen Namen als Marke schützen

Aber auch der Weg zu einer erfolgreichen Markeneintragung des eigenen Namens ist nicht immer einfach. So hat Lionel Messi, der weltbekannte argentinische Fußballspieler, neun Jahre lang für die markenrechtliche Eintragung seines Namens „MESSI“ gekämpft:

 

2011 meldete Lionel Messi den Schriftzug "Messi" zusammen mit einem stilisierten M beim Amt der Euro­päischen Union für Geistiges Eigentum (EUIPO) als Marke an. Geschützt war sie u.a. für Bekleidungs­stücke, Schuhwaren, sowie Turn- und Sportartikel. Zu der Zeit galt der (damals) 24-Jährige schon als einer der besten Fußballspieler der Welt. Trotz seiner Popularität musste er das Recht am eigenen Namen „Messi“ lange Zeit vor den Ämtern und Gerichten erstreiten.

 

Kurz nach Veröffentlichung der Anmeldung im Jahr 2011 legte das spanische Unternehmen J.M.-E.V. E HIJOS, S.R.L. erfolgreich Widerspruch gegen die Eintragung der Marke „Messi“ ein und stütze sich dabei auf ihre Unionsmarken „Massi“, die ebenfalls u.a. für Bekleidung, Schuhwaren und Sportartikel eingetragen sind. Das EUIPO bejahte eine Verwechslungsgefahr zwischen den Marken und wies die Anmeldung „Messi“ 2013 zurück. Auch in der Beschwerdeinstanz verlor der Fußballspieler.

 

EuGH: Eintragung der Marke „Messi“ rechtmäßig

Hiergegen wandte sich Lionel Messi und klagte vor dem Gericht der Europäischen Union (EuG). Es hob die Entscheidungen des EUIPO auf und begründete das damit, dass eine Verwechslungsgefahr der Marke „Messi“ mit anderen, ähnlichen Marken ausgeschlossen sei, da die Bekanntheit des Fußballers ausreichend sei, um eine (bildliche oder klangliche) Ähnlichkeit zu „neutralisieren“. Nach Ansicht des Gerichts ist Lionel Messi eine sehr bekannte Person und Verbraucher können die unter „MESSI“ vertriebenen Produkte von denen anderer Marken unterscheiden (Az. EuG v. 26.04.2018 - T 554/14). Die Begründung hielt auch in der nächsten Instanz vor dem EuGH statt, der die Entscheidung des EuG am 17.09.2020 (Az.: EuGH v. 17.9.2020 - C-449/18 P) bestätigte.
 
Mit Eintragung der Marke kann Lionel Messi nun ungestört Bekleidung und Sportartikel produzieren, vertreiben und damit seine Fans erfreuen.

 

Markenschutz als Business-Turbo

Aber nicht nur Lionel Messi wollte seine Geschäfte abseits des Sportplatzes ausweiten: Einer der berühm­testen Begründer der Vermarktung des eigenen Namens war der französische Tennisspieler Jean René Lacoste (sportlicher Spitzname wegen der Spieltaktik: „Alligator“), der nach Beendigung seiner aktiven Sportkarriere das Modelabel „Lacoste“ gründete. Sportbekleidung unter dem Namen „Lacoste“ wurde seit 1933 produziert und mit dem Alligator-Bild versehen. Heutzutage steht der Name „Lacoste“ für Kleidung und nicht mehr für den ehemals weltbesten Tennisspieler.
 
Auch viele andere prominente Sportler haben ihre eigenen Namen als Marken schützen lassen. Bekannteste Beispiele hierfür sind Cristiano Ronaldo (vollständiger Name: Cristiano Ronaldo dos Santos Aveiro), ein portugiesischer Fußballspieler, David Beckham, ein englischer Fußballspieler, Ronaldo Luis Nazario de Lima, ein brasilianischer Fußballspieler, Andriy Shevchenko, ein ukrainischer Fußballspieler.

 

Neben Bekleidung sind Parfüms, Sonnenbrillen, Juwelierwaren, Taschen und Sportartikel besonders relevant, da sie das größte Interesse beim Zielpublikum wecken.

 

Erfolg lockt Trittbrettfahrer

Da viele Länder keine Verbote haben, Namen bekannter Personen als Marken zu registrieren, wird es oft miss­braucht, um das eigene Produkt „in der Sogwirkung“ des bekannten Namens besser vermarkten zu können und den eigenen Umsatz zu erhöhen. Im Jahr 2012 hatte ein Portugiese die Unionsmarke „Neymar“, die identisch ist zu dem Namen des brasilianischen Fußballspielers Neymar da Silva Santos Junior (bekannt als „Neymar“) für Bekleidung angemeldet. Die Marke wurde 2013 vom EUIPO eingetragen. Nachdem der Fußballspieler 2016 auf Löschung der Marke geklagt hatte, wurde die Marke vom EUIPO (Urteil T-795/17 v. 14.05.2019) wegen Bösgläubigkeit des Anmelders annulliert.

 

Andere Länder haben diesem Namensmissbrauch einen Riegel vorgeschoben und Anmeldungen von Namen einer Person gänzlich untersagt oder die Zustimmung der betreffenden Person zur Eintragungsvoraussetzung gemacht. In der Praxis kann eine Registrierung ausnahmsweise auch zugelassen werden, wenn die Erlaubnis des Namensinhabers nicht mehr eingeholt werden kann (z.B. wenn eine bekannte Person verstorben und es unmöglich ist, die Angehörigen zu ermitteln) und der Anmelder nachweisen kann, dass die Marke gutgläubig benutzt wird.

 

Für den Fall, dass die Markenanmeldung eines Namens (bekannt oder nicht bekannt) geplant ist, sind im Vorfeld immer die Bestimmungen des jeweiligen Landes genau zu prüfen, ob sie Namen als Marken akzeptieren.

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