Brasilien

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Brasilien5 Fragen, 5 Antworten. Dirk Beuth, Wirtschaftsprüfer, Steuerberater und Niederlassungsleiter in São Paulo bei Rödl & Partner, gibt eine Einschätzung zur aktuellen Lage für deutsche Unternehmen in Brasilien.
  
  
 

1. Wie ist die derzeitige Konjunkturlage in Brasilien einzuschätzen?

Insgesamt wartete Brasilien im Jahr 2013 mit einem eher moderaten Wachstum von rund 2,3% auf. Diese Wachstumsrate liegt zwar über der von Deutschland (0,4%), aber unter den Erwartungen. Für 2014 sind die Prognosen verhalten und bewegen sich leicht unter dem Niveau von 2013.
 
Brasiliens Wachstumspfad scheint eine natürliche Begrenzung zu finden. Die bisherigen Treiber wie höhere Einkommen, steigende Beschäftigungszahlen, niedrige Schuldenrate und moderate Inflation sind „aufgebraucht”. Wenn es weiter vorwärts gehen soll, wird das nur über eine Produktivitätssteigerung gehen.
 
Dessen ungeachtet ist die Entwicklung in den einzelnen Sektoren stark unterschiedlich und es gibt durchaus einige gewichtige, die die Dynamik aufwiesen, die wir üblicherweise mit den Themen „Schwellenland” oder „BRIC” verbinden. Dies wären beispielsweise die Bereiche Medizintechnik, IT und Luxus. Die Immobilienbranche stagniert, der Automobilmarkt durchläuft eine schwierige Phase. 
 

2. Wie würden Sie das Investitionsklima beschreiben?

Das Investitionsklima ist stabil. Es hat sich in der letzten Zeit nicht verändert. Freiwillig würden die wenigsten Unternehmen in Brasilien investieren, insbesondere nicht die aus dem industriellen Sektor. Alles, was diesbezüglich passiert, ist politisch erzwungen.
 
Dennoch ist der Zustrom gerade deutscher Unternehmen nach wie vor stark. Warum? Es ist ein Markt von knapp 200 Mio. Menschen mit einer Sprache in einem Rechtsraum. Diesen nicht zu bedienen, wollen sich dann doch die wenigsten leisten.
 

3. Welche Erfahrungen machen deutsche Unternehmen momentan in Brasilien?

Meiner Einschätzung nach wird 2014 ein „verlorenes” Jahr. Geprägt durch die WM im Juni und Juli – samt Vorfreude und Nachbereitung – und die Präsidentschaftswahlen im Oktober – samt Wahlkampf und Anlaufphase – wird 2014 politisch wohl wenig auf den Weg gebracht werden; was angesichts der teils hektischen, vorwiegend emotional geprägten Industriepolitik und Steuergesetzgebung der aktuellen Regierung nicht die schlechteste Nachricht sein muss.
 

4. Was ist die größte Herausforderung für einen deutschen Unternehmer in Brasilien?

Die wesentlichen Herausforderungen sind, dass Brasilien nicht einfach ist, dass es Zeit benötigt, dass es den richtigen Geschäftsführer braucht und ein Stammhaus, das bereit ist, dies zu verstehen.
 

5. „Die 5 Goldenen Regeln für Ihr Geschäft in Brasilien”

1. Führe Dein Unternehmen.
2. Lerne die Sprache.
3. Akzeptiere die (kulturellen) Unterschiede.
4. Sei geduldig.
5. Freue Dich über ein ausgeglichenes Ergebnis.
 
zuletzt aktualisiert am 07.05.2014
 
 
 

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