Großbritannien

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Großbritannien5 Fragen, 5 Antworten. Hans-Peter Raible, Wirtschaftsprüfer, Steuerberater, Chartered Accountant (UK) und Niederlassungsleiter in Birmingham bei Rödl & Partner, gibt eine Einschätzung zur aktuellen Lage für deutsche Unternehmen in Großbritannien.
   
 

 1. Wie ist die derzeitige Konjunkturlage in Großbritannien einzuschätzen?

Das Wirtschaftswachstum lag im Jahr 2013 bei 1,8% und dabei 3 Mal so hoch, wie es das Office of Budget Responsibility vorhergesagt hatte. Für 2014 ist nunmehr ein Wachstum von 2,7% angesetzt, für 2015 immer noch gute 2,3%.
 
Eine weitere positive Wendung ist, dass die Zahl der Beschäftigten im ersten Quartal 2014 um 105.000 gestiegen und die Arbeitslosenquote auf 7,2% gesunken ist.
 
Laut einer Studie des britischen Centre for Economics and Business Research (CEBR) wird die britische Wirtschaft die deutsche bis 2028 eingeholt und im Jahre 2030 sogar überholt haben. Zurückzuführen sei dies auf die stark wachsenden Zuwanderungszahlen in Großbritannien sowie die damit verbundene steigende Arbeitskraft. Wenn die Entwicklung so weiter geht, werden Deutschland und Großbritannien 2030 eine annähernd gleiche Bevölkerungszahl aufweisen. Dies und weitere positive Änderungen, insbesondere im Arbeits- und Steuerrecht, könnten Großbritannien damit in den folgenden Jahren vollkommen aus der Wirtschaftskrise führen und ein starkes Wirtschaftswachstum nach sich ziehen.
 

2. Wie würden Sie das Investitionsklima beschreiben?

Das Investitionsklima ist sehr gut; Investitionen in Großbritannien nehmen nach der Wirtschaftskrise wieder zu. Vermehrt sind Investitionen bei Erneuerbaren Energien zu verzeichnen. Allein im Bereich der kohlenstoffarmen Energieerzeugung wurden Investitionsmöglichkeiten in Höhe von GBP 110 Mrd. (entspricht ca. EUR 130 Mrd.) ermittelt.
 
Auch im Bereich Wissenschaft und Innovation herrscht rege Investitionsbereitschaft getrieben durch die großen Technologien, wie IKT, Satelliten und Robotics sowie die innovationsgetriebenen Technologien, wie Offshore Windanlagen und PV.
 

3. Welche Erfahrungen machen deutsche Unternehmen momentan in Großbritannien?

Mehr als 2.000 deutsche Unternehmen sind mittlerweile mit einer Präsenz in Großbritannien vertreten. Dabei ist Deutschland einer der bedeutendsten Wirtschaftspartner Großbritanniens. Innovative Produkte und Dienstleistungen „Made in Germany” sind – branchenunabhängig – besonders beliebt wegen ihrer hohen Qualität und Langlebigkeit. Viele deutsche Unternehmen stellen fest, dass die Briten Innovationen und generell neuen Produkten auf dem Markt offen gegenüber stehen. Überwiegend gelingt es dabei den deutschen Unternehmen den Anforderungen der Briten gerecht zu werden.
 
Momentan ist ein großer Aufschwung im Bereich der Erneuerbaren Energien zu verzeichnen, nicht zuletzt durch die Reform des Energierechts, die Ende 2013 verabschiedet wurde. Auch die Wachstumschancen in den Bereichen Maschinen- und Anlagenbau stehen für 2014 gut.
 
Die Erfahrungen deutscher Unternehmen können daher im wesentlich als positiv bewertet werden.
 

4. Was ist die größte Herausforderung für einen deutschen Unternehmer in Großbritannien?

Unstrittig ist Großbritannien einer der führenden globalen Wirtschaftsmärkte, nicht zuletzt durch London als größten Finanzplatz der Welt. Jedoch muss man sich auch mit den kulturellen und regulatorischen Eigenheiten des Landes anfreunden. Ein spezielles Verständnis ist dabei für das case law (Richterrecht) aufzubringen, das von dem geschriebenen Recht in Deutschland wesentlich abweicht. Unternehmen müssen sich darauf einstellen, dass es nicht immer A oder B ist, sondern jeder Fall einzeln zu betrachten ist und die Behörden dies hier auch so leben.
 

5. „Die 5 Goldenen Regeln für Ihr Geschäft in Großbritannien”

1. Wahl der geeigneten Rechtsform auch im Hinblick auf die steuerliche Behandlung im internationalen Verkehr und in Deutschland
2. Beantragung eines Bankkontos in Großbritannien
3. Lokale Mitarbeiter mit Kenntnissen des britischen Marktes einsetzen und mit den Eigenheiten des britischen Arbeitsrechts bekannt machen
4. Auf einen Internetauftritt in perfekter englischer Sprache achten
5.

Research und Development: Die Marktgröße und Markttendenzen ermitteln und richtig bewerten, Konkurrenzstrukturen feststellen und Marketingaktivitäten vornehmen

 
 zuletzt aktualisiert am 07.05.2014
 
 

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