Polen

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Polen5 Fragen, 5 Antworten. Therese Baginski (Breslau), Dr. Marcin Jamroży (Warschau) und Liliane Preußer (Gleiwitz) geben eine Einschätzung zur aktuellen Lage für deutsche Unternehmen in Polen.
  
  
 

1. Wie ist die derzeitige Konjunkturlage in Polen einzuschätzen?

Derzeit erlebt Polen den größten Aufschwung seit 2010. Die makroökonomischen Prognosen von OECD, der Polnischen Nationalbank (NBP), dem Hauptstatistikamt (GUS) und Agenturen der EU besagen übereinstimmend, dass sich die polnische Wirtschaft in den nächsten Jahren stabil entwickeln wird – d.h. mit einer Inflation des Verbraucherpreisindexes, die sich im sicheren Bereich zwischen 0,9% und 4,3% eingependelt hat. Dies erlaubt es den Unternehmern, optimistisch in die Zukunft zu blicken. 
 
Unter den Unternehmern lässt sich eine deutlich gesteigerte Bereitschaft zur Expansion ins Ausland beobachten. Beachtenswert ist die zunehmende Anzahl von Investitionen, v.a. von „greenfield expansions” und Unternehmenskäufen und -verkäufen (M&A). 2014 werden die Investitionsaufwendungen polnischer Unternehmer voraussichtlich weiter ansteigen. Die Anzahl der Unternehmen, die auf dem inländischen Markt Investitionen planen, ist im Vergleich zu 2013 um 5 Prozentpunkte gestiegen und beträgt 39,2%. Die polnische Wirtschaft wird in den nächsten Jahren mit großer Wahrscheinlichkeit ein stabiles Wachstum sowie erhöhte Wettbewerbsfähigkeit auf dem Weltmarkt verzeichnen. Aufgrund der anhaltenden Innovationsfreude eignet sie sich hervorragend für Investitionen, insbesondere in Branchen, die sich durch einen signifikanten Grad an fortgeschrittener Technik auszeichnen.
 

2. Wie würden Sie das Investitionsklima beschreiben?

Seit einigen Jahren verbessert sich das Investitionsklima in Polen kontinuierlich. Politisch ist dies insbesondere auf gesamtstaatlicher Ebene sichtbar. Gleichzeitig werden die Selbstverwaltungsbehörden immer aktiver. Die Entschlossenheit, ausländische Investitionen nach Polen zu holen, wird größer und manifestiert sich in der Verringerung der administrativen Hürden, dem Willen zur Kooperation und der steigenden Flexibilität der lokalen Behörden. 2013 wurde außerdem die Dauer der Sonderwirtschaftszonen (SWZ) ein weiteres Mal verlängert, die aufgrund zahlreicher steuerlicher Erleichterungen für ansässige Gesellschaften einen sehr guten Ort zum Investieren in Polen darstellen. Die Entwicklung des inländischen Markts sowie der stabile Anstieg des Bruttoinlandsprodukts und des Verbrauchs führen dazu, dass Polen nicht nur für Exporteure, sondern auch für Investitionen, die auf den Inlandsverkauf ausgerichtet sind, attraktiv ist. 
 

3. Welche Erfahrungen machen deutsche Unternehmen momentan in Polen?

Der überwiegende Teil der deutschen Unternehmer ist mit ihrer Gewerbetätigkeit in Polen zufrieden. Die Investitionen auf der Ostseite der Oder erlaubten es den deutschen Gesellschaften, die Produktionskosten zu senken und gleichzeitig unverändert die höchsten Qualitätsstandards aufrechtzuerhalten. Polnische Arbeitskräfte zeichnen sich durch hohe Qualifikationen, hohe Produktivität und einen geringeren Lohndruck auf den Arbeitgeber aus. Die Kombination dieser Faktoren sowie die geografische Nähe und die Fähigkeit, mit kulturellen Unterschieden umzugehen, haben zur Folge, dass Polen als Investitionsstandort eine gute Wahl im EMEA-Wirtschaftsraum für deutsche Unternehmer ist. 
 

4. Was ist die größte Herausforderung für einen deutschen Unternehmer in Polen?

Die größten Herausforderungen für einen deutschen Unternehmer in Polen sind das wenig effiziente Gerichtssystem sowie das komplizierte und sich oft ändernde Steuersystem. Eine Methode zur Bewältigung dieser Herausforderungen besteht darin, den Rat eines spezialisierten Beratungsunternehmens zu suchen, das bei der richtigen Anwendung der Steuervorschriften bzw. bei der gütlichen Beilegung eines Streites helfen und ggf. bei seiner effektiven Führung vor dem Gericht unterstützen kann. 
 

5. „Die 5 Goldenen Regeln für Ihr Geschäft in Polen”

1. Lassen Sie sich bei der Wahl der rechtlich und steuerlich optimalen Form ihrer Gewerbetätigkeit von einem spezialisierten Beratungsunternehmen helfen.
2. Nehmen Sie Investitionsanreize in Anspruch (z.B. Investitionen in Sonderwirtschaftszonen), die zur Senkung der Betriebskosten beitragen.
3. Beantragen Sie EU-Fördermittel – es ist nicht schwer, und die Summe der Fördermittel ist hoch.
4. Legen Sie Streitigkeiten gütlich bei – eine gerichtliche Auseinandersetzung ist die letzte Option.
5. Investieren Sie in polnische Arbeitnehmer und sorgen Sie für deren berufliche Entwicklung – sie werden es Ihnen mit Einsatzbereitschaft und Treue danken.
 
zuletzt aktualisiert am 07.05.2014
 
 

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