Spanien

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Spanien5 Fragen, 5 Antworten. Georg Abegg, Rechtsanwalt, Partner und Niederlassungsleiter in Madrid bei Rödl & Partner, gibt eine Einschätzung zur aktuellen Lage für deutsche Unternehmen in Spanien.
 

 

1. Wie ist die derzeitige Konjunkturlage in Spanien einzuschätzen?

Die spanische Wirtschaft ist auf Erholungskurs. Man merkt deutlich, dass sich die Bevölkerung und die Unternehmen mit der neuen Situation abgefunden haben. Insbesondere war es wichtig, dass der Immobilienmarkt wieder anzieht. Dies war allerdings erst im Sommer letzten Jahres der Fall, als die spanische „bad bank” ihre Bewertungskriterien bekannt gegeben hat.
 
Dies hat letztlich dazu geführt, dass sich jeder neu orientieren kann. Als Faustformel gilt, dass die Immobilien vom Höchststand nunmehr die Hälfte wert sind.
 

2. Wie würden Sie das Investitionsklima beschreiben?

Das Investitionsklima ist gut. Die Unternehmen, die bis dato durchgehalten haben, sind in der Regel gesund. Was fehlt, ist die Liquidität, was wiederum vielen die Chance bietet, bei verschiedenen Unternehmen einzusteigen, da man mit geringem Liquiditätsbedarf erhebliches Wachstum realisieren kann.
 

3. Welche Erfahrungen machen deutsche Unternehmen momentan in Spanien?

Der Großteil der deutschen Unternehmen hat in Spanien die Krise gut überstanden. Das liegt v.a. daran, dass eine entsprechende Unterstützung aus dem Mutterhaus vorhanden war. Dies bot gleichzeitig die Möglichkeit in Spanien Marktanteile von Wettbewerbern, die in die Insolvenz gegangen sind, zu gewinnen. Wir stellen bei unseren Mandanten durchaus fest, dass die Unternehmen wachsen und es zu wesentlich weniger Entlassungen als vorher kommt.
 
Die Erfahrung zeigt insbesondere, dass es wieder Freude bereitet in Spanien Geschäfte zu machen.
 

4. Was ist die größte Herausforderung für einen deutschen Unternehmer in Spanien?

Die größte Herausforderung ist unseres Erachtens immer die, mit dem Thema Liquidität richtig umzugehen. Man muss sich darauf einstellen, dass es bei spanischen Kunden zu sehr langen Zahlungszielen kommt. Auch ist die Kreditsicherung nicht so, wie man sie in Deutschland gewöhnt ist. Darauf muss ein besonderes Augenmerk im Geschäftsleben gelegt werden. Hier gilt nach wie vor, dass es am sinnvollsten ist, sich so zu verhalten, wie es die spanischen Unternehmen machen, d.h. auf das Wechsel- und Scheckgeschäft zu vertrauen. Hingegen ist der Eigentumsvorbehalt, das typische Sicherungsmittel in Deutschland, in Spanien fast nur bei Investitionsgütern durchzusetzen. Unserer Erfahrung nach ist es sehr hilfreich mit diesen Gesellschaften über die Absatzfinanzierung zu arbeiten.
 

5. „Die 5 Goldenen Regeln für Ihr Geschäft in Spanien”

1.

Nicht spanischer sein als der Spanier

Der Spanier erwartet v.a. einen deutschen Auftritt und kann damit gut umgehen.
 

2.

Die Kunden prüfen und nicht zu sehr auf die Aussagen vertrauen

Es gibt einfache elektronische Hilfsmittel, mit denen man die Angaben der spanischen Unternehmer nachprüfen kann.
 

3.

Vertraue nicht der Ausbildung, die die Leute angeben.

Die Sprachniveaus sind wesentlich geringer als in den Curriculums angegeben. Der Ausbildungsstand der Spanier geht oftmals an der Praxis vorbei. Das liegt zum Großteil daran, dass die Ausbildung u.a. Aufgabe des Unternehmens ist. Spanische Unternehmen gehen jedoch davon aus, dass die Ausbildung von den Eltern zu finanzieren ist. Insoweit studieren die Kinder was ihnen Spaß macht und die Eltern sind meist bereit, für alles zu bezahlen.
 

4.

Verlange keine zu lange Planung.

Es ist in der Regel für die Spanier sehr schwer vorstellbar, in einem Zeitraum von mehr als 12 Monaten zu planen. Das ist immer wieder unsere Erfahrung.
 

5.

Die Flasche Wein am Mittagstisch muss nicht ausgetrunken werden!

Es reicht, daran – wie jeder Spanier es tut – zu nippen.
 

  zuletzt aktualisiert am 07.05.2014 

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