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Erfolgreich investieren in Finnland

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zuletzt aktualisiert am 19. Mai 2021 | Lesedauer ca. 3 Minuten


 

 

Wie schätzen Sie die derzeitige wirtschaftliche Lage in Finnland ein?

Die Corona-Krise wirkt sich auf die gesamte Weltwirtschaft aus – auch Finnland bildet keine Ausnahme. Im Jahr 2020 ging das finnische Bruttoinlandsprodukt (BIP) um rund 2,8 Prozent zurück. Trotz der Verlangsamung der Wirtschaft schlug sich Finnland in der Krise gut – die Eurozone verzeichnete eine BIP-Schmälerung von 6,6 Prozent. Für 2021 werden aufgrund einer guten Durchimpfungsrate der Bevölkerung und des erwarteten Endes der Pandemie eine BIP-Steigerung von 2,5 Prozent sowie eine Fortsetzung des Wirtschaftswachstums für 2022 und 2023 prognostiziert.

Finnland bietet weiterhin stabile, kontinuierliche und vorhersehbare Rahmenbedingungen für geschäftliche Aktivitäten. Besonders wegen der Corona-Pandemie ist der Verbrauch der Haushalte entsprechend den Beschäftigungsquoten zurückgegangen. Die Entwicklung war am stärksten in der Gastronomie zu spüren. Darüber hinaus haben sich der Bauboom weiter verlangsamt und die Exporte abgeschwächt. Die Regierung hat Unternehmen unterstützt und in die Wirtschaft investiert, um ihr durch die Krise zu helfen. Trotz des BIP-Rückgangs und der durch die Ausnahmesituation bedingten Probleme zahlreicher Unternehmen, zählt Finnland zu den Ländern mit dem geringsten Pandemie-Wirtschaftsschaden.
 
Global gesehen ist Finnland eines der am stärksten digitalisierten Länder der Welt mit einer hoch industria­lisierten, wissensbasierten Wirtschaft, die offen ist für Globalisierung und Investitionen. So belegte Finnland im letztjährigen Digitalisierungsindex der EU (Index für die digitale Wirtschaft und Gesellschaft, DESI) den 1. Platz. Das Land zeichnet sich durch digitale öffentliche Dienste und die Integration digitaler Technologien aus. Das hohe Kompetenzniveau ist einer der stärksten Wettbewerbsvorteile Finnlands: 76 Prozent der Bevölkerung verfügen über mindestens digitale Grundkenntnisse, was weit über dem EU-Durchschnitt von 57 Prozent liegt.

Wie die finnische Wirtschaft steht auch die finnische Regierung für Stabilität und Berechenbarkeit; sowohl Unternehmen als auch Bürger bringen beiden gleichermaßen großes Vertrauen entgegen.

Wie würden Sie das Investitionsklima in Finnland beschreiben? Welche Branchen bergen großes Potenzial?

Die allgemeine Stimmung in Wirtschaft und Industrie spiegelt Unsicherheit, aber auch Hoffnung für die Zukunft in einer Welt der wiedererlangten Normalität. Bis Ende des Jahres wird ein Wirtschaftswachstum von bis zu 2,5 Prozent erwartet. Der Mangel an Fachkräften und Kompetenzen, bspw. in der IKT- und Software-Industrie, verlangsamt das Wachstum.

Finnland verfügt in vielen Sektoren und spezialisierten Nischen über ein erhebliches Wachstumspotenzial, wie Bioökonomie, Kreislaufwirtschaft, Lebensmittelsektor, Diagnostik und Photonik. Im Bereich Bergbau und Exploration wird sich das Wachstum fortsetzen. Derzeit laufen gemeinsame Entwicklungsprojekte zu mehreren Themen, wie Batteriecluster, Umweltauswirkungen von Minen, Arbeiten an einer Testanreicherungsanlage für das Kompetenzzentrum Geological Survey of Finland und Erforschung von Geoenergie und Torf.

In diesem Jahr investiert Finnlands drittgrößtes Forstindustrieunternehmen Metsä Group rund 1,6 Mrd. Euro in eine neue Zellstofffabrik im nordfinnischen Kemi. Das ist die größte Investition, die jemals von der nationalen Forstindustrie getätigt wurde. Der bisherige Rekord lag bei rund 1,2 Mrd. Euro für eine Produktionsanlage (ebenfalls der Metsä Group) in Äänekoski. Darüber hinaus werden in diesem und den folgenden Jahren über 1 Mrd. Euro in finnische Häfen investiert.

Welchen Herausforderungen steht ein deutscher Unternehmer beim Engagement in Finnland gegenüber?

Die finnischen Lizenz- und Zertifizierungsanforderungen unterscheiden sich von denen in anderen euro­päischen Ländern. Deshalb ist es sinnvoll, Beratungsdienste in Anspruch zu nehmen, um die gesetzlichen und behördlichen Anforderungen vor Ort zu erfüllen, die einen reibungslosen Eintritt in den finnischen Markt ermöglichen. Zu einer echten Herausforderung könnte die finnische Sprache werden. Allerdings ist Finnland ein sehr internationales Land, in dem sich auch mit Englisch, Schwedisch oder sogar Deutsch und Russisch gut zurechtkommen lässt.

Finnlands Wirtschaft scheint gegenüber der coronabedingten Krise stabil zu bleiben. Was bedeutet das für deutsche Investoren?

Finnland hat im vergangenen Jahr große Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung und Sicherung einer gesunden Wirtschaft ergriffen. Grüne Technologie, Digitalisierung und Bildung werden Investitionen von der EU erhalten, und die Branchen werden in den folgenden Jahren voraussichtlich stark sein. Start-ups, insbesondere in der Technologiebranche, einschließlich Games und Entertainment, haben Potenzial wie vor der Pandemie. 

Wie wird sich aus Ihrer Sicht Finnland weiterentwickeln?

Internationale Unternehmen und Investoren werden weiterhin von Finnlands gut strukturierter Wirtschaft profitieren – relativ einfache Steuerung des Geschäfts, einer der niedrigsten Körperschaftsteuersätze Europas (20 Prozent) und gut ausgebildete Arbeitskräfte.

Die Impfrate wird als größter Einzelfaktor für die wirtschaftliche Erholung Finnlands von der Pandemie angesehen. Wirtschaftswissenschaftler prognostizieren vorsichtig ein Wirtschaftswachstum von 2,5 Prozent im Jahr 2021, sofern sich Pandemieverlauf und/oder Impfrate nicht unerwartet verschlechtern. Auch wenn sich die Wirtschaft gut erholen dürfte, wird sich einiges ändern. Remote-Arbeit und weitere Digitalisierung der Arbeitswelt sind permanente Veränderungen, die sich auf Wirtschaft und Unternehmen, insbesondere auf den elektronischen Handel, auswirken werden.

Finnland wird sich in den nächsten Jahren auf die Beziehungen zu dynamischen asiatischen Volkswirtschaften konzentrieren und sowohl die Verkehrsverbindungen in die Länder als auch die wirtschaftlichen Kontakte ausbauen.

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