Um die Website zu personalisieren und Ihnen den größten Mehrwert zu bieten, verwenden wir Cookies. Unter anderem dienen sie der Analyse des Nutzerverhaltens, um herauszufinden wie wir die Website für Sie verbessern können. Durch Nutzung der Website stimmen Sie ihrem Einsatz zu. Weitere Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.



Erfolgreich investieren in Indien

PrintMailRate-it

zuletzt aktualisiert am 19. Mai 2021 | Lesedauer ca. 2 Minuten


 

 

Wie schät­zen Sie die der­zei­ti­ge wirt­schaft­li­che La­ge in In­di­en ein?

Das Bild ist vielschichtig, jedoch mit vielen positiven Aspekten. Die Wirtschaftsdaten zeigen eine gedämpfte Entwicklung, da Indiens gesamtwirtschaftliche Situation durch den Kampf gegen die Pandemie beeinflusst wird. Gerade Indien, als Flächenstaat, kämpft mit den verschiedenen Wellen an Infektionen, denen mit Einschränkungen im täglichen Leben begegnet werden muss. Parallel läuft eine Impfkampagne mit digitali­sierten Prozessen. Ein eigens für und in Indien entwickelter Impfstoff nimmt dabei eine zentrale Rolle ein. Im Jahr 2020 zeigte sich, dass die Wirtschaft in den bedeutenden Bereichen auch in der Pandemie weiter funktioniert. In vielen wichtigen Sektoren verzeichnen wir neue Projekte und auch Fortschritte bei der Umsetzung, wie etwa bei dem Bau von Produktionsstätten.


Wie würden Sie das Investitionsklima in Indien beschreiben? Welche Branchen bergen großes Potenzial?

Unverändert sind Investitionen aus dem Ausland willkommen und werden gefördert. Aktive Unterstützung etwa in Form eines Niedrigsteuersatzes gibt es für den Aufbau oder Ausbau einer Produktion in Indien.

Nach wie vor sind Erzeugnisse im Bereich der spezialisierten Anlagen ebenso gefragt wie die Bereiche der Erneuerbaren Energien und der Fertigung technischer Komponenten verschiedenster Art. Alle Bereiche der Infrastruktur sind ebenfalls nach wie vor attraktiv, das betrifft sowohl Produkte und Leistungen im Bereich der Neuerrichtung oder Erweiterung bestehender Netze als auch die laufende Wartung.

Wir begleiten auch immer mehr mittelgroße Unternehmen, die Indien als Standort für ihre zentralen Leistungen im Bereich Engineering und Entwicklung nutzen. Globale Großunternehmen sind dabei bereits in der „dritten Ausbaustufe” – für sie ist Indien der zentrale Baustein für wissensbasierte Leistungen im Konzern. Auch deutsche Unternehmen profitieren immer mehr davon, dass ein vergleichsweise sehr großer Bewerberpool im Bereich der technischen digitalen Dienstleistungen zur Verfügung steht, und das gleich in einer ganzen Reihe von indischen Metropolregionen.


Welchen Herausforderungen steht ein deutscher Unternehmer beim Engagement in Indien gegenüber?

Die Betreuung des gesamten Subkontinents erfordert sinnvolle Planung des Standorts und der Strategie. Entfernungen und die daraus resultierende Transportlogistik müssen frühzeitig und realistisch eingeplant werden. Indische Unternehmenskunden erwarten ein hohes Maß an individueller und persönlicher Betreuung während der gesamten Geschäftsbeziehung. Das Finden und Halten der „passenden” Mitarbeiter hat in der Pandemie nochmals an Bedeutung gewonnen. Auch ohne häufige persönliche Besuche durch die Muttergesell­schaft vor Ort müssen Wege gefunden werden, die Steuerung nicht „locker zu lassen” und bei Bedarf einzugreifen. Das kann etwa durch verstärkte externe Begleitung und Prüfung der Vorgänge im indischen Standort erfolgen. Das regulatorische Umfeld, etwa in den Bereichen Gesellschaftsrecht, Steuerrecht und Arbeitsrecht, bleibt anspruchsvoll. Auch dabei sind diejenigen Unternehmen erfolgreich, die die Themen proaktiv angehen und entsprechend planen.


Das „Ministry of New and Renewable Energies of India” hat bekannt gegeben, dass jeder Bundesstaat Indiens mindestens eine sog. Green City vorweisen soll. Wie weit ist Indien im Bereich Erneuerbare Energien?

Das Potenzial der Erneuerbaren Energien in Indien ist nach wie vor enorm und ist mittlerweile großflächig in das Bewusstsein der öffentlichen Stellen gelangt. Wir erleben deutlich zunehmende Gelegenheiten für Unternehmen im Bereich der Erneuerbaren Energien. Das betrifft Projekte im Zusammenhang mit der Green City-Strategie ebenso wie zahlreiche weitere Projekte im ganzen Land. Es kommt darauf an, individuell die Chancen zu bewerten und die Teilnahme an den Projekten frühzeitig zu planen. Zahlreiche „Flagschiff”- Projekte bestehen bereits, das gilt sowohl für den Bereich der Windenergie als auch für den Bereich der Photovoltaik. Die lokale Produktion der Anlagen ist auch dabei i.d.R. ein wesentlicher Bestandteil einer erfolgreichen Strategie.


Wie wird sich aus Ihrer Sicht Indien weiterentwickeln?

Indien wird ohne Zweifel zu den Gewinnern der „Zeit nach der Pandemie” gehören. Eine lokale Produktion für den Export ist durch das Freihandelsabkommen mit ASEAN nochmals strategisch attraktiver geworden. Die Demographie und der immense Binnenmarkt werden die Bedeutung im internationalen Vergleich weiter anwachsen lassen. Das „Digitale Service-Center der Welt” ist unaufhaltsam auf dem Weg, auch eine „Werkbank der Welt” zu werden. Das Land bleibt ein hochattraktiver Wachstumsmarkt.

Kontakt

Contact Person Picture

Martin Wörlein

Partner, Leiter Team Indien

+49 911 9193 3010
+49 911 9193 9003

Anfrage senden

Profil

 Artikelserie

 Unternehmer­briefing

Kein Themen­special verpas­sen mit unserem Newsletter!

Deutschland Weltweit Search Menu