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Erfolgreich investieren in Italien

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zuletzt aktualisiert am 19. Mai 2021 | Lesedauer ca. 2 Minuten

 

 

 

Wie schätzen Sie die derzeitige wirtschaftliche Lage in Italien ein?

Nach einem starken Rückgang des Bruttoinlandproduktes um 9,9 Prozent im Jahr 2020 prognostiziert der Internationale Währungsfonds ein Wachstum von beachtlichen 4,2 Prozent für 2021 und 3,6 Prozent für 2022 (zum Vergleich: Deutschland bei 3,6 Prozent für 2021 und 3,4 Prozent für 2022). Die kontinuierlichen Lockdowns und Unsicherheiten belasten die Wirtschaftstätigkeit stark, allerdings haben umfangreiche staatliche Unter­stützung­smaßnahmen die Auswirkungen auf Unternehmen und Haushalte (wie in den meisten europäischen Ländern) deutlich abgemildert. Die Umsetzung der Impfkampagne verläuft diszipliniert und wird erwartungs­gemäß innerhalb weniger Monate zu einer starken Belebung der Binnennachfrage führen. Es wird insofern erwartet, dass sich neben dem verarbeitenden Gewerbe auch die Investitionen und Exporte zügig erholen werden. Die steuer­lichen Stützungsmaßnahmen führen zu einer steigenden Staatsverschuldung, aber die Zinssätze sind historisch niedrig und werden als stabil eingeschätzt. Ein anhaltend höheres Wirtschaftswachstum ist allerdings erforderlich, um die Haushaltslage mittelfristig zu verbessern.


Wie würden Sie das Investitionsklima in Italien beschreiben? Welche Branchen bergen großes Potenzial?

Mit fortschreitender Impfkampagne dürfte sich die Investitionsstimmung rasch verbessern, mit deren umfassen­den Erholung wird aber erst 2022 gerechnet. Viel hängt von dem Einsatz des 209 Mrd. Euro umfassenden Recovery-Funds ab. Italiens Anteil am Recovery-Fund ist gewaltig und das Land plant die umfassendsten Reformen seit mind. einer Generation. Mit der Regierung Draghi sind zudem seit Anfang 2021 die Zweifel an der Zukunftsfähigkeit Italiens deutlich geringer geworden. Der italienische Haushaltsplan sieht ein schnelleres, grüneres, digitalisierteres und umfassenderes Wachstum vor als das in Italien bisher möglich schien.

Ausländische Investoren können zahlreiche Förderinstrumente für Anlagegüter, digitale Ausrüstung, Weiter­bildung und Forschung nutzen. Zu den wichtigsten Fördermaßnahmen gehören im Kontext des Nuova-Sabatini-Programms Steuergutschriften und Zinserstattungen. Insbesondere der Kauf von Kapitalgütern und Ausrüstung für die Industrie 4.0 wird bezuschusst; gefördert werden aber auch sonstige Kapitalgüter, Software und Dienstleistungen.  

Potenzial bieten sicherlich die Lebensmittelbranche, das Gesundheitswesen, die Medizintechnik, die Bauwirt­schaft, Telekommunikationsbranche und die Branche der Erneuerbaren Energien und Kreislaufwirtschaft.


Welchen Herausforderungen steht ein deutscher Unternehmer beim Engagement in Italien gegenüber?

Die Herausforderungen liegen regelmäßig in

  • den Vertrags- und Zahlungsmodalitäten,
  • der divergierenden Rechtslage in den Regionen und der zunehmend unterschiedlichen praktischen Handhabung von Handelsregistervorgängen,
  • der Schwerfälligkeit der Institutionen (Gerichte, Finanzämter und sonstige öffentliche Behörden) und der damit einhergehenden Bürokratie,
  • der stark gewerkschaftlich geprägten Arbeitslandschaft und der unzureichenden Effizienz des Arbeitsmarkts, wobei sich ein positiver Trend erkennen lässt und
  • dem fremden Rechts- und Steuersystem sowie der teilweise formalistischen Herangehensweise bei Betriebsprüfungen.


Auch kulturelle Unterschiede und das Verhandlungsgeschick der italienischen Geschäftspartner darf man nicht unterschätzen. In der Landessprache agieren zu können, ist ein entscheidender Vorteil.

Ein lokales Management kann nicht alle, aber viele der Herausforderungen abmildern und i.d.R. ist das der Schlüssel zum Erfolg.


Warum sollten sich Unternehmen für einen Markteintritt/-verbleib in Italien entscheiden?

 

Aus ausländischer Sicht bietet die Kapitalsituation vieler italienischer Unternehmen Beteiligungsmöglichkeiten, die so zuletzt in der Folge der Finanzkrise vorgelegen haben. Liquiditätsstarke Käufer mit starken Risiko­management-Kapazitäten werden 2021 in Italien voraussichtlich verstärkt zum Zuge kommen. Die Pandemie hat zwar tiefe Wunden gerissen, auf der anderen Seite bietet Sie auch ebenso große Chancen für den Markteintritt oder in Italien bereits befindliche Marktteilnehmer zur Stärkung ihrer Position.


Wie wird sich aus Ihrer Sicht Italien weiterentwickeln?

Die Wirtschaftslandschaft ist von der „technischen” Regierung unter dem neuen Premierminister Mario Draghi positiv gestimmt. Ein zielgerichteter Einsatz des Recovery-Funds mit dem der digitale und grüne Wandel weiter gefördert, die Verwaltung modernisiert und entbürokratisiert sowie Infrastrukturen verbessert werden, stellt für alle Markteilnehmer eine Chance dar insgesamt gestärkt aus der Gesundheitskrise hervorzutreten.

 Kulturelle Besonderheiten in Italien

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