Erfolgreich investieren in Kenia

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zuletzt aktualisiert am 27. Mai 2020 | Lesedauer ca. 2 Minuten


 

   

Wie schät­zen Sie die der­zei­ti­ge wirt­schaft­li­che La­ge in Ke­nia ein?

Zu Beginn des Jahres wurde für 2020 ein Wirtschaftswachstum von 6,2 Prozent prognostiziert, was einen Anstieg zum Vorjahr (5,7 Prozent 2019) bedeutet hätte. Die aktuelle Prognose liegt aufgrund von Covid-19 jedoch bei rund 3,4 Prozent, dem niedrigsten Wert seit der globalen Finanzkrise 2008. Die nach wie vor positive Wirtschafts­wachstumsprognose basiert auf dem wachsenden Landwirtschaftssektor und dem KKMU-Wachstum. KKMU profitieren von einem besseren Zugang zu Krediten durch die Aufhebung der Zinsobergrenze der Banken Ende 2019.

 

Wie würden Sie das Investitionsklima in Kenia beschreiben? Welche Branchen bergen großes Potenzial?

Kenias Wirtschaft ist weiterhin die größte in der ostafrikanischen Region und stellt somit ein natürliches Wirtschaftszentrum für deutsche Unternehmen dar, die in die Region investieren und sie erschließen wollen.

Die „Big Four”-Agenda der kenianischen Regierung ist der wichtigste Motor für Investitionen in vier Sektoren: Gesundheit, Wohnungsbau, Landwirtschaft und verarbeitendes Gewerbe. Die Wirtschaftssektoren bergen somit das größte Potenzial für Investitionen in Kenia. Die Landwirtschaft, die mehr als 50 Prozent zum BIP des Landes beiträgt, könnte mittelfristig unter dem großen Heuschreckenbefall in Teilen des Landes leiden. Mit langfristigen Auswirkungen auf die Wirtschaft ist jedoch nicht zu rechnen. Daher bergen Investitionen in den Landwirtschafts­sektor, insbesondere zur Verbesserung der Nahrungsmittelsicherheit und die Klimaresistenz (im Gegensatz zur derzeitigen regenabhängigen- und Subsistenzlandwirtschaft) großes Potenzial.


Welchen Herausforderungen steht ein deutscher Unternehmer beim Engagement in Kenia gegenüber?

Deutsche Unternehmer stehen folgenden Herausforderungen gegenüber:

  • unzureichende Transparenz von Vorschriften (einschließlich der Abläufe und Verfahren), die verschiedene Aspekte der Geschäftstätigkeit wie Import und Lizenzvergabe betreffen,
  • rückläufige Nachfrage nach Produkten und Dienstleistungen,
  • fehlender Zugang zu Finanzmitteln und
  • kaum Eindämmung der Korruption durch eine zurückhaltende Regierung.


Wie steht Kenia derzeit im Bereich Informationstechnik und Telekommunikation dar? 

Wie im kenianischen Digital Economy Blueprint vorgesehen, ist Kenia führend bei der Förderung der finanziellen Inklusion durch den Einsatz weit verbreiteter digitaler Lösungen und Plattformen (z.B. die Nutzung von USSD-Plattformen), die den Geschäftsverkehr ankurbeln und zum Wirtschaftswachstum beitragen. Mehrere staatliche Stellen sind über digitale Plattformen erreichbar und die Regierung hat sich verpflichtet, sowohl digitale Infrastruktur (Konnektivität, Energie, Rechenzentren) bereitzustellen als auch private Investitionen in den Sektor durch Gesetze und Richtlinien zu ermöglichen (Richtlinien für Rechenzentren, Cybersicherheit, Datenschutz und Konnektivität).

Der IKT-Sektor ist derzeit stark dienstleistungsorientiert – verglichen mit vielen Industrieländern, in denen IKT auch für Fertigungs- und Produktionsaktivitäten eingesetzt wird.


Wie wird sich aus Ihrer Sicht Kenia weiterentwickeln?

Insgesamt sind die wirtschaftlichen Aussichten trotz der enormen Auswirkungen von Covid-19 mit einem geschätzten Wirtschaftswachstum von rund 3 Prozent für 2020 aufgrund des widerstandsfähigen Privatsektors positiv. Obwohl das Vertrauen ausländischer Investoren in den letzten Jahren leicht zugunsten der Nachbarn Äthiopien und Ruanda abgenommen hat - insbesondere aufgrund eines vermeintlichen Mangels an Korruptions­bekämpfung – bietet Kenia dennoch ein stabiles Geschäftsumfeld für Unternehmen, die in der Region Ostafrika Geschäfte machen wollen. Zudem verfügt es über die qualifiziertesten Arbeitskräfte in der Region und hat notwendige Strukturen zur Wahrung der Rechtsstaatlichkeit eingerichtet.

 Kulturelle Besonderheiten in Kenia (englisch)

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