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Erfolgreich investieren in Myanmar

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zuletzt aktualisiert am 19. Mai 2021 | Lesedauer ca. 1 Minute


 

 

Wie schätzen Sie die derzeitige wirtschaftliche Lage in Myanmar ein?

Die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie haben die wirtschaftlichen Wachstumsaussichten von 6 bis 8 Prozent vor der Pandemie auf ca. 1,8 Prozent im Januar 2021 vermindert. Inwiefern die Reformen und Hilfspakete der Regierung Wirkung zeigen, lässt sich aufgrund der Machtübernahme des Militärs und der Verhängung des Ausnahmezustandes am 1. Februar diesen Jahres derzeit nicht absehen. Weite Teile der Bevölkerung haben sich der Bewegung des zivilen Ungehorsams angeschlossen und es ist davon auszugehen, dass die Wachstumsprognosen für das Jahr ins Negative schlagen werden.


Wie würden Sie das Investitionsklima in Myanmar beschreiben? Welche Branchen bergen großes Potenzial?

Auch wenn Investoren weiterhin nach Aussagen des Militärs willkommen sind, ist es derzeit ratsam, Neuinvestitionen auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben, wenn sich die gegenwärtige Lage weiter geklärt haben wird. Es ist nicht absehbar, welche Industrie unter den derzeitigen Bedingungen ihr Potenzial verwirklichen könnte.


Welchen Herausforderungen steht ein deutscher Unternehmer beim Engagement in Myanmar gegenüber?

Aufgrund der fast täglichen Anwendung von Gewalt ist die Sicherheitslage in Myanmar derzeit unberechenbar. In der gegenwärtigen politischen Lage funktionieren diverse Behörden nur noch teilweise oder sind vorrübergehend geschlossen. Spezifische Informationen können aufgrund der sich aktuell stetig wandelnden Lage nur zeitnah eingeholt werden. Genehmigungen und Lizenzen, die unter der vom Militär kontrollierten Verwaltung erlassen werden, dürften bei einer Machtübernahme durch eine zivile Regierung höchstwahrscheinlich revidiert werden.


Wie weit ist Myanmar mit der Digitalisierung?

Durch die Öffnung des Telekommunikationssektors im Jahr 2013 konnte in Myanmar die Digitalisierung beginnen. Während 2013 nur 2 Prozent der Bevölkerung Zugang zum Internet hatten, lag die Penetrationsrate der mobilen Teilnehmer seit 2018 bei 100 Prozent. Die mobile Internet Download-Geschwindigkeit lag mit 24,07 MBPS über dem weltweiten Durchschnitt – in ASEAN hatte nur Singapur eine bessere Rate. Ein weiterer großer Schritt war die Einrichtung des elektronischen Firmenregisters.

Die Regierung unter der Nationalen Liga für Demokratie (NLD) arbeitete auch an der schrittweisen Einführung zur digitalen Steuerklärung sowie der Einrichtung einer Datenbank für IP-Rechte. Zudem wurde die Einrichtung eines digitalen Grundbuchs diskutiert.

Allerdings hat das Militär nach dem 1. Februar 2021 den Internetzugang flächendeckend erheblich eingeschränkt. Insbesondere die Abschaltung des mobilen Internetzugangs, auf den deutlich mehr als 90 Prozent der hiesigen Internetnutzer angewiesen waren, hat den Großteil der Bevölkerung wieder vom Internet abgeschnitten.


Wie wird sich aus Ihrer Sicht Myanmar weiterentwickeln?

Obwohl die kurz- und mittelfristige Perspektive Myanmars aufgrund der derzeitigen Entwicklungen deutlich getrübt ist, birgt das Land ein enormes Potenzial, das es in Zukunft weiter zu entwickeln gilt. Die Vielzahl der angestoßenen Reformen und Infrastrukturmaßnahmen dürften die Modernisierung beschleunigen, sobald sich der gegenwärtige Konflikt entschärft.

Je länger sich hingegen eine politische Lösung hinauszögert, desto mehr Schaden könnte das Land nehmen. Insbesondere das in den letzten Jahren mühsam aufgebaute und modernisierte Bankensystem, in das zunehmend ausländische Banken integriert wurden, dürfte unter immer stärkeren Druck geraten.

Den größten Schaden würde jedoch die Zivilbevölkerung tragen. Es stehen nicht nur das Wegbrechen des Gesundheits- und Bildungssystems zu befürchten, sondern auch ein Zusammenbruch der Grundversorgung aufgrund von bewaffneten Konflikten.

 Kulturelle Einblicke in Myanmar (englisch)

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Lutz Koch

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