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Erfolgreich investieren in Schweden

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zuletzt aktualisiert am 27. Mai 2020 | Lesedauer ca. 2 Minuten


 

 

​​​​Wie schätzen Sie die derzeitige wirtschaftliche Lage in Schweden ein?

Die schwedische Wirtschaft ist in einer Phase der Konjunkturabschwächung – ein Trend der sich 2018 bereits andeutete und 2019 fortsetzte. Gedämpfte Aussichten, politische Unsicherheit, handelspolitische Turbulenzen und nicht zuletzt die Folgen des Brexit haben sich negativ auf das Wirtschaftswachstum ausgewirkt und trugen zu einem schwächeren Investitionswachstum bei. Unternehmen und Haushalte sind pessimistischer geworden.

Das BIP-Wachstum lag 2019 bei etwas über 1 Prozent, im Vorjahr bei gut 2 Prozent. Gleichzeitig blieb die Arbeits­losigkeit mit knapp 7 Prozent und die Inflation mit knapp 2 Prozent relativ stabil.


Wie würden Sie das Investitionsklima in Schweden beschreiben? Welche Branchen bergen großes Potenzial?

Schwedens einzigartiger Fokus auf Innovation und Nachhaltigkeit hat eine sehr dynamische Wirtschaft geschaffen und macht das Land zu einer großartigen Plattform für Unternehmen, die in einem zunehmend wertorientierten Umfeld investieren möchten.


Die gute Zusammenarbeit zwischen Industrie, Wissenschaft, Instituten und Behörden wirkt sich positiv auf das Investitionsklima aus. Von Vorteil für ausländische Investoren ist das geringe Maß an Bürokratie, die Unterneh­mensgründung verläuft zügig und unkompliziert, Unternehmenssteuern sind relativ niedrig und Arbeitskräfte hochqualifiziert.

Schweden ist eines der führenden Länder der Welt, was die F&E-Investitionen im Verhältnis zum BIP betrifft. Das Land setzt stark auf den Ausbau zukunftsorientierter Technologien. Es gibt eine große Konzentration von For­schern sowohl in der Wissenschaft als auch in der Industrie. Die von schwedischen Universitäten durchgeführten Forschungsarbeiten sind auf dem neuesten Stand.

Branchen wie Biotechnologie, Informations-und Kommunikationstechnik sowie Erneuerbare Energien bergen großes Potenzial. Digitalisierung wird in Schweden großgeschrieben und hat den Weg für Unternehmen wie Spotify, Skype und Klarna geebnet – revolutionäre Unternehmen mit globaler Wirkung.


Welchen Herausforderungen steht ein deutscher Unternehmer beim Engagement in Schweden gegenüber?

Trotz der Harmonisierung des Umsatzsteuerrechts in der EU gibt es große nationale Unterschiede und das schwedische Besteuerungssystem gilt als relativ kompliziert. Als Unternehmer bei allen unterschiedlichen steuerlichen Regelungen in Schweden und Deutschland den Überblick zu behalten, ist gar nicht so einfach. Darüber hinaus zählen die Arbeitskosten zu den höchsten in Europa.

Schweden ist bekannt für seine wenig hierarchische Unternehmenskultur, die auf Konsens, Dialog und Koopera­tion ausgerichtet ist. Dennoch kann es bei den Themen Entscheidungsfindung oder Führungsstil zu Konflikten kommen, wenn unterschiedliche Wertehaltungen aufeinandertreffen. Die Richtung eindeutig vorgeben – die Schweden verstehen es als diskutierbaren Vorschlag. Als deutscher Unternehmer in Schweden gilt es, sich der kleinen aber feinen Unterschiede zwischen den Geschäftskulturen der beiden Länder bewusst zu sein.


Welche neuen Geschäftschancen bieten Klimaherausforderungen und Nachhaltigkeitsziele?

Im den vergangenen Jahren haben globale Umweltprobleme zunehmend Beachtung gefunden. Es ist offensichtlich, dass wir alle auf Nachhaltigkeit umsteigen müssen. Greta Thunberg hat Recht: wir wissen, was zu tun ist, aber es geht zu langsam voran.

Mit einem der stärksten klimapolitischen Rahmenbedingungen der Welt hat Schweden die Möglichkeit, neue grüne Wachstumsmärkte zu schaffen. Das Land verfügt über exzellente Bedingungen in Bereichen Erneuerbare Energien, Abfallverwertung, Reinigung von Wasser & Luft sowie der Entwicklung umweltgerechter Produkte.

Die Anzahl an Unternehmen und Dienstleitungen in Schweden, die sich als Ziel gesetzt haben, Wertschöpfungs­ketten und -prozesse zu optimieren, klimafreundlich anzupassen und proaktiv neue nachhaltige Geschäftsmodelle zu entwickeln, ist deutlich gestiegen.

Unternehmen und Projekte befassen sich mit digitalen Systemlösungen für Energiespeicherung und es werden neue Technologien zur Verbesserung der Energieeffizienz geschaffen. Es wird an der Entwicklung ressourcen­schonender Systeme auf Basis erneuerbarer Rohstoffe für große und wichtige Prozesse wie Fernwärme, Transport und Lebensmittelproduktion gearbeitet sowie am Export von Umwelttechnologie in Entwicklungsländer.

Es herrscht Einigkeit darüber, dass massive Investitionen notwendig sind und Schweden hat einzigartige Voraussetzungen, hier Vorreiter zu werden.


Wie wird sich aus Ihrer Sicht Schweden weiterentwickeln?

Die jüngste Corona-Krise schafft Unsicherheit und verschlechtert die Wachstumsaussichten in Schweden und auf globaler Ebene. Die Wirtschaftslage ist ernst und die derzeitigen Prognosen sind ungewöhnlich unsicher.

Die Zahl der Entlassungen war im März 2020 historisch hoch und die Arbeitslosigkeit wird 2020 auf 9 Prozent geschätzt. Experten rechnen damit, dass das BIP 2020 voraussichtlich um 4 Prozent sinken wird. Es ist mit einem starken Rückgang der Wirtschaft zu rechnen, v.a. auch da Schweden Exportland ist und die schwedische Exportindustrie stark von Entwicklungen in Europa abhängig ist.

 Kulturelle Besonderheiten in Schweden

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Lars-Göran Larsson

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