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Erfolgreich investieren in der Slowakei

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zuletzt aktualisiert am 27. Mai 2020 | Lesedauer ca. 3 Minuten

  

 

 

​​Wie schät­zen Sie die der­zei­ti­ge wirt­schaft­li­che La­ge in der Slo­wa­kei ein?

Aufgrund der weltweiten Corona-Krise erwartet das Finanzministerium, dass der Konjunkturrückgang im Jahr 2020 bei ca. 7,5 Prozent liegen wird. Ein wesentlicher Anteil der Wirtschaft ist an die Automobilindustrie gebunden. Obwohl 2019 gerade dort wesentliche Investitionen getätigt wurden – z.B. Jaguar Land Rover – ist es gerade die Automobilindustrie, die in diesen Zeiten wie auch in absehbarer Zukunft mit Absatzproblemen zu kämpfen haben wird. Ferner muss auch mit einem Einbruch von Personalbedarf und Anstieg der Arbeitslosigkeit gerechnet werden.


Wie würden Sie das Investitionsklima in der Slowakei beschreiben? Welche Branchen bergen großes Potenzial?

Während der letzten Jahre war die Slowakei eines der beliebtesten Ziele in der Region. Hunderte wichtige Investoren aus verschiedenen Ländern, einschließlich Deutschland, wählten die Slowakei als einen geeigneten Standort – insbesondere für die Automobilindustrie.

Die Investoren erwähnen folgende Faktoren, die das Land attraktiv machen:

  • Stabiles Investitionsklima;
  • Günstige geographische Lage;
  • Dynamisches Wirtschaftswachstum;
  • Euro als offizielle Währung;
  • Laufende Erweiterung der Infrastruktur;
  • Hoch qualifizierte Arbeitskräfte.

 
Zu den Industriezweigen, die sich langfristig am dynamischsten entwickelt haben, gehören der Ma­schinen­bau, die Elektroindustrie und selbstverständlich die Automobilindustrie. Die Produktions­aufnahme von Jaguar Land Rover hatte die Dominanz in dieser Branche in der Slowakei noch verstärken können.

Wir erwarten, dass sich nach dem Abklingen der Corona-Krise an den oben genannten Voraussetzungen grundsätzlich nichts ändern wird. Im Gegenteil: es ist zu erwarten, dass der Staat entsprechende Maßnahmen zur Wiederbelebung der Wirtschaft ergreifen wird, was sich in der Zukunft wiederum positiv auf das Investitionsklima auswirken kann.


Welchen Herausforderungen steht ein deutscher Unternehmer beim Engagement in der Slowakei gegenüber?

Schon bevor sich ein Unternehmer für die Slowakei als Unternehmensstandort entscheidet, sollte beachtet werden, dass sich das slowakische Recht von dem deutschen System in einigen Bereichen unterscheidet (z.B. Arbeitsrecht). Zusätzlich werden (im Vergleich zu Deutschland) relativ oft die Steuer- und Gesetzesvorschriften geändert.
 
Der Mangel an Arbeitskräften gehörte in den Vorjahren zu den größten Problemen ausländischer Investoren. Einige haben die Situation auf dem Arbeitsmarkt als kritisch betrachtet und gefordert, dass die slowakische Regierung den Arbeitsmarkt gegenüber Ausländern öffnet, was auch langsam geschehen ist.

Zurzeit lobt der „Country Report Slovakia 2019” der Europäischen Kommission das hohe Wirtschafts­wachstum und die niedrige Arbeitslosenrate; ist aber kritisch in Bezug auf die regionalen Unterschiede und niedrige Qualität der öffentlichen Institutionen, Bildung, Wissenschaft und Forschung. Zudem wird auch die Effektivität der Maßnahmen zur Einhaltung der Steuervorschriften bei der Reduktion des hohen Umsatzsteuerausfalls, der zu den höchsten in der EU gehört, kritisiert.
 
Nach den letzten Parlamentswahlen in März 2020 hat die neue Regierung ihr Amt mit dem Versprechen von starken Antikorruptions- und Staatseffektivitätsmaßnahmen – einschließlich der Verbesserungen des Justizwesens – angetreten, die dazu führen sollen, dass die Slowakei zu einem stabileren und begehrten Unternehmensstandort wird.


Welche Bedeutung hat Deutschland für die Slowakei?

Der wichtigste Geschäftspartner der Slowakei ist das stärkste Land im europäischen Raum – Deutsch­land. 2019 wurden ungefähr 25 Prozent der slowakischen Exportgeschäfte mit Deutschland getätigt. Die Slowakei hat mit Deutschland über mehrere Jahre einen Außenhandelsüberschuss verzeichnet.
 
Deutsche Gesellschaften sind wichtige Spieler auf dem slowakischen Markt. Es ist jedoch schwierig, ihre genaue Anzahl zu bestimmen, da viele Gesellschaften Tochtergesellschaften besitzen, die in anderen Ländern registriert sind. Geschätzt sind auf dem slowakischen ca. 2.400 Gesellschaften mit direkter oder indirekter deutscher Kapitalbeteiligung aktiv.
 
Deutsche Gesellschaften gehören außerdem zu den größten Arbeitgebern in der Slowakei. Der größte ausländische Arbeitgeber – Volkswagen Slovakia – beschäftigt zurzeit ungefähr 15.000 Menschen. Volkswagen, als der größte Arbeitgeber im Privatsektor mit Erlösen über 10 Mrd. Euro im Jahr 2019, stellt in Bratislava Touareg, Audi Q7 und Q8 und Porsche Cayenne her.


Wie wird sich aus Ihrer Sicht die Slowakei weiterentwickeln?

Die weitere Entwicklung der Wirtschaft hängt ganz stark von der weiteren weltweiten Entwicklung der Corona-Krise ab. Laut Finanzministerium sollte grundsätzlich mit drei Szenarien gerechnet werden:

  1. Die Einschränkungen werden zwei Monate anhalten. Im 3. und 4. Quartal wird die Wiederbelebung der Wirtschaft und Wiederaufnahme der Produktion in der Automobilindustrie bis zu 50 Prozent der Kapazität erwartet.
  2. Die Ausfälle werden drei Monate andauern. Der Einbruch der Wirtschaft wird deutlicher, aber die Wiederbelebung der Wirtschaft eine ähnliche Dynamik wie im 1. Szenario haben.
  3. Die Ausfälle werden wiederholt auftreten und die Wiederbelebung der Wirtschaft wird weltweit unausgewogen und langsam verlaufen.

Die weitere Entwicklung hängt daher stark von der Entwicklung der großen Wirtschaften weltweit ab.

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JUDr. Maroš Tóth

Attorney at Law (Slowakei)

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