Erfolgreich investieren in Südafrika

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zuletzt aktualisiert am 27. Mai 2020 | Lesedauer ca. 2 Minuten


 

 

​​Wie schätzen Sie die derzeitige wirtschaftliche Lage in Südafrika ein?

Südafrika ist eine der größten Volkswirtschaften des Kontinents und im afrikanischen Vergleich auf dem höchsten Entwicklungsstand. Für Unternehmen, die im südlichen Afrika geschäftlich tätig werden wollen, bietet der südafri­kanische Markt weiterhin eine gute Ausgangsposition. In den letzten Jahren litt Südafrika unter einer schwachen Wirtschaft, die 2020 weiterhin anhält. Das Wirtschaftswachstum liegt bei rund 1 Prozent. Zu den Gründen des schwachen Wirtschaftswachstums gehören die stark verschuldeten Staats­unternehmen. Insbesondere der staatliche Stromversorger Eskom erschwert einen wirtschaftlichen Aufschwung durch die andauernden geplanten Stromab­schaltungen (sog. „load shedding”).


Wie würden Sie das Investitionsklima in Südafrika beschreiben? Welche Branchen bergen großes Potenzial?

Südafrika bietet für ausländische Unternehmen weiterhin ein gutes und offenes Investitionsklima, v.a. im afrikanischen Vergleich. Das gilt, obwohl die drei großen Ratingagenturen Südafrika nun den sog. „Ramschstatus” zuweisen. Südafrika bietet u.a. eine gute Infrastruktur, einen sehr guten Finanzsektor, unproblematische Gesellschaftsgründungen innerhalb von zehn Werktagen und ein verlässliches und unabhängiges Rechtsystem. Aktuell ist die große Optimismus-Welle, die mit dem Amtseintritt von Präsident Cyril Ramaphosa startete, aufgrund des langsamen wirtschaftlichen Fortschritts jedoch abgeschwächt.

Großes Potenzial bieten die folgenden Sektoren: Energie, insbesondere Erneuerbare Energie-Projekte; Tourismus; die verarbeitende Industrie, mit einer starken Automobilbrache; aber auch Lebens­mittel­verarbei­tung und -verpackung sowie der traditionell wichtige Bergbau.


Welchen Herausforderungen steht ein deutscher Unternehmer beim Engagement in Südafrika gegenüber?

Herausforderungen für deutsche Unternehmen in Südafrika sind v.a. die „Broad-Based Black Economic Empowerment”-Gesetze (B-BBEE Gesetze) und die Schwierigkeiten im Zusammenhang mit der Erlangung einer Arbeitserlaubnis. Ab einer bestimmten Unternehmensgröße, in bestimmten Wirtschaftsbereichen und insbesondere für Aufträge im öffentlichen Sektor ist eine Auseinandersetzung des deutschen Investors mit den B-BBEE Gesetzen unerlässlich. Es wird dann unvermeidlich sein, gemeinsam mit einem südafrikanischen Partner zu agieren, der die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt. Die Rechtslage im Bereich des Immigrations­rechts bleibt unsicher und Entsendungen von Mitarbeitern aus Deutschland müssen langfristig und gut geplant sein. Weitere Herausforderung sind die volatile Währung des Landes und das anhaltende „load shedding”.


Wie entwickelt sich der Markt für Erneuerbare Energien in Südafrika?

Der Markt für Erneuerbare Energien entwickelt sich positiv, wenn auch – verglichen mit dem großen Potenzial – zu langsam. Der nationale Stromentwicklungsplan, der u.a. den Strommix bis 2030 vorgibt („IRP 2019”), sieht eine Erhöhung des Anteils der Erneuerbaren Energie von derzeit 8 auf 32 Prozent (in 2030) vor. Das stellt die Grundlage für die nächsten Runden des öffentlichen Ausschreibungsprogramms für Erneuerbare Energie-Projekte dar. Im IRP 2019 wurden auch zum ersten Mal 4.000 MW für Eigenerzeugungsanlagen freigegeben. Der Markt für Eigenerzeu­gung bietet aufgrund des stark steigenden Strompreises und der anhaltenden Stromabschaltungen ein enormes Potenzial. Dazu kommt, dass netzgebundene Eigenerzeugungs­anlagen bis zu 1 MW und netzungebundene Eigener­zeugungsanlagen (unabhängig ihrer MW Zahl) keine Stromerzeugungs­erlaubnis bedürfen, was in der Vergangenheit mitunter die größte Hürde für diese Projekte war. Eine weitere positive Entwicklung, die Hoffnung für eine zunehmen­de Marktöffnung gibt, ist die geplante Entflechtung des staatlichen Stromversorgers Eskom in drei separate Unternehmen: Erzeugung, Übertragung und Verteilung.


Wie wird sich aus Ihrer Sicht Südafrika weiterentwickeln?

Südafrikas Wirtschaftswachstum wird voraussichtlich kurzfristig gering bleiben, aber in den nächsten Jahren Wind aufnehmen. Die wirtschaftliche Entwicklung des Landes ist stark abhängig von der Energieversorgung. Südafrika muss den Energiemarkt weiter für unabhängige Stromerzeuger öffnen, um ein besseres Gesamt­wirtschafts­wachstum zu erreichen.

Das Land wird sein „ease of doing business” verbessern und dadurch sicherstellen, eines der beliebtesten Afrika-Einsteigerländer für ausländische Investoren zu bleiben.

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Dieter Sommer

Chartered Accountant (Südafrika)

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