Um die Website zu personalisieren und Ihnen den größten Mehrwert zu bieten, verwenden wir Cookies. Unter anderem dienen sie der Analyse des Nutzerverhaltens, um herauszufinden wie wir die Website für Sie verbessern können. Durch Nutzung der Website stimmen Sie ihrem Einsatz zu. Weitere Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.



Erfolgreich investieren in der Türkei

PrintMailRate-it

zuletzt aktualisiert am 19. Mai 2021 | Lesedauer ca. 2 Minuten


 

 

​​​Wie schätzen Sie die derzeitige wirtschaftliche Lage in der Türkei ein?

Die türkische Wirtschaft verzeichnet mit dem Wertverlust der Türkischen Lira sowie der Inflation einerseits und der konsumfreudigen, jungen Gesellschaft andererseits einen komplexen Verlauf. Im Jahr 2020 erlitt die Währung gegenüber dem Euro einen Wertverlust von 35 Prozent und gegenüber dem US-Dollar von 23 Prozent (jeweils im Vergleich zum Vorjahr). Die Inflationsrate (Verbraucherpreisindex) ist trotz des Corona-Pandemie geprägten Jahres von 11,84 leicht auf 14,6 Prozent gestiegen. Der Leitzins der türkischen Zentralbank wurde im Vergleich zum Vorjahr um fünf Prozentpunkte auf 17 Prozent angehoben. Das positive BIP-Wachstum vom Vorjahr wurde auch 2020 aufrechterhalten. Das BIP konnte sich nach dem pandemiebedingten, starken Einbruch im zweiten Quartal besonders im dritten und letzten Quartal 2020 rasant erholen und ist im Vergleich zum Vorjahr insgesamt um 1,8 Prozent gestiegen. Die Prognose für das BIP-Wachstum für 2021 beträgt rund 5 Prozent – vorausgesetzt, dass weitergehende schwere Infektionswellen global ausbleiben, sodass auch wichtige internationale Absatzmärkte der Türkei stabilisiert sind.


Wie würden Sie das Investitionsklima in der Türkei beschreiben? Welche Branchen bergen großes Potenzial?

Die Türkei ist als ein Wachstumsland für ausländische Investoren weiterhin attraktiv und mit verschiedenen Branchen und Ressourcen breit aufgestellt. Die Investitionsentscheidung großer Konzerne in der Vergangenheit bestätigen das attraktive Investitionsklima im Land.

Der Produktions- und Fertigungssektor mit Fahrzeugen, Kfz-Teilen und Maschinen als Vorreiter weist mit überwiegend ausländischen Herstellern und Joint Ventures große Kapazitäten und gute Erfahrungen aus. Überdies gelten die Branchen der Elektrotechnik, Haushaltsartikel und Konsumgüter als beliebte und profitable Investitionen.
 
Beachtliches Investitionspotenzial bietet aufgrund der vorteilhaften geographischen Lage und des Klimas die noch vorwiegend unentdeckte Agrar- und Landwirtschaft sowie Saatgut bzw. Düngetechnik.

Im Energiebereich bietet die Türkei gerade bei den erneuerbaren Energien ein enormes Potenzial und gilt als großer Wachstumsmarkt.

Die Eisen- und Stahlindustrie neben weiteren Rohstoffen und Mineralien umfasst zusätzliches Entwicklungs- und Ausdehnungspotenzial. Gleiches gilt für die Bereiche Textilindustrie, Maschinenbau-, Chemie-, Dienstleistungssektor und Logistik, den gesamten Hightech-Bereich, die Telekommunikationstechnologie und Elektronik.


Welchen Herausforderungen steht ein deutscher Unternehmer beim Engagement in der Türkei gegenüber?

Deutsche Unternehmen müssen sich v.a. folgenden Herausforderungen stellen:

  • dem Aufbau vertrauensvoller Partnerschaften,
  • rechtlichen und steuerlichen Aspekten,
  • der politischen Ungewissheit und
  • bürokratischen Hürden.

Eine fachmännische Beratung im Vorfeld einer geplanten Investition ist stets zu empfehlen.

Die hohe Inflation und die schwache Türkische Lira belasten insbesondere die auf den Binnenmarkt ausge­richteten Unternehmen. Den schwierigen Rahmenbedingungen des Binnenmarktes begegnete die Industrie mit einer Zunahme der Exporterlöse, der Währungsschwäche mit einer Erhöhung der lokalen Wertschöpfungstiefe.


Die Türkei verzeichnete als eines der wenigen Länder für das Pandemiejahr eine wachsende Wirtschaft. Wie nachhaltig ist der Erfolg?

Die Türkei erwies sich im Pandemiejahr als weitestgehend anpassungsfähig und reagierte auf die wandelnden Bedingungen der Wirtschaft mit schnellen Maßnahmen und Umstrukturierungen. Staatliche Förderungen durch Kredite mit günstigen Zinsen leisteten eine bedeutende Überbrückungshilfe für den privaten Sektor. Die stetige Ausweitung der Digitalisierung sowie die Einbindung in den Berufsalltag stellen ebenso einen relevanten Schlüssel zum Erfolg dar. Das große Potenzial qualifizierter und wettbewerbsfähiger Arbeitskräfte, eine gute Infrastruktur sowie die zentrale Lage zwischen Europa und Asien bilden weiterhin nachhaltige Wachstumsfaktoren. Die staatliche Ausrichtung zur vermehrten Investition insbesondere in die regionale Produktions- bzw. Fertigungsindustrie wie auch in den Energie- und Umweltsektor (bspw. nachhaltige und erneuerbare Energien) weisen auf eine gute Grundlage für die weitere Entwicklung hin.


Wie wird sich aus Ihrer Sicht die Türkei weiterentwickeln?

Die rasche Anpassung an die Bedingungen und Folgen der Pandemie sowie die weiterhin wachsende Wirtschaft lassen den positiven Ausblick auf die Zukunft aufrechterhalten. Die mittel- bis langfristigen Chancen für Unternehmen sind weiterhin als gut einzuschätzen. Das Land hat im Vergleich zu Europa gute Wachstumsraten, eine junge, gut ausgebildete Bevölkerung und v.a. auch unternehmerisch denkende Menschen.

Die türkische Wirtschaft kann in den kommenden Jahren kräftig wachsen und gleichzeitig die Inflation begrenzen. Es kommt nun darauf an, der Inflation und damit den Wechselkursschwankungen Einhalt zu bieten, die Leistungsbilanz wieder auszugleichen und das Vertrauen der Investoren zu stärken.

Aufgrund diverser Krisenerfahrungen bringt die Türkei eine bestimmte Krisenfestigkeit und die damit einher­gehende Handlungs- und Anpassungsfähigkeit der Bevölkerung mit sich. Das ist ein bedeutender Unterschied zu anderen Ländern.

Die Türkei bleibt somit als Bindeglied zwischen Ost und West konkurrenzfähig und ein wichtiger Wirtschaftspartner.

 Kulturelle Besonderheiten in der Türkei

Kontakt

Contact Person Picture

Korhan Dengiz

Auditor (Türkei), Tax Consultant (Türkei)

Partner

+90 212 3101 400
+90 212 3273 214

Anfrage senden

 Wir beraten Sie gern!

 Publikation

 Artikelserie

 Forum Global

 Unternehmer­briefing

Kein Themen­special verpas­sen mit unserem Newsletter!

Deutschland Weltweit Search Menu