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Erfolgreich investieren in den USA

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zuletzt aktualisiert am 19. Mai 2021 | Lesedauer ca. 4 Minuten

 

 

​​Wie schätzen Sie die derzeitige wirtschaftliche Lage in den USA ein?

Nachdem die konjunkturelle Entwicklung im zurückliegendem Jahr 2020 im Wesentlichen durch die SARS-COV-2-Pandemie (Covid-19-Pandemie) bestimmt war, erholt sich die Wirtschaft der USA aktuell zügig; das schnelle Ausrollen des Impfstoffs hat bereits große Bevölkerungsgruppen erreicht. Die letzten Prognosen der FED („US-Zentralbank”) sprechen von einem Wachstum des Brutto-Inlandsprodukts der USA im Jahr 2021 von 6,5 Prozent gegenüber einem Rückgang von 2,4 Prozent im Jahr 2020.

Die Arbeitslosenquote lag für das Jahr 2020 teilweise bei über 14 Prozent, ist aber aktuell wieder auf 6 Prozent zurückgegangen. In der erwarteten Erholungsphase des Jahres 2021 wird sich die Arbeitslosenquote weiter reduzieren.

Die massive staatliche Unterstützung durch die US-Stimulusprogramme führt zu einem Anstieg der Inflation. Aktuell erwartet die FED eine Inflationsrate von 2,4 Prozent. Trotz des Anstiegs über der von FED vertretenen langfristigen Zielinflationsrate von 2 Prozent hat sie bereits angekündigt, kurzfristig keine Erhöhung der Zinssätze ins Auge zu fassen, um das Wirtschaftswachstum nicht zu bremsen.

Das Wachstum des Brutto-Inlandsprodukts in den USA wird in 2021 aktuell durch die schnelle Verteilung der Impfstoffe und die damit einhergehende Öffnung der Wirtschaft getragen. Es ist zu erwarten, dass außerhalb der USA entstandene SARS-COV-2-Virusvarianten sich nicht kurzfristig auf das Wachstum und das Aufholen des Inlands-Konsums auswirken werden.


Wie würden Sie das Investitionsklima in den USA beschreiben? Welche Branchen bergen grosses Potenzial?

Die eingeleiteten Maßnahmen zur Abfederung der wirtschaftlichen Folgen der Pandemie erzeugen kurz- und mittelfristig Chancen am Wirtschaftsstandort USA. Das gilt besonders für den solide geführten und langfristig ausgerichteten deutschen Mittelstand. Es ist zu erwarten, dass es aufgrund der Erfahrungen der Pandemie zu Rückverlagerungen der internationalen Supply-Chain in eine nationale Versorgung kommt, vor allen Dingen in Bereichen der Medizintechnik, Halbleiter und anderen OEM-Fertigungs- und Vertriebs­segmenten, sowie im verbraucher­orientierten täglichen Bedarf. Außerdem ist zu erwarten, dass die Bedeutung des Online-Handels bzw. der Vertrieb von Produkten über Online-Plattformen noch weiter zunimmt und damit auch der Bedarf an innovativen logistischen Lösungen. Im Besonderen zu erwarten sind auch staatliche Förderungsprogramme im Bereich der Erneuerbaren Energien.

Kurzfristig deuten die Konjunkturindikatoren auf ein starkes Verbraucherinteresse an der sog. „Wiedereröffnung der Wirtschaft” hin, d.h. in den Wirtschaftszweigen wie Reisen & Freizeit, Automobil, Sport & Unterhaltung, Retail etc.

Der mit dem Anstieg des Verbraucher­interesses gestiegene Bedarf hat in vielen Branchen zu Engpässen in den Lieferketten geführt. Zusätzlich führen die Verknappung internationaler logistischer Kapazitäten dazu, dass Unternehmen in den USA reagieren und lokale Produktions­kapazitäten erweitern bzw. verstärkt nationale Lieferanten einsetzen. Um nur ein paar Branchen zu nennen, die vom aktuellen Boom profitieren, gehören die Halbleiterindustrie, die Wohnungs- und Bauindustrie, die Konsumgüterindustrie, etc. dazu.


Welchen Herausforderungen steht ein deutscher Unternehmer beim Engagement in den USA gegenüber?

Die vorherrschenden Hindernisse für ein Engagement im Jahr 2020 waren die Reisebeschränkungen. Die Beschrän­kungen in der Vergabe von Einreiseerlaubnissen oder mit der Vergabe der Arbeitserlaubnis gelten aktuell weiterhin. Sie werden sich aber mit zunehmender Immunisierung verändern bzw. entfallen.

Darüber hinaus besteht bei den laufenden Verhandlungen im Handelsstreit zwischen den USA und der EU nach wie vor Planungsunsicherheit. Die von der vorherigen Regierung verhängten Strafzölle sind weiterhin nicht aufgehoben.

Die Wahl der aktuellen Regierung öffnet die Tür für die Möglichkeit, die Handelsspannungen zu entschärfen; sie wird sich in der Handelspolitik auch als ein wesentlich verlässlicherer Partner erweisen. Zu erwarten ist allerdings auch, dass der protektionistische Gedanke für die amerikanische Wirtschaft bestehen bleibt. Das hat die Konsequenz, dass nur eine lokale Präsenz in den USA empfehlenswert ist, um den optimalen Marktzugang zu gewährleisten.

Für bereits bestehende Niederlassungen in den USA gestaltet sich trotz der erhöhten Arbeitslosigkeit die Suche nach qualifizierten Fachkräften schwierig, da bestehende Arbeitsplätze durch die Mitarbeiter in den unsicheren Zeiten nicht aufgegeben werden.


Wie beurteilen Sie die Zukunft der Automobilindustrie in den USA?

Die allmähliche Wiedereröffnung der US-Wirtschaft hat zu verbesserten Aussichten für die US-Automobilindustrie im Jahr 2021 geführt. Laut Fitch Ratings wird der US-Autoabsatz 2021 voraussichtlich 15,6 Mio. Fahrzeuge betragen – ein Anstieg von fast 10 Prozent gegenüber den 14,2 Mio. Fahrzeugen im Jahr 2020.

Trotz eines optimistischen Prognoseausblicks wird jedoch erwartet, dass der Umsatz 2021 noch 8 Prozent unter dem Niveau von 2019 liegen wird.

Angesichts des verbesserten Marktumfelds und der eingeführten Strukturmaßnahmen der aktuellen Regierung inkl. dem Wiedereintritt in das Klimaschutzabkommen ist wahrscheinlich mit einer Beschleunigung der Fahrzeugelektrifizierung zu rechnen, da die traditionellen OEMs ihr Produktangebot schneller vorantreiben müssen, um die strengeren CO2-Emissionsvorschriften zu erfüllen.


Wie wird sich aus Ihrer Sicht die USA weiterentwickeln?

Angesichts des US-Marktumfelds und der wirtschaftlichen Unsicherheit, die den wichtigsten Frühindikatoren zugrunde liegt, sind eindeutige Szenarien schwer zu bestimmen. Ein Basis-Szenario zeigt einen deutlichen wirtschaftlichen Aufschwung, basierend auf der aktuell absehbaren erfolgreichen Impfkampagne und den bereits erfolgten Stimuluspaketen.

Die Verabschiedung der Hilfspakete durch den Kongress führt bereits zu einem „postpandemischen Boom”, das Wachstum des BIP 2021 wird deutlich ausfallen. Mit einem Fortsetzen des Trends im Jahr 2022 besteht die Option, dass das BIP der USA bis 2023 wieder zu seinem langfristigen pre-pandemic Wachstumstrend zurückkehren könnte.

Aufgrund erheblicher Anstrengungen in verschiedenen Industriezweige die US-Produktion wieder wettbewerbs­fähig zu gestalten, ergeben sich für unsere deutschen Mandanten Potenziale das verstärkte Insourcing von Lieferketten in den USA zum Wachstum zu nutzen. Um die Möglichkeit im US-Binnenmarkt wahrnehmen zu können, ist der Marktzugang nur durch eine lokale Präsenz vor Ort realisierbar.

Kurzfristig ist in den USA damit zu rechnen, dass sich die Besteuerung von Unternehmen erhöhen wird – zur Finanzierung der angestoßenen Konjunkturprogramme. Auch neue Steuern auf Bundesstaatenebene sind wahrscheinlich, die auch entsprechende Einkommensteuer von Unternehmen verlangen, die zwar keine Präsenz in den USA haben, aber trotzdem Handel in den USA betreiben.

Die Erfahrung zeigt, dass es deutschen Unternehmen gelungen ist, attraktive Positionen mit einer langfristigen Ausrichtung ihrer US-Investitionen zu entwickeln. Langfristig bleiben die wirtschaftlichen Bedingungen in den USA als dem größten und sichersten Wirtschaftsraum unverhältnismäßig attraktiv – auch in Bezug auf Diversifizierung, Innovation und Wachstumschancen. Die derzeitige Situation aufgrund der globalen Pandemie erfordert jedoch eine ständige Kalibrierung der Verpflichtung. Insgesamt überwiegen die Chancen der US-Wirtschaft jedoch bei Weitem die aktuellen Risiken.

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