Tax Accounting: Wichtiger Baustein einer Steuerabteilung

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zuletzt aktualisiert am 12. Juli 2017


Die Steuerabteilungen börsennotierter Unternehmen haben sich in den letzten Jahren erhöhten Anforderungen bei der Dokumentation und der Berichterstattung von steuerlichen Sachverhalten stellen müssen. Insbesondere bei der Ermittlung der Steuerpositionen im Rahmen der Jahresab­schlusserstellung sind sie häufig einem enormen Zeitdruck ausgesetzt. Hinzu kommt, dass die ausländischen Tochtergesellschaften oftmals nicht die gewünschte Datenqualität für eine verlässliche Ermittlung und Darstellung der Steuerpositionen im Konzern liefern und damit wertvolle Kapazitäten der zentralen Steuerabteilung eingesetzt werden müssen. Die strategische Steuerung der Konzern­steuerquote als wertschöpfende Kernaufgabe einer modernen Steuerabteilung wird dadurch zu oft in den Hintergrund gedrängt.


 

Für eine effiziente Abwicklung aller Aufgaben einer Steuerabteilung empfiehlt sich daher die Etablierung eines maßgeschneiderten Tax Accounting-Systems bei allen Gesellschaften im Konzern. Ein Tax Accounting-System kann v.a. bei folgenden Aufgaben unterstützen:
  • Ableitung einer Steuerbilanz aus der handelsrechtlichen Buchführung,
  • einheitliche Ermittlung der laufenden und latenten Steuern,
  • sachgerechte Erstellung der notwendigen Anhangangaben (Tax Rate Reconciliation „TRR”) sowie
  • Identifizierung und Management von steuerlichen Risiken im In- und Ausland.

 

Neben der Erfüllung der rechtlichen Vorschriften der Dokumentation und Berichterstattung kann ein effizientes Tax Accounting-System somit auch einen wichtigen Beitrag zur Optimierung der Konzern­steuerquote sowie zur Steigerung des Unternehmenswerts leisten. Durch die Standardisierung des steuerlichen Berichtswesens werden nicht nur wichtige Kapazitäten für die eigentlichen Kernaufgaben in den Steuerabteilungen frei, sondern auch ein internes Instrument zum Controlling der Steuerpositionen geschaffen.

 

Anpassungsbedarf der steuerlichen Prozesse aufgrund wesentlicher Änderung im (internationalen) Steuerrecht

Daneben ist zu beobachten, dass v.a. die aufwendigen formellen Anforderungen im Steuerrecht (z.B. Dokumentationspflichten für Verrechnungspreise) für viele kapitalmarktorientierte Unternehmen zu einer erheblichen administrativen Belastung führen. Erhöhter Aufwand wird nicht nur durch ihr wachsendes Kern­geschäft, sondern auch durch diverse gesetzgeberische Neuregelungen erzeugt. Hierunter fallen etwa die neuen Betriebsstättengewinnermittlungsvorschriften („AOA”), die Verrechnungspreisdokumentation oder die Pläne zur Umsetzung der Aktionspläne der OECD zur Verhinderung steuervermeidender Strukturen. Jüngst diskutiert wurde bspw. das sog. country-by-country Reporting, das der beteiligten Finanzver­waltung einen Überblick über das operative Geschäft von Großunternehmen und den verbundenen Steuerlasten in den Tätigkeitsstaaten vermitteln soll. Ein ausgeprägter politischer Wille zur Etablierung der Maßnahmen lässt auf eine zeitnahe Umsetzung schließen. Selbst personell und technisch gut ausgestattete Steuerabteilungen können die Herausforderungen nur eingeschränkt selbst lösen. Sofern den Anforderungen jedoch nicht ausreichend Rechnung getragen wird, drohen steuerstrafrechtliche Konsequenzen für die Organe der Gesellschaften.

 

Softwarelösung DefTax©

Bei der Bewältigung der vielseitigen und herausfordernden Aufgabenstellungen unterstützen wir Sie gerne mit unseren Tax Accounting-Leistungen. Die geschilderten operativen Dokumentations- und Auf­zeichnungs­pflichten lassen sich in der Praxis nur durch eine ausgereifte IT-Infrastruktur effizient abwickeln. Hierbei hilft Ihnen das von uns empfohlene, individuell konfigurierbare Steuerreporting-Tool DefTax©. Neben der Generierung von relevanten Zahlen für den Jahresabschluss beim Tax Accounting und Reporting bildet die Software den Grundstein für ein effektives und wirksames Tax Compliance Management System. Einen weiteren Mehrwert für das Unternehmen stellt die Analyse von steuerlichen Prozessen dar, die letztlich dazu dient, steuerliche Mehrbelastungen zu vermeiden.

 

Optimierung der Konzernsteuerquote und Vermeidung von steuerlichen Risiken

Der Druck der Kapitalmärkte hinsichtlich einer effizienten Steuerpolitik wird in der Praxis direkt an die internen Steuerabteilungen weitergegeben. Aufgrund der Berücksichtigung der latenten Steuern im Abschluss, ist die Möglichkeit der Beeinflussung der Konzernsteuerquote durch klassische Steuer­bilanz­politik begrenzt. Häufig ist es jedoch empfehlenswert, dass interne Steuerabteilungen daher bei bestimmten Projekten durch Experten unterstützt werden. Abhängig vom Grad der Internationalisierung, der Unternehmensstruktur und -ziele bestehen verschiedene Möglichkeiten der steuerlichen Optimierung innerhalb des Unternehmens/der Unternehmensgruppe. Ein im Konzern einheitliches Tax Accounting stellt zudem eine verlässliche und einheitliche Datenqualität über alle Gesellschaften sicher. Damit können steuerliche Risiken identifiziert und gemanagt werden.

 

Fazit

Vor dem Hintergrund der zunehmenden formellen Anforderungen an Dokumentation und Berichterstattung sowie der erhöhten Komplexität im internationalen (Steuer-)Recht ist ein effizientes und maßgeschnei­dertes Tax Accounting-System v.a. bei kapitalmarktorientierten Unternehmen unerlässlich. Rödl & Partner steht Ihnen bei der Umsetzung als interdisziplinäre Beratungskanzlei verlässlich zur Seite. Wir implemen­tieren mit Ihnen ein auf Ihre Bedürfnisse individuell konfiguriertes Tax Accounting-System, das neben der Erfüllung der rechtlichen Vorschriften zur Dokumentation und Berichterstattung auch einen wichtigen Beitrag zur Optimierung der Konzernsteuerquote und zur Steigerung des Unternehmenswerts leisten kann. Als Experten begleiten und beraten wir Sie zudem bei der Durchführung von strategischen Vorhaben, insbesondere zur steuerlichen Optimierung Ihrer Konzernsteuerbelastung.

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Andreas Brunnhübner

Diplom-Kaufmann, Steuerberater

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