Prozesse vor Ort optimieren mit Go Gemba

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Unternehmen, die ihre Effizienz steigern wollen, müssen ihre Prozesse im operativen Bereich verbessern. Dabei ist die Idee des „Go Gemba” ein idealer Leitfaden: Denn wer direkt vor Ort in die betrieblichen Abläufe eingreift, hat die größten Chancen, Optimierungen erfolgreich umzusetzen.
 

Go Gemba – sei vor Ort

Operative Verbesserungen können nicht aus der Ferne oder ohne genaue Kenntnis der betrieblichen Abläufe vor Ort erreicht werden. Deswegen gilt im Lean Management die Geisteshaltung des Go Gemba (japanisch: „Sei vor Ort”). Nur mit ausreichendem praktischem Wissen über die Prozesse können Maßnahmen erfolgreich zur Optimierung der operativen Bereiche beitragen.
 

Maßnahmen identifizieren und umsetzen – 4 Leitlinien für die Optimierung vor Ort

Die folgenden Leitlinien helfen dabei, Möglichkeiten zu Verbesserungen – egal ob in kaufmännischen und administrativen Bereichen oder in der Produktion – erfolgreich zu identifizieren und umzusetzen. Dabei sollte der Go Gemba-Gedanke in allen Schritten bedacht werden. Damit wird sichergestellt, dass schnelle, ressourcensparende und v.a. praxisorientierte Maßnahmen gefunden und umgesetzt werden können.

1.

Identifizieren Sie ineffiziente Prozesse – vor Ort

Zur Identifizierung möglicher Schwachstellen ist es unumgänglich, die Abläufe und Prozesse vor Ort zu verstehen. Das größte Potenzial liegt dabei oft im Gespräch mit den Mitarbeitern aus Produktion und Verwaltung, die tagtäglich in die Prozesse eingebunden sind. Eine Quantifizierung aller Probleme hilft im Anschluss dabei, zu priorisieren und Fortschritte messbar zu machen.
 

2.

Wählen Sie umsetzbare Maßnahmen – vor Ort

Im Anschluss an Analyse, Fehleridentifikation und -bewertung steht die Definition und Priorisierung der Maßnahmen. Folgende Punkte sollten dabei bedacht werden:
  • Mitarbeiter einbeziehen
    Mitarbeiter sind meist diejenigen, die die Maßnahmen tragen und umsetzen müssen. Eine Kooperation mit der Belegschaft zum weiteren Vorgehen und den zu ergreifenden Maßnahmen resultiert deswegen oft in den erfolgreichsten Ergebnissen.
  • Das Pareto-Prinzip voranstellen
    Geringer Aufwand mit maximalem Erfolg ist das Ziel des Pareto-Prinzips (80:20), welches bei der Wahl der Maßnahmen angewandt werden sollte. Machbarkeit und Nutzen der Maßnahmen sind die wichtigsten Faktoren bei der Priorisierung – häufig sind es schnell umsetzbare Verbesserungen, die viel bewirken können.
  • Kosten beachten
    Ist eine Investition zwingend notwendig? Viele Maßnahmen versprechen Verbesserungen, sind jedoch sehr kostspielig. Bei Auswahl und Priorisierung der Maßnahmen sollte gut abgewogen werden, ob die Investition sich lohnt oder andere – kostengünstigere – Maßnahmen ähnliche Effekte mit sich bringen können.
  • Lagerhaltungsstrategien optimieren
    Altbestände und Langsamdreher können verwertet und somit das Working Capital kurzfristig reduziert werden. Auf lange Sicht ist eine nachhaltige Lagerhaltungsstrategie ein noch effektiveres Mittel, Liquidität freizusetzen. Genaue Prognosen zum Kundenbedarf sowie die gezielte Produktionssteuerung tragen dazu bei, Lagerflächen optimal zu nutzen.
  • Nachhaltig planen
    Alle Maßnahmen sollten auf langfristige Erfolge und die nachhaltige Erwirtschaftung der Wettbewerbsfähigkeit ausgelegt sein. Kurzfristige Projekte kosten oft viele Ressourcen und sind im Ergebnis nicht zufriedenstellend.
 

3.

Setzen Sie die Maßnahmen selektiv, nachhaltig und schnell um – vor Ort

Bei der Umsetzung gewählter Maßnahmen gilt es, überlegt zu handeln. Zu viele Maßnahmen, die gebündelt ausgeführt werden, führen oft nicht zum Ziel: Sie verursachen Probleme und überfordern zum Teil sogar das Unternehmen. Wenige, effektive Maßnahmen, die schnell und konsequent umgesetzt werden, bringen langfristig mehr Erfolg. Bei der Umsetzung dieser Maßnahmen sollte jedoch das richtige Mittel aus Arbeitsbelastung und Umsetzungsgeschwindigkeit gefunden und gehalten werden – vor Ort und zusammen mit den Mitarbeitern.
 

4.

Konzentrieren Sie sich auf den Kunden – vor Ort

Bei allen Veränderungen dürfen die Kunden nicht außer Acht gelassen werden. Die eigentliche Kernkompetenz des Unternehmens darf nicht der Steigerung der Effizienz geopfert, sondern muss durch Optimierungen weiter ausgebaut werden. Dabei dienen die Marktgegebenheiten und die Vertriebsstrategie bei jeder Entscheidung als Hintergrund und können dazu beitragen neue Umsatzpotenziale zu identifizieren.
 

Operative Verbesserungen durch das Lean Management

Einfache, schnell umsetzbare Lösungen, hohe Effizienz sowie Flexibilität und Kundenorientierung sind Ziele, die mithilfe dieser Leitfragen in Optimierungsprozessen erreicht werden können. Sie gelten in allen Unternehmensbereichen und Branchen. Die Gedanken des Lean Managements und insbesondere die Geisteshaltung des Go Gemba sind dabei ein wichtiger Beitrag zur nachhaltigen Umsetzung von Maßnahmen und der Verschlankung von Prozessen.
zuletzt aktualisiert am 19.03.2014

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Michael Kolbenschlag

Leiter Geschäftsfeld Unternehmens- und IT-Beratung

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