Stromabschaltungen in Südafrika: Auswirkungen und Potenziale des „load shedding”

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veröffentlicht am 18. März 2020 | Lesedauer ca. 1 Minute

 

Südafrika kämpft schon seit Jahren mit Stromengpässen. Grund dafür sind marode Kohlekraftwerke, jahrelange Verzögerungen der Fertigstellung neuer Kohlekraftwerke und eine hohe Verschuldung des staatlichen Stromversorgungsunternehmens Eskom. Mit dem Ziel, einen totalen Stromausfall zu verhindern, wurde in Südafrika das „load shedding” (geplante Stromabschaltungen in rotierenden Gebieten des Landes) eingeführt.

 

 

Südafrika wurde dafür in Zonen eingeteilt, in denen nach einem starren Plan zu unterschiedlichen Zeiten der Strom abgeschaltet wird. Je nach load shedding-Level (1 bis 8) wird eine bestimmt Anzahl von Megawatt (MW) vom Netz genommen. Level 1 entspricht 1.000 MW, Level 2 2.000 MW, usw. Aktuell schwankt Südafrika zwischen Level 1 und 4.

 

Nach aktuellen Meldungen und Experteneinschätzung wird load shedding noch für mind. weitere 2 bis 5 Jahre andauern. Es ist für Privatpersonen lästig, aber für Unternehmen bedeutet es hohe wirtschaftliche Einbußen. Immer mehr Privatpersonen und Unternehmen interessieren sich daher für alternative Stromquellen. Dieselgeneratoren werden zwar noch immer eingesetzt, aber das Interesse sinkt u.a. aufgrund des Geräuschpegels und der steigenden Dieselpreise. Eine gängige Lösung ist die Nutzung von Batteriespeichern, in denen der Netzstrom gespeichert und während der load shedding-Zeiten genutzt wird. Zu Bedenken ist jedoch der in Südafrika stark steigende Strompreis (seit 2008 ein durchschnittlicher Anstieg von 15 Prozent pro Jahr). Aus diesem Grund stellt die Eigenerzeugung aus Erneuerbaren Energiequellen (insbesondere Photovoltaik-Solar) eine rentable Lösung dar.

 

Somit schafft das load shedding großes Potenzial für deutsche Unternehmen im Bereich der Eigenverbrauchsanlagen mit Batterielösungen. Die Anzahl der Photovoltaik-Aufdachanlagen steigt stetig. Einige Gemeinden erlauben für Eigenerzeugungsanlagen bis zu 1 MW auch die Netzeinspeisung im Wege von „net metering“. Des Weiteren ist es aufgrund des „Integrated Resource Plan 2019“ (nationaler Elektrizitätsentwicklungsplan) jetzt auch möglich, für Eigenerzeugungsprojekte zwischen 1 und 10 MW eine Stromerzeugungserlaubnis zu bekommen. Das war zuvor fast unmöglich und stellte eine große Hürde für solche Projekte dar. Aufgrund dieser Änderung erwarten wir, dass der Markt für Eigenerzeugungsprojekte in den nächsten Jahren stark steigen wird.  

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Anna-Lena Becker, LL.M.

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