Tax Accounting: Grundstein zur Optimierung der Konzernsteuerquote

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Interview mit Andreas Brunnhübner

 

veröffentlicht am 28. Juni 2017


 

Herr Brunnhübner, Sie leiten das Beratungsfeld Tax Accounting und Reporting bei Rödl & Partner. Geben Sie uns bitte einen Überblick über Ihre tägliche Arbeit und die aktuellen Hot Topics.

Im Vordergrund unserer täglichen Arbeit steht die sachgerechte Ermittlung der laufenden und latenten Steuerpositionen für die zu erstellenden Jahresabschlüsse nach HGB bzw. nach IFRS sowie die ent­sprechende Berichterstattung über alle Konzerngesellschaften. Aktuell sehe ich 2 wesentliche Entwicklungen im Beratungsfeld Tax Accounting.

  

Vor dem Hintergrund des starken internationalen Wachstums und den damit verbundenen Expansionen ist zu beobachten, dass der Steuerpflichtige vor neue Herausforderungen gestellt wird. Dazu zählt u.a. die Flut immer komplexer werdender Gesetze, Rechtsprechungen und Verordnungen, deren Halbwertzeit sich ständig verkürzt, sowie die steigenden formellen Anforderungen (z.B. Dokumentations- und Aufzeichnungs­pflichten).

  

Die Bewältigung der vielseitigen Herausforderungen ist oftmals nur durch effiziente Tax Accounting- und Reporting-Prozesse möglich. Wichtige Grundvoraussetzung hierfür ist eine hohe Datenqualität für alle Konzerngesellschaften im In- und Ausland, um einen umfassenden und einheitlichen Blick über die steuerlichen Verhältnisse der Konzerneinheiten zu bekommen. Hierbei zeigt sich v.a. der Einsatz von Softwaretools, wie bspw. das von Rödl & Partner empfohlene Steuerreporting-Tool DefTax® als sehr nützlich.

  

Tax Accounting erfüllt jedoch nicht nur den Selbstzweck, die Steuerpositionen für den Jahres- und Konzernabschluss zu ermitteln, sondern liefert für Entscheidungsträger wichtige Informationen zu steuerlichen Chancen und Risiken. Daraus kann neben der Erfüllung der rechtlichen Vorschriften der Dokumentation und Berichterstattung auch ein wichtiger Beitrag zur Optimierung der Konzernsteuerquote und damit zur Steigerung des Unternehmenswerts herbeigeführt werden.

  

Sie sprechen das Thema Datenqualität und Softwarelösungen für ein effizientes Tax Reporting an. Geben Sie uns bitte einen kurzen Einblick, welche Fragestellungen typischerweise an Sie herangetragen werden und was Sie den Mandanten raten?

Aufgrund der beschriebenen, immer komplexer werdenden gesetzlichen Vorschriften rückt der Compliance-Gedanke in den Fokus vieler Unternehmer. Von Bedeutung ist es, Verstöße gegen steuerliche Pflichten zu vermeiden. Daher holen viele Mandanten unseren Rat bei der Implementierung eines sog. Tax Compliance Management Systems (Tax CMS) ein.
 

Der entscheidende Faktor zur Minimierung steuerlicher Risiken ist die optimale Abstimmung von Tax Accounting und Tax Compliance. Daher empfiehlt sich bei der Einführung eines Tax CMS auch die Unter­stützung durch IT-gestützte Tools und Kontrollen. Das erfolgt in Abhängigkeit davon, ob und wie die Steuerfunktion im Unternehmen intern, extern oder in Kombination wahrgenommen wird. Das eingangs erwähnte Tool DefTax® kann eine interessante und kostengünstige Lösung für Unternehmen sein.  Mit Hilfe von Algorithmen kann DefTax® eine große Datenmenge analysieren und ermöglicht somit eine hohe Transparenz von steuerlichen Daten. Gleichzeitig können dadurch Fehler frühzeitig erkannt und vermieden werden. Mittels automatisch durchgeführter Plausibilitätskontrollen unterliegen die gesammelten Daten jederzeit einer Kontrolle. Auch prozessintegrierte Kontrollen sind möglich. Zudem können ferner Verant­wortlichkeiten und Freigabeprozesse systemseitig abgebildet und abgegrenzt werden. Zur Überwachung der Erfüllung aller steuerlichen Pflichten kann systemseitig eine automatische Fristenkontrolle und -übersicht implementiert werden. Ein Ampelsystem zeigt bspw. für das jeweilige Land an, ob Fristen kurz vor ihrem Ablauf stehen.

  

Weiterhin steht auch die von Ihnen eingangs erwähnte Optimierung der Konzernsteuerquote im Fokus der Unternehmen. Können Sie uns das näher erläutern?

Unsere Erfahrung zeigt, dass Tax Accounting zudem einen wertvollen Beitrag zur nachhaltigen Optimierung der Konzernsteuerquote leisten kann, indem es Einflussfaktoren der steuerlichen Belastungen im Unter­nehmen identifiziert. In Abhängigkeit vom Grad der Internationalisierung, der Unternehmensstruktur und dem -ziel kann der Unternehmenswert durch eine internationale Steuerstrategie und Steuerbilanzpolitik optimiert werden. Dabei können gesetzlich zulässige Spielräume zur Minimierung der Steuerquote genutzt sowie durch eine gezielte Ausübung von Ansatz- und Bewertungswahlrechten eine optimale Steuerbilanz­politik umgesetzt werden. Aber auch hier zeigt sich, dass eine erfolgreiche Gestaltung nur gelingen kann, wenn im Vorfeld über effiziente Systeme alle entscheidungsrelevanten steuerlichen Informationen zusammengetragen und ausgewertet werden können. Die Ergebnisse sind stets lohnenswert: Bspw. kann die Senkung der Steuerquote um einen Prozentpunkt die gleiche Unternehmenswertsteigerung wie ein Umsatzanstieg von 10 bis 15 Prozent entfalten.

  

Das bedeutet, dass das Beratungsfeld Tax Accounting und Reporting auch im Zeitalter der Digitalisierung an Bedeutung gewinnen wird?

Im Zeitalter der Digitalisierung und im Umfeld von steigenden rechtlichen Vorschriften ist die Unterstützung der Steuerfunktion durch ein systembasiertes IT-Tool unerlässlich. Neben der Generierung von relevanten Zahlen für den Jahresabschluss beim Tax Accounting und Reporting bildet es den Grundstein für ein effektives und wirksames Tax Compliance Management System. Einen weiteren Mehrwert für das Unternehmen stellt die Analyse von steuerlichen Prozessen dar, die letztlich dazu dient, steuerliche Mehrbelastungen zu vermeiden.

 

Kontakt

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Andreas Brunnhübner

Diplom-Kaufmann, Steuerberater

Partner

+49 911 9193 1053
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