Transaktionsberatung: Steuerliche Begleitung beim Unternehmenskauf

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Interview mit Dr. Isabel Bauernschmitt

 

veröffentlicht am 28. Juni 2017

 


 

Frau Dr. Bauernschmitt, Sie leiten das Beratungsfeld Steuerliche Transaktionsberatung bei Rödl & Partner. Wie sah die Beratungspraxis 2016 aus und wie schätzen Sie das M&A-Klima 2017 ein?

Die Transaktionspraxis von Rödl & Partner blickt erneut auf ein sehr erfolgreiches Jahr 2016 zurück. Dabei haben die von uns international begleiteten Transaktionen nochmal zugenommen. Besonders angestiegen sind die sog. Private Equity-Transaktionen. Namhafte Private Equity-Häuser setzen inzwischen auf die leistungsfähigen M&A-Teams von Rödl & Partner und fragen unsere ganzheitliche, interdisziplinäre Transaktionsberatung bei häufig grenzüberschreitenden Akquisitionen ab. Daneben setzt sich die Suche strategischer Investoren aus China, Indien und den USA nach Targets in Deutschland unvermindert fort. Wir gehen davon aus, dass das positive Klima nach wie vor anhält. Unsere Mandanten – die international aufgestellten, inhabergeführten Unternehmen – haben immer noch viel Kapital für strategische Zukäufe. Aus Käufersicht kann entscheidend sein, dass trotz des Umbruchs im deutschen Erbschaftsteuerrecht im vergangenen Jahr noch längst nicht alle deutschen Familienunternehmen eine Nachfolgelösung gefunden haben. 

   

Gibt es aktuell Hot Topics in der steuerlichen Transaktionsberatung?

Da wir auf Verkäuferseite häufig Familienunternehmen beraten, die oft auch in der Rechtsform der Personengesellschaft aufgestellt sind, gilt es immer wieder eine steueroptimierte Veräußerungsstruktur zu erarbeiten. Daneben müssen in vielen Fällen auch Immobilien, die nicht Teil der Transaktion sein sollen, aus bestehenden Unternehmen herausgelöst werden. Aufgrund gestiegener Steuersätze spielt bei Trans­aktionen daher auch die Grunderwerbsteuer eine immer wichtigere Rolle. Auch die Entflechtung von Strukturen auf Veräußererseite ist häufig Teil unserer Aufgabe. Ziel ist es dabei, die Teile eines Unter­nehmens, die verkauft werden sollen, steueroptimiert von den Teilen zu trennen, mit denen weiter gearbeitet werden soll. Ferner hat auch die Nachfrage nach der Durchführung einer Vendor Due Diligence oder der Erstellung eines Tax Fact Books zugenommen, da deren Mehrwert von Verkäufern zunehmend erkannt wird. Das liegt daran, dass ein wesentlicher Teil der Transaktionen inzwischen in einem – häufig internationalen – Bieterverfahren erfolgt.

  

Auf Erwerberseite sind die Strukturierung und Post Deal Integration zentrale Bausteine. Die Due Diligence ist wichtig, aber zunehmend „commodity”. Hier ist mittlerweile einfach der erfahrene Transaktionsberater gefragt. Auf Erwerberseite geht es gerade bei internationalen Transaktionen vermehrt darum, den idealen Holding­standort für die erworbene Unternehmensgruppe zu bestimmen. Neben wirtschaftlichen Aspekten (z.B. Bildung von Sparten- und/oder Regionenholdings) ist es vor dem Hintergrund der sich immer weiter verschärfenden Besteuerungspraxis in Deutschland oft der Wunsch unserer Mandanten, eine Holding gerade nicht in Deutschland, sondern im Ausland anzusiedeln. Inwieweit dann Standorte wie Zypern oder die Niederlande sinnvoll und zielführend sind, muss jeweils im Einzelfall untersucht werden.

  

Da derzeit in vielen Fällen nicht nur einzelne Unternehmen, sondern ganze Unternehmensgruppen zugekauft werden, beginnt unsere eigentliche Arbeit der steuerlichen Strukturierung oft erst im Nachgang zu einem Erwerb, in der sog. Post-Deal-Phase.

  

Sie sprechen das Thema Post-Deal-Integration an. Geben Sie uns bitte einen kurzen Einblick, welche Fragestellungen typischerweise an Sie herangetragen werden und was Sie den Mandanten raten?

In der Post-Deal-Integration geht es zum einen darum, die wirtschaftlichen Ziele und Synergien, die ein Erwerber mit dem Target verfolgt, auch in der Struktur abzubilden. Existieren nach dem Erwerb z.B. in einem Land 2 Gesellschaften, die eigentlich zu einer zusammengeführt werden müssen, müssen die steuerlichen Folgen einer Verschmelzung geprüft werden.

  

Zum anderen sind oft auch weitere Maßnahmen nötig, um in der neuen Struktur eine steuerliche Opti­mierung zu erreichen. Macht z.B. die zugekaufte Gesellschaft Gewinne, während eine schon bestehende Tochter­gesellschaft Verluste erzielt, muss geklärt werden, ob durch eine Gruppenbesteuerung bzw. Organschaft eine Verlustverrechnung erreicht werden kann.

  

Auch sind i.d.R. noch Maßnahmen umzusetzen, um die steuerliche Nutzung von Finanzierungsaufwendungen bei einem Unternehmenserwerb wirksam werden zu lassen. Dass inzwischen die meisten Deals grenz­über­schreitend erfolgen oder international aufgestellte Targets betreffen, erhöht die Komplexität für eine steuerlich tragfähige Lösung deutlich.

  

Folgt daraus, dass die Bedeutung des Steuerrechts bei Transaktionen steigt?

Meines Erachtens: ja. Bei unseren Transaktionen sitzen regelmäßig Steuerberater mit am Verhandlung­stisch und übernehmen in Teilen die Projektleitung. Wenn sich der Trend fortsetzt, dass deutsche Unternehmen vermehrt im Ausland zukaufen und Deutschland seine Attraktivität für ausländische Investoren behält, ist die Unterstützung von Käufern und Verkäufern durch Berater, die im internationalen Steuerrecht versiert sind, unerlässlich.

  

Könnten Sie mit wenigen Worten beschreiben, welchen Mehrwert Rödl & Partner dem Mandanten bei der Begleitung eines Unternehmenskaufs bieten kann?

Rödl & Partner bietet fachliche Expertise nicht nur in der Steuerberatung, sondern auch in der Rechts­beratung, Unternehmensberatung und Wirtschaftsprüfung – und das in 50 Ländern. Am Beispiel eines Unternehmenskaufs wird schnell deutlich, wie wir arbeiten: Über alle Geschäftsbereiche und Landesgrenzen hinweg und eng verzahnt. Unsere interdisziplinären und internationalen Projektteams bieten sowohl dem Unternehmenskäufer als auch dem Unternehmensverkäufer einen echten Mehrwert, da wir die Transaktion über Grenzen und Disziplinen hinweg aus einer Hand begleiten können.

Kontakt

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Dr. Isabel Bauernschmitt

Diplom-Kauffrau, Steuerberaterin

Partnerin

+49 911 9193 1040
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