​Interview: Die Digitalisierung wird 2016 zum Top-Thema für Unternehmen

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​​​2016: Wirtschaftliche Entwicklung und DigitalisierungWie blickt die Consulting-Branche auf die letzten zwölf Monate und was erwartet sie für 2016? Jens Hinkelmann ist Vorstand des Geschäftsfeldes Unternehmens- und IT-Beratung bei Rödl & Partner. Im Interview beschreibt er die Highlights und Herausforderungen des Wirtschaftsjahres 2015. Außerdem erklärt er, welche Chancen das kommende Jahr für den Mittelstand bereithält – und warum es für viele Unternehmen existenziell entscheidend wird.


Herr Hinkelmann, 2015 endet, 2016 steht vor der Tür. Wenn Sie heute zurückblicken: Gab es wirtschaftliche Entwicklungen, die Sie in den letzten zwölf Monaten überraschten?

Überrascht hat mich zum einen, wie stabil die deutsche Wirtschaft 2015 war – trotz der Belastungen, die uns begleitet haben, zum Beispiel die Krisen in China und Griechenland oder die Flüchtlingskrise. Zum anderen überraschte mich, wie schnell und umfassend das Thema Digitalisierung die gesamte Wirtschaft erfasste.


Was waren 2015 die Top-Themen der Rödl & Partner Unternehmens- und IT-Beratung?

Unser ERP-Segment rund um Microsoft Dynamics AX konnte sich deutlich profilieren und in den Bereichen Retail, Professional Services sowie Finance & Controlling signifikant wachsen. Weiterhin gelang es uns, unsere ERP-Beratung rund um SAP neu zu positionieren, da wir als offizieller Value Added Reseller seitens SAP zertifiziert wurden. Und schließlich konnten wir das Thema Digitalisierung über alle Rödl & Partner Geschäftsfelder hinweg positionieren und unsere Beratungskompetenz in diesem Bereich stärken.

 

Lassen Sie uns 2016 fokussieren: Welche Chancen und welche Risiken birgt das neue Jahr wirtschaftlich?

In der Automobil-Industrie und insbesondere bei den Automobil-Zulieferern wird sich 2016 zeigen, ob der Abgas-Skandal bei VW den internationalen Absatz beeinflusst. Daran anknüpfend wird sich herausstellen, ob auch andere Industrien durch den Skandal einen Imageschaden und Umsatzeinbußen erleiden.


Welche Perspektiven hat der Mittelstand?

Die größten Chancen für den deutschen Mittelstand sehe ich 2016 in der hervorragenden internationalen Positionierung: Sie beschert uns einen großen Wettbewerbsvorteil gegenüber den meisten anderen Ländern. Weiteres Wachstumspotenzial könnte sich ergeben, wenn die Sanktionen gegen Russland zurückgefahren würden. Auch eine positive wirtschaftliche Entwicklung in den arabischen Staaten und in Indien könnte die Wirtschaft beflügeln.


Die Digitalisierung wird weiter voranschreiten: Was bringt sie mit sich?

Digitale Techniken werden Unternehmensprozesse flexibilisieren, der gesamte Produktions- und Arbeitsprozess wird restrukturiert. Die Wertschöpfungskette wird stärker vernetzt. Unternehmen können auf die Kundenbedürfnisse schneller und gezielter eingehen. Neue Ideen und Produkte entstehen, Unternehmen können komplett neue Geschäftsfelder und Märkte erschließen. Hier sind einige große Unternehmen bereits sehr erfolgreich und es entstehen stetig neue Start-ups. Ein Beispiel: Online-Buchungs-Plattformen erwirtschaften ein EBIT, das das Ergebnis traditioneller Reiseveranstalter vielfach übertrifft.


Was bedeutet die Digitalisierung für den Handel?

Der Retail-Bereich muss sich vor allem fragen: Was sind in Zukunft die wichtigsten Vertriebswege, um Kunden zu erreichen? Begriffe wie Multi-Channel oder Cross-Channel sind allgegenwärtig. Bleibt der Handel in der Fläche erfolgreich oder wird er schrittweise ersetzt durch Online-Kanäle? Hier ist die richtige Kombination gefragt. Unternehmen brauchen eine klare Strategie für ihr zukünftiges Geschäftsmodell, müssen die gesamte Wertschöpfungskette betrachten und automatisierte End-to-End-Prozesse etablieren.


Ist das Thema Digitalisierung in der deutschen Wirtschaft angekommen?

Leider nein. Abgesehen von einigen Ausnahmen hat der Mittelstand diese Themen auf Management-Ebene noch nicht konsequent aufgegriffen, geschweige denn umgesetzt. Das kann für Unternehmen zu einem großen Risikofaktor werden: Wer den Digitalisierungs-Trend verpasst, muss Umsatz- und Ergebniseinbußen einkalkulieren. Das kann Unternehmen existenziell bedrohen.


Zum Abschluss erneut der Blick auf die Consulting-Welt: Was sind die Top-3-Themen 2016 für die Unternehmens- und IT-Beratung von Rödl & Partner?

Erstens wollen wir weiterhin ausgesuchte vertikale Märkte fokussieren, insbesondere Professional Services und Retail. Zweitens werden wir unsere Infrastruktur-Dienstleistungen weiter ausbauen: die Entwicklung, die Implementierung und den Betrieb von hybriden Systemlandschaften sowie unser eigenes Private-Cloud-Angebot. Drittens konkretisieren wir unser Beratungsangebot zur Digitalisierung, um unsere mittelständischen Kunden bei der digitalen Transformation unterstützen zu können.


Herr Hinkelmann, vielen Dank für dieses Gespräch.


 

Jens Hinkelmann ist Vorstand des Rödl & Partner Geschäftsfeldes Unternehmens- und IT-Beratung.
 
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zuletzt aktualisiert am 29.12.2015

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