Rödl & Partner veröffentlicht Frühjahrs-Ergebnisse seines Weltmarktführerindex Deutschland

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  • Geschäftsklima bricht massiv ein
  • USA wird kaum noch Potenzial zugetraut
  • Gute Noten für deutsche Wirtschafts- und Finanzpolitik

 

Nürnberg, 20.5.2020: Laut Frühjahrs-Umfrage 2020 zum Rödl & Partner-Weltmarktührerindex Deutschland stürzt das allgemeine Geschäftsklima in Deutschland kräftig ab: Der aktuelle Indexwert erreichte nur noch 35,9 (= zwischen „schlecht“ und „sehr schlecht“). Im Herbst 2019 hatte der Wert 48,5 (= schlechter als „akzeptabel“) betragen; im Frühjahr 2019 noch 59,2 (= nahe „gut“).

  

Auf einer Skala von 0 (“schlechter geht es nicht”) bis 100 (“besser geht es nicht”) bewerten jetzt 77 Prozent der Unternehmen die Situation zwischen „schlecht“ und „schlechter geht es nicht“. Im Frühjahr 2019 war noch ein Wert von 3,2 Prozent ermittelt worden. Zusammen mit der Universität St.Gallen befragte Rödl & Partner die deutschen Weltmarktführer schon zum fünften Mal.

 

Die eigene internationale Geschäftstätigkeit beurteilen derzeit 62 Prozent mit „schwach“ bis „sehr schwach“; (Frühjahr 2019: 9,4 Prozent). Immerhin antworteten 27,9 Prozent (Frühjahr 2019: 60,9 Prozent) mit „stabil“ und besser.

  

Nennenswertes internationales Wachstumspotenzial wird so gut wie nirgendwo gesehen, auch wenn ASIEN die Führungsposition mit 55,7 Prozent nach 60,9 Prozent vor einem Jahr behauptet. Dahingegen büßen die USA massiv ein: 6,6 Prozent der Nennungen nach 21,9 Prozent im Frühjahr 2019.

  

Mit ca. 59 Prozent quasi unverändert geben die Weltmarktführer an, unter konkreten Handelshemmnissen zu leiden. Die USA werden am häufigsten genannt, aber auch Italien findet Erwähnung. Deutlich zunahm der Anteil derjenigen, die mit „Ja, sehr“ antworteten (27,9 Prozent nach 10,9 Prozent im Frühjahr 2019). 18 Prozent (vormals: 10,9 Prozent) fühlen sich durch die Hemmnisse nicht betroffen.

  

Ausgesprochene positive Bewertungen erhält die Wirtschafts- und Finanzpolitik der Bundesregierung. „Befriedigend“ und besser sagen 71 Prozent der Weltmarkführer (Herbst 2019: 42,6 Prozent). Auf „gut“ bzw. „sehr gut“ entfallen davon 40,3 Prozent (Frühjahr 2019: 21,9 Prozent). 11,3 Prozent charakterisieren die Wirtschafts- und Finanzpolitik mit „mangelhaft“ bzw. 0 Prozent mit „ungenügend“. Im Frühjahr 2019 hatten sich beide Bewertungen auf zusammen 12,5 Prozent belaufen.

 

Fliehkräfte

“Es zeichnet sich unübersehbar ab, dass die Polarisierung im Wettbewerb immer markantere Züge annimmt. Während die deutliche Mehrheit der Unternehmen ziemlich düstere Prognosen skizziert, sind gleichzeitig zunehmend Stimmen zu hören, die die Pandemie als Chance begreifen, Marktanteile hinzu zu gewinnen. Das gilt insbesondere im B2B-Bereich und ist auch der Tatsache geschuldet, dass der Deutschen Wirtschaft dank des agilen Mittelstands vergleichsweise gute Chancen eingeräumt werden, schnell wieder Boden gutzumachen”, erläutert Prof. Dr. Christian Rödl, Vorsitzender der Geschäftsleitung von Rödl & Partner.

  

Zum Weltmarktführerindex

Die deutschen Weltmarktführer – ob börsennotiert oder nicht – werden seit Frühjahr 2018 halbjährlich anonym um ihre Einschätzungen zu aktuellen wirtschafts- und finanzpolitischen Themen gebeten.

 

Als Kriterien gelten: Der Stammsitz muss in Deutschland liegen, die Unternehmen müssen auf mindestens 3 von 6 Kontinenten tätig sein, der Jahresumsatz muss mindestens 50 Millionen Euro betragen, der Exportanteil/Auslandsumsatz muss mindestens 50 Prozent des Umsatzes ausmachen und das Unternehmen muss weltweit die Marktposition (im Umsatz) 1 oder 2 im relevanten Marktsegment inne haben. Die ermittelten Weltmarktführer müssen zudem objektiv und transparent überprüfbare Kriterien erfüllen. Rödl & Partner und die Universität St.Gallen fühlen sich diesen strengen Maßstäben verpflichtet.

  

Ziel des Rödl & Partner-Weltmarktführerindex ist es, den Puls der Weltmarktführer zu messen und dadurch frühzeitig auftretende Chancen und Gefahren für den „Motor der deutschen Wirtschaft“ zu erkennen.

  

Der Rödl & Partner-Weltmarktführerindex basiert auf dem Weltmarktführerindex für den DACH-Raum der Universität St.Gallen. Hauptinitiator dieses Indexes war die Würth Group.

  

Die wissenschaftliche Leitung des Projektes liegt bei Prof. Dr. Christoph Müller von der HBM Unternehmerschule, die Teil der Executive School of Management, Technology & Law der Universität St.Gallen ist.

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