Audit 2.0: Effekte der Digitalisierung auf die Jahresabschlussprüfung

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zuletzt aktualisiert am 22. August 2016

Die Digitali­sierung hat bis heute bereits in nahezu alle unsere Lebens­bereiche Einzug gehalten; Daten sind „der Rohstoff des 21. Jahrhunderts”. Big Data spielt dort eine wesentliche Rolle. Der digitale Wandel bringt neue Geschäftsmodelle hervor, so dass sich Geschäfts- und Prozessrisiken verändern und neue Chancen entstehen – auch für die Wirtschaftsprüfung. Daher gilt es, die entstehenden Potenziale der Digitalisierung für eine effiziente Prüfungs­durchführung zu nutzen.
 



Schon jetzt ist ein beträchtlicher Teil der Prozesse im Unternehmen automatisiert und es entstehen tagtäglich immense Datenmengen – Tendenz klar steigend. Von dieser Entwicklung sind alle Unternehmensgrößen und -bereiche betroffen, auch die Buchführung. So werden Buchungsbelege künftig z.B. lediglich digital vorliegen und die Dokumentation der Kontroll­handlungen der Mitarbeiter nur noch in Datenbanken hinterlegt sein. Diese Veränderungen verlangen angepasste Prüfungstechniken und eine schrittweise Umstellung der Prüfung auf digitale Techniken.
 

Von der traditionellen zur hybriden Prüfung

Der Weg von der traditionellen zur digitalisierten Prüfung ist lange und hängt in großen Teilen vom Grad der Digitalisierung des Mandanten ab. Existieren kaum automatisierte Buchungen und werden beim Mandanten v.a. manuelle Prozesse getätigt, muss auch in der Jahresabschlussprüfung auf einfache Hauptbuch­analysen und eine manuelle Prüfung des internen Kontrollsystems (IKS) zurückgegriffen werden. Hat der Mandant aber bereits mit der Digitalisierung begonnen, Buchungen teilweise automatisiert und das interne Kontrollsystem im ERP- oder Workflow-Programm integriert – heute der Status quo bei vielen Unternehmen –, sind IKS-Prüfungen mit Datenanalysen sowie risikoorientierte Stichproben, die auf Auffälligkeiten basieren, möglich. Für eine effiziente Prüfung muss sich der Abschlussprüfer darauf einstellen und vermehrt mit digitalen Prüfungshandlungen und Datenanalysen reagieren.
 

Von der hybriden zur digitalisierten Prüfung

Ist das interne Kontrollsystem vollständig digitalisiert und die Buchhaltung automatisiert, können z.B. externe Belege und Transaktionen digital verknüpft und IKS-Prüfungen in Echtzeit durchgeführt werden. Eine kontinuierliche und damit weitestgehend automatisierte Überwachung – Stichwort Continuous Auditing – kann dazu beitragen, Jahresabschlüsse zeitnah zu prüfen und Ergebnisse auch kurzfristig veröffentlichen zu können. Zudem wird durch die Automatisierung ein besseres Kontrollniveau und somit eine Reduktion der Fehlerquote erreicht – heute noch angestrebtes Zukunftsszenario.
 
Daneben zeigen sich innovative Technologien, die Kommunikation, Abrechnung, aber auch Vertragsabschlüsse auf ganz neue Art ermöglichen. Als Beispiel sei auf die Block Chain-Technologie verwiesen, die derzeit insbesondere von Versicherungen und Banken als die Technologie der Zukunft eingestuft und bereits eingesetzt wird. Dabei handelt es sich um eine in viele Blöcke aufgeteilte Datenbank, die über Verschlüsselungstechnologien gesichert sind. Die älteste Block Chain wird für die digitale Währung Bitcoin genutzt.
 

Fazit

Um die Vorteile der Digitalisierung im Bereich der Prüfung voll ausschöpfen zu können, bedarf es noch Zeit. Doch die ersten Schritte können und müssen gemacht werden. Im Rahmen des Projekts eAudit 2.0 treiben wir bei Rödl & Partner die Digitalisierung der Abschlussprüfung voran. Neben der Einführung einer weltweit einheitlichen Prüfungssoftware steht z.B. die Integration der IT-Aspekte und der Datenanalyse in die Abschlussprüfung im Fokus. So wird die Prüfungsmethodik schrittweise umgestellt und kontinuierlich an die sich fortentwickelnde digitale Welt angepasst.
 
Offenheit gegenüber Transformations- und Innovationsprozessen ist dabei unabdingbar, sowohl auf Mandanten- als auch auf Prüferseite. Die Einführung angepasster Arbeitsprozesse und der Einsatz neuer Prüfmethoden sind über kurz oder lang nicht mehr wegzudenken. Höhere Sicherheit und Wirtschaftlichkeit sowie eine schnelle Einsicht und ein leichter Überblick über alle Prozessschritte bei der Abschlussprüfung sind der Lohn.

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