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Aktuelle Einschätzung der wirtschaftlichen Folgen der Covid-19-Pandemie

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veröffentlicht am 2. Juni 2021 | Lesedauer ca. 3 Minuten

  

Die Covid-19-Pandemie hatte seit ihrem Ausbruch in Deutschland im März 2020 dazu geführt, dass, im Vergleich zu den letzten zehn Jahren zuvor, das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im gleichen Jahr um rund fünf Prozent zurückgegangen war. Seit der Finanzkrise in 2009 war das der stärkste BIP-Rückgang.

  

  

  

Baldige wirtschaftliche Erholung mit voranschreitender Immunisierung in Sicht

Nach einer rückläufigen Wirtschaftsleistung im ersten Quartal 2021 zeichnet sich für die deutsche Wirtschaft nunmehr eine positive Trendwende ab. Aufgrund der zunehmenden Verfügbarkeit von unterschiedlichen Impfstoffen und der raschen Fortschritte beim Covid-19-Impfprozess mit fallenden Infektionszahlen seit den letzten Wochen geht der Internationale Währungsfond (IWF) derzeit davon aus, dass die deutsche Wirtschafts­aktivität im 2. Quartal 2021 wieder in Schwung kommt. Unter der Voraussetzung, dass sich die Impf­geschwin­digkeit weiterhin erhöht, ist für das 2. und 3. Quartal jeweils mit einem positiven Wirtschaftswachstum zu rechnen. Für das 4. Quartal 2021 dürften sogar 3,8 Prozent Wachstum erzielt werden.
 
Darüber hinaus schätzen viele, insbesondere exportorientierte, Industrieunternehmer ihre Geschäftsaussichten für die kommenden Monate vorsichtig optimistisch ein, bspw. im Maschinen- und Fahrzeugbau sowie im Bereich der Elektrotechnik. Vor allem die bereits eingesetzte konjunkturelle Erholung in den für Deutschland bedeutenden Absatzmärkten USA und China könnte die Nachfrage nach deutschen Produkten weiter erhöhen. Vor dem Hintergrund hoher Exporterwartungen, vor allem für Waren im Industriebereich, macht die Bundes­regierung auf die immer stärker zunehmende Bedeutung für die Einhaltung der internationalen Lieferketten aufmerksam.
 

Nachholeffekte im Bereich der Dienstleistungen

Zudem dürften sich im Dienstleistungsbereich bzw. für bestimmte Teile des stationären Einzelhandels, wie bspw. in den Branchen Gastronomie, Tourismus, Hotellerie, Konferenztechnik, Messen, Kunst und Unter­haltung, die bislang nur unter sehr einschränkenden Bedingungen arbeiten konnten, wirtschaftliche Nachholeffekte für die kommenden Monate ergeben. Demzufolge könnte hierdurch die lang ersehnte wirtschaftliche Erholung allmählich wieder einsetzen und zu einem stärkeren Wirtschaftswachstum im weiteren Jahresverlauf 2021 führen. Allerdings wird es vermutlich noch eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen, bis die volle Umsatzstärke vieler Unternehmen erreicht sein wird.
 
Zugleich ist zu beobachten, dass die Mitarbeiter in bestimmten Branchen, die in der Pandemie erheblich heruntergefahren oder sogar geschlossen waren, bspw. bei Messe- und Konferenztechnik sowie den damit verbundenen Sektoren, zwischenzeitlich in andere Branchen abgewandert sind. Trotz der staatlichen Wirtschaftshilfen reichte das Kurzarbeitergeld für Mit­arbeiter der betroffenen Bereiche oftmals nicht aus, so dass sich diese Mitarbeiter um alternative Arbeits­stellen bemühen mussten. Diese waren häufig branchenfremd, jedoch in der Pandemiezeit sicher. Nach der nunmehr allmählich eintretenden Verbesserung der Covid-Situation ist festzustellen, dass viele der betref­fenden Mitarbeiter nicht in ihre ursprüngliche Branche zurückkehren. Folglich fehlt in den Branchen, die sukzessive ihre Geschäftsaktivitäten wieder hochfahren, entsprechendes qualifiziertes Personal.
 

Vorsichtig optimistische Prognose

Sollten sich wirtschaftliche Nachholeffekte für die kommenden Monate ergeben, u.a. begünstigt durch die während der Pandemie angesammelten Ersparnisse der Verbraucher, und sich die global ansteigende Nachfrage nach Waren und Dienstleistungen weiterhin rasch fortsetzen, dürfte nach Einschätzung der deutschen Bundesregierung das BIP in Deutschland Anfang 2022 sogar wieder das Covid-19-Vorkrisenniveau erreichen. Für das aktuelle Jahr 2021 geht die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Ent­wick­lung (OECD) derzeit von einem Wirtschaftswachstum von 3,3 Prozent und die Bundesregierung sogar von 3,5 Prozent aus. Voraussetzung hierfür ist jedoch eine weitere Verbesserung der Covid-Bekämpfung, vor allem durch steigende Impfquoten ohne ein erneutes Herunterfahrens einzelner Wirtschaftsbranchen.
 
Zugleich bleibt jedoch fraglich, wie sich das Wirtschaftswachstum in 2021 weiter entwickeln wird, wenn der Impfprozess beeinträchtigt oder gar neue unbekannte Virusvarianten zu einer neuen Covid-19-Infektionswelle führen könnten. Eine weitere Gefahr könnte sogar sein, dass die wirtschaftliche Erholung sodann global uneinheitlich verlaufen wird. Aufgrund dieser noch nicht einzuschätzenden Faktoren bleibt der weitere Verlauf der Covid-Pandemie abzuwarten. Die staatlichen Hilfsprogramme der Bundesregierung zur Stützung und Stabilisierung der Wirtschaft sollten demnach nicht zu eilig wieder zurückgesetzt werden.
 

Nachhaltigkeit als Zielsetzung

Als weiterer wichtiger Motor für eine zukünftige nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung sollten zusätzliche Faktoren gleichermaßen berücksichtigt werden. Dies gilt vor allem für die Wirtschaftsbereiche Wasserstoff­technologien, Mobilfunknetzausbau, umweltfreundliche Kfz und Elektromobilität, verstärkter Ausbau der digitalen Infrastruktur sowie die Stärkung des Gesundheitssystems.
 
Letztendlich bleibt davon auszugehen, dass die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland maßgeb­lich vom weiteren Verlauf der Covid-19-Pandemie, der Einschränkungen zur Covid-19-Bekämpfung und der staatlichen Förderungen zur Stützung und Stabilisierung der Wirtschaft (auch in grüne Technologien) ab­hängen wird. Ebenso wird sich die voranschreitende wirtschaftliche und gesundheitliche Stabilisierung in den Absatz­ländern positiv auf die Erholung der deutschen Wirtschaft auswirken.

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