Russische Föderation: Versandhandel mit Medikamenten

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veröffentlicht am 17. März 2020 | Lesedauer ca. 1 Minute
 

Am 17. März 2020 unterzeichnete der russische Präsident im Zusammenhang mit der schwierigen epidemiologischen Lage eine Anordnung über die Möglichkeit des Internetverkaufs von rezeptfreien Medikamenten. Der Einzelhandelsverkauf von rezeptfreien Medikamenten wird gestattet für Apothekenorganisationen, die über eine Lizenz für die Ausübung pharmazeutischer Tätigkeit und eine entsprechende Genehmigung des Föderalen Aufsichtsdienstes im Bereich des Gesundheitswesens verfügen. Das Verfahren zur Ausstellung einer solchen Genehmigung für den Handel, die Anforderungen an die Apothekenorganisationen sowie das Verfahren für den Handel mit Medikamenten und die Vorschriften zu deren Auslieferung werden durch die russische Regierung festgelegt.

 

 
Der Präsident beauftragte außerdem die Regierung, die Kontrolle der Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften im Bereich des Medikamentenumlaufs zu intensivieren (insbesondere die Anforderungen hinsichtlich der obligatorischen Markierung von Medikamenten), des Weiteren sollen Maßnahmen zur Verhinderung der Verbreitung minderwertiger Medikamente ergriffen und Vorschläge zur Einbringung gesetzlicher Änderungen in Bezug auf die Belangung für Medikamentenfälschungen gemacht werden.

 

Die Einführung eines eigenständigen Gesetzes über den Versandhandel mit rezeptfreien Medikamenten wurde im Jahr 2017 diskutiert, jedoch wurde das Vorhaben nach der Verabschiedung in erster Lesung aufgrund von Kritik der Apotheken eingestellt und bislang nicht weiterverfolgt. Die Apothekenketten bestanden auf der Auslieferung der Medikamente durch pharmazeutisches Fachpersonal anstelle von einfachen Kurieren. Die Internet-Handelsplattformen sprachen sich gegen diese Bedingung aus, da nicht genug entsprechendes Personal vorhanden ist. 
 

Im Herbst 2019 erhielt das Unternehmen Ozon.ru (einer der größte russische Online B to C Verkäufer), das die Legalisierung des Internethandels mit Medikamenten nicht abwarten wollte, eine Lizenz für die Ausübung pharmazeutischer Tätigkeit, eröffnete Offline-Apotheken und begann mit der Auslieferung von Medikamenten. Ozon wandte folgendes Schema an: Der Käufer schließt einen Geschäftsbesorgungsvertrag mit dem Kurier, der die Medikamente für den Käufer abholt und an die gewünschte Adresse liefert. Einige Apothekenketten (z.B. „Rigla") folgten später dem Beispiel von Ozon.ru.

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