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Wirtschaftliche Auswirkungen der Corona-Pandemie in 2020

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veröffentlicht am 5. Februar 2021 | Lesedauer ca. 3 Minuten

  

Die Covid-19-Pandemie hat die deutsche Realwirtschaft im Jahr 2020 stark beein­trächtigt. Die einschneidenden Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie haben in zahlreichen Wirtschaftsbranchen zu Rückgängen der Wirtschaftstätigkeit bzw. zu teils starken Umsatzeinbrüchen geführt.

  

  

 

Negative wirtschaftliche Auswirkungen gab es vor allem in den Sektoren Tourismus, Verkehr, Gastronomie, Sport- und Freizeiteinrichtungen, Messe-, Kultur- und Eventwirtschaft sowie zum Teil im stationären Einzel­handel, aber auch in der Automobilindustrie und im Exportgeschäft. Hinzu kam, dass viele Industrie­unter­nehmen aufgrund von Störungen der Lieferketten stark beeinträchtigt waren.
 
Das hat dazu geführt, dass im Vergleich zu den letzten zehn Jahren das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in 2020 um insgesamt fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen ist. Allerdings wurde die deutsche Wirtschafts­leistung von Experten im April 2020 noch schlechter eingestuft. Das Ergebnis lässt sich u.a. auf die durch die Bundesregierung geleisteten zahlreichen Corona-Überbrückungshilfen zur Stützung der Wirtschaft zurück­führen. Dennoch ist dieser Rückgang der Stärkste seit der Finanzkrise in 2009 als das BIP in Deutschland um 5,7 Prozent zurückgefallen war.

 
Hingegen sahen sich andere Wirtschaftsbereiche mit weniger wirtschaftlichen Problemen konfrontiert. Unternehmen, die von den Geschäftsschließungen betroffen waren, konnten ihre Umsatzausfälle zumindest teilweise abfedern, so etwa die Unternehmen mit eigenem Online-Vertrieb.
 
Gleichzeitig arbeiteten andere Bereiche nahezu in vollem Umfang weiter und konnten sich gegen den Trend behaupten. Dort nahmen die Umsätze teilweise sogar deutlich zu, wie bspw. im Internethandel (E-Commerce) sowie zum Teil im Handel (Versandhandel: bspw. in der Möbelbranche). Hinzu kam, dass die Geschäfts­bereiche, in denen mobiles Arbeiten oder Home-Office bisher ermöglicht werden konnte, weniger von pandemie­bedingten Umsatzeinbrüchen betroffen waren.
 
Weitere Zunahmen bei den Auftragseingängen waren auch in der Industrieproduktion und im Verarbeitenden Gewerbe im November und Dezember des gleichen Jahres zu verzeichnen. Der Arbeitsmarkt fiel bislang zudem recht stabil aus. Gegenüber dem Vorjahr betrug die Arbeitslosenquote in 2020 5,9 Prozent (Vj.: 5,0 Prozent).
Zugleich haben sich infolge der Covid-Pandemie neue Marktnischen entwickelt, die sich bislang noch nicht etabliert hatten. Die betreffenden Bereiche konnten sogar von der Pandemie profitieren, etwa Hersteller von Mundnasenschutz-Masken, Entwickler von Corona-Impfstoffen, Online-Handel und Lieferdienste.
 

Deutlicher Aufschwung im Bereich der Digitalisierung

Es hat sich zudem gezeigt, dass technologische Innovationen einen deutlichen Aufschwung erfahren haben. Vor allem durch mobiles Arbeiten und Home-Office unter Einsatz von Kommunikationstools durch Video­konferenzen und Webinare. Anstelle von persönlichen Treffen fanden die Kontakte, u.a. geschäftliche Kontakte und Verhandlungen, nun zunehmend digital statt. In manchen Bereichen haben sich diese gegen­wärtig als eine alternative Arbeitsform etabliert. Weitere Beispiele für hohe Wachstumsraten zeigten sich in der Medizin­technik. Es ist abzusehen, dass sich durch weitere Entwicklungstrends neue Innovationen ergeben werden, die das Wachstum positiv beeinflussen können.

 
Insgesamt noch keine wirtschaftliche Erholung im 1. Quartal 2021 in Sicht

Es ist davon auszugehen, dass die deutsche Wirtschaft im 1. Quartal 2021 weiterhin von Corona-Ein­schrän­kungen aufgrund des pandemiebedingten aktuellen Lockdowns beeinträchtigt sein wird. Jedoch wird zugleich erwartet, dass sich die Wirtschaft ab dem 2. Quartal 2021 allmählich wieder erholen und sodann wieder Fahrt aufnehmen wird.
 
Für das Jahr 2021 schätzt die Bundesregierung, dass das BIP Deutschlands drei Prozent wachsen wird (preisbereinigtes BIP). Allerdings setzt die Prognose voraus, dass sich die Lage der Pandemie durch weiter sinkende Infektionszahlen im Zuge der stufenweisen Rücknahme der Corona-Beschränkungen und der erfolgreichen Durchführung der Impfungen langsam stabilisieren wird. Zu schnelle Lockerungen könnten das Infektionsgeschehen wieder ansteigen lassen.
 
Letztendlich bleibt davon auszugehen, dass die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland nach wie vor maßgeblich vom weiteren Verlauf der Corona-Pandemie, aber auch von den pandemie­bedingten Maßnahmen der Regierung zur Eindämmung des Virus und zur Stützung sowie Stabilisierung der Wirtschaft abhängen wird.

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Grit Campos Nave

Dipl.-Betriebswirtin (FH), Dipl.-Finanzierungs- und Leasingwirtin (VWA), Länderkoordinatorin

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