51 zu 49 – Dilma Rousseff gewinnt die Wiederwahl denkbar knapp

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Die bisherige und künftige linke brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff hat die gestrigen Wahlen denkbar knapp gegen ihren Herausforderer Aécio Neves aus dem Mitte-Rechts-Lager gewonnen.
Dieses Ergebnis demonstriert eindrucksvoll den derzeitigen Stand der Entwicklung des größten südamerikanischen Landes. Es ist zutiefst gespalten. In eine Mittelschicht, die viel arbeitet, viele Steuern zahlt und wenig dafür erhält und die Armen, die vom Staat (sprich der Arbeiterpartei PT) versorgt werden. Zeitungsberichten zufolge sollen mittlerweile rd. 50 Millionen Brasilianer von Sozialprogrammen wie Bolsa Familia und ähnlichen Förderinstrumenten profitieren. Einige nennen das sozialen Ausgleich, andere Stimmenkauf.
Gottseidank ist Brasilien allerdings nach wie vor viel zu groß (und unbeweglich), als dass es in der Praxis viel ausmachen würde, ob Dilma Rousseff oder Aécio Neves das Land führen. Brasilien hat 12 Jahre mit einer Regierung unter Führung der PT überlebt, das wird es auch noch einmal 4 Jahre schaffen. Ebenso wenig wie heute die Welt stehen geblieben ist, hätte die Wahl von Aécio Neves alles und sofort verändert. Natürlich sind die Finanzmärkte heute enttäuscht (- 5 Prozent für den Aktienindex IBOVESPA). Anderseits sind die aktuellen Herausforderungen für beide gleich – und dies seit gefühlten Ewigkeiten: die Entfremdung zwischen Bürger und Staat, eine fortschreitende Industrialisierung, Custo Brasil – das Synonym für ineffiziente Arbeitnehmerschaft, eine desolate Infrastruktur und eine überbordende Bürokratie und schließlich die Bekämpfung der Korruption.
Für Unternehmer, die Ihr Engagement in Brasilien überdenken, sind dies letztlich „nur” Rahmenbedingungen. Ungeachtet der aktuellen und künftigen Schwierigkeiten bleibt Brasilien ein hochgradig interessanter Markt mit 200 Millionen Konsumenten, mit einer Sprache und einem Rechtssystem. Diesen Markt zu ignorieren, kann jedenfalls nicht die Lösung sein.
Immerhin möchte Dilma Rousseff nach eigener Aussage ab sofort eine viel bessere Präsidentin sein. Vamos ver.

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