Internationaler Roll-Out einer ERP-Lösung – Maximal global, minimal lokal

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„Enterprise Resource Planning” (ERP) steuert softwarebasiert die Bereiche eines Unternehmens. Es ist häufig zentral für dessen Digitalisierungsstrategie und wird noch bedeutsamer, wenn sich ein Unternehmen internationalisiert – z.B. um Absatzmärkte zu erweitern oder Produktionskosten zu senken. Bei Unternehmen mit übergreifenden Prozessen kommen große Synergie-Effekte durch Intercompany-Prozesse hinzu. Die Erfahrung zeigt: Immer wieder werden internationale ERP-Projekte ausgebremst, weil zu kurz gedacht wird. 
 
ERP ist zentral für Digitalisierungsstrategie eines Unternehmens
 

Nationale ERP-Projekte sind bereits sehr komplex, Projekte in einem internationalen Kontext setzen noch eines oben drauf: Über Grenzen und Zeitzonen hinweg stellen sie bei Administration, Organisation und „Project Management Office” viel höhere Ansprüche an das Team.
 

Erfolgsfaktor globales Template

Die größten Effekte bringt ein solches Projekt, wenn ein globales Template für alle Länder erstellt wird. Ziel ist es, eine größtmögliche Schnittmenge an Prozessen und Funktionen für alle involvierten Länder zu erzeugen. Im Idealfall sind die operativen Abläufe gleich und die Unternehmensmandanten unterscheiden sich nur durch die landesspezifischen Notwendigkeiten. Es gibt aber auch landestypische Prozesse oder Gepflogenheiten des Marktes, die berücksichtigt werden müssen. Daher ist es wichtig, die Know-how-Träger der betroffenen Länder frühestmöglich in das Projekt zu involvieren, bestenfalls direkt in den Auswahlprozess. Vor dem eigentlichen ERP-Projekt empfiehlt es sich, eine Prozess-Strukturierung und Harmonisierung durchzuführen. Schon zu Beginn sollte der gesamte Lebenszyklus betrachtet werden: Wie wird bspw. der Support im Betrieb sichergestellt? Unterschiedliche Sprachen und Zeiten sind zu beachten, ebenso müssen Supportfenster für Wartungsarbeiten und das Einspielen von Updates geplant sein.
 

Kultur in internationalen ERP-Projekten

In großen, strategisch relevanten Projekten ist die Aufmerksamkeit des Managements einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren: Das muss Chefsache sein. Es ist schwerpunktmäßig kein IT-Projekt, sondern muss von den Prozess-Verantwortlichen aus den verschiedenen Bereichen begleitet werden. Es gilt v.a. die „Landesfürsten” abzuholen: Häufig befürchten sie, dass ihnen in die Karten geschaut werden könnte. Daher ist es wichtig, sie von Anfang an mit ins Boot zu holen und einzubeziehen. Es darf nicht der Verdacht aufkommen, dass die Muttergesellschaft ihnen etwas überstülpt oder aufzwingt. Hat man erst einmal einen „Projektfeind”, erschwert das die internationale ERP-Einführung bzw. den Roll-out ungemein oder macht ihn teilweise unmöglich.
 

Weiter muss die Kultur der beteiligten Länder für alle Team-Mitglieder transparent sein. In einigen Teilen Asiens bedeutet z.B. ein „Ja” nicht unbedingt ein „Ja”; in manchen englischsprachigen Ländern ein „Okay” lediglich das akustische Verstehen und noch keine Zustimmung. Hier gibt es entsprechende Weiterbildungen und Kurse, in die man investieren sollte. Ein Teil des Projekts bedeutet stets aktives Change Management: Häufig ändern sich während eines internationalen ERP-Projekts Organisationsstrukturen, Prozesse und Abläufe. Das muss aktiv begleitet und gemanagt werden.
 

Das richtige ERP-Produkt

Die Auswahl der passenden ERP-Lösung muss ganz am Anfang des internationalen Projekts stehen und alle Anforderungen der Länder erfüllen. Das kann fiskale, legale oder Compliance-Themen betreffen. In manchen Ländern sind spezielle Zertifizierungen notwendig, damit bspw. die Finanzbuchhaltung anerkannt wird. Zudem ist die Verfügbarkeit von bestimmten Sprachversionen wichtig: In einigen Unternehmensbereichen (Produktion, Lager, Logistik) ist die jeweilige Landessprache Pflicht, Englisch reicht nicht aus.

 

 Bitte beachten Sie:

  • Ein internationales ERP-Projekt muss Chefsache sein.
  • Die Komplexität ist dabei deutlich höher als bei einem nationalen ERP-Projekt.
  • Ein globales Template ist Pflicht; getreu dem Motto: „So viel wie möglich global, so wenig wie möglich lokal”.
  • Betreiben Sie zudem aktives Change Management, um auf sich ändernde Strukturen oder Prozesse reagieren zu können.

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Andreas Palsbröker

Geschäftsführer Rödl Dynamics GmbH

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