Sachzuwendungen und Betriebsveranstaltungen: Mitarbeiter verwöhnen im Einklang mit der Finanzbehörde

zuletzt aktualisiert am 21. Februar 2018

 

Als Familien­unternehmer fühlt man sich nicht nur seiner eigenen Familie sondern auch seinen Mit­arbeitern gegenüber eng verbunden. Schließlich sind sie es, die sich jeden Tag „an der Front” zu­sam­men mit ihm bewähren und so das über Generationen gewachsene Unternehmen weiter ent­wi­ckeln. Auch ist es gerade die langjährige Treue dieser Mitarbeiter, die dabei hilft, die Wogen der Zeiten zu bestehen.
 

 

Treue sollte belohnt werden können

Gerne möchte man sich als guter Chef bei seinen Mitarbeitern dafür erkenntlich zeigen. Eine Gehalts­erhöhung ist zwar ein probates Mittel, jedoch bleibt leider nach den ganzen Abzügen meist nur wenig davon übrig. Oft ist die Reaktion darauf mehr Frust als Freude.

Unser Gesetzgeber hat aber sehr wohl einen gewissen Spielraum gelassen, in dem man Mitarbeitern eine Freude machen kann. Warum nicht mal eine Arbeitsbesprechung mit einem netten Essen verbinden? Das muss (und darf) auch nicht ein großer Rahmen sein. Oftmals reicht es doch für die Anerkennung einer Leistung aus, dass man einen schönen Rahmen für ein Arbeitsessen bietet. Solange man hier unter 60 Euro brutto pro Arbeitnehmer bleibt, hat der Fiskus nichts dagegen.

Eines der beliebtesten Werkzeuge ist der Sachbezug. Hier gilt eine Freigrenze von 44 Euro pro Arbeit­nehmer (pro Monat). Die Anwendung ist weitreichend: vom Benzin-Gutschein und Eintrittskarten, über Jobtickets, Massagen am Arbeitsplatz und Prepaidkarten bis hin zu einer Kiste Wein lässt sich hier viel gestalten. Es sind immerhin die kleinen Dinge, die Freundschaften am Leben halten.

  

Wenn es ein bisschen mehr sein darf

Möchte man seinen Mitarbeiter mal so richtig belohnen, lässt man ihm ein Geschenk zukommen. Auch dabei hat man einen gewissen Spielraum, in dem man sich steuerfrei bewegen kann. Sofern das Geschenk als reine Aufmerksamkeit oder Gelegenheitsgeschenk eingestuft werden kann und 60 Euro brutto nicht über­steigt, ist dies steuerfrei möglich. Hierunter versteht man z. B. das Geburtstagsgeschenk für den Mitarbei­ter. Aber auch Namenstag, Dienstjubiläum, Hochzeit sowie Geburt oder Einschulung des Kindes können Anlass für eine Aufmerksamkeit sein. Solange man genügend persönliche Anlässe findet, kann man dies mehrmals im Jahr und neben dem oben dargestellten Sachbezug anwenden.


Sollte das Geschenk aber über den 60 Euro brutto liegen, muss es mit einer pauschalen Steuer nach § 37b EStG belegt werden. Sie beträgt 30 Prozent zzgl. SolZ und sämtlichen Nebenleistungen. Dies erscheint zwar teuer, es kommt jedoch auf die Geste an: Der Arbeitnehmer erhält ein wertvolles Geschenk und zahlt dafür nichts! Die Grenze liegt hier bei 10.000 Euro brutto. Das ist schon mal ein Wort. Als Arbeitgeber muss man trotzdem vorsichtig sein, da ein Geschenk schnell das Doppelte kosten kann.

  

Auch feiern ist erlaubt

Um sich gleich bei mehreren Kollegen zu bedanken, bietet sich oftmals eine Feier an. Wenn sie betrieblich veranlasst ist, kann die Feier mit einem Freibetrag bis 110 Euro brutto pro teilnehmenden Arbeit­nehmer steuerfrei veranstaltet werden. In diesen Freibetrag fließen alle Kosten der Veranstaltung: Essen und Trinken, Musik und Unterhaltung, Geschenke und unter bestimmten Umständen auch die An- und Abreisekosten.

  

Folgendes gilt es bei Betriebs­veranstaltungen zu beachten: man muss alle Mitarbeiter einladen (nicht nur ausgewählte). Eine Beschränkung auf eine bestimmte Unternehmenseinheit ist allerdings möglich. Wenn man Partner zu dem Event zulässt, wird dessen anteiliger Betrag dem Arbeitnehmer hinzugerechnet. Dadurch wird der Freibetrag schnell gerissen und der übersteigende Betrag muss versteuert werden.

Trotzdem kann man bei Betriebs­veranstaltungen schöne Szenarien gestalten und den Mitarbeitern ein echtes Zugehörigkeits­gefühl zu Teil werden lassen. Ausgeschöpft werden kann es 2-mal pro Jahr pro Mitarbeiter.

Angemerkt sei auch noch, dass private Zuzahlungen des Mitarbeiters steuerlich mit berücksichtigt werden können und man so leichter in der zulässigen steuerfreien Grenze bleibt. Dadurch lassen sich auch attraktive Betriebsausflüge im Einklang mit dem Fiskus durchführen.

 

Fazit

Wenn man die unterschiedlichen Möglich­keiten geschickt miteinander kombiniert, kann man sich als attraktiver, mitarbeiter­orientierter Arbeitgeber von der Konkurrenz abheben. Gerade in den heutigen Zeiten, in denen jeder über Fachkräftemangel klagt, ist es wichtig hervorzustechen. Der Slogan ”iPad vom Chef” ist daher nicht nur ein leeres Versprechen.


 Kontakt

Contact Person Picture

Nathalie Noder

Steuerberaterin

+49 911 9193 2507

Anfrage senden

 Wir beraten Sie gern!

Um die Website zu personalisieren und Ihnen den größten Mehrwert zu bieten, verwenden wir Cookies. Unter anderem dienen sie der Analyse des Nutzerverhaltens, um herauszufinden wie wir die Website für Sie verbessern können. Durch Nutzung der Website stimmen Sie ihrem Einsatz zu. Weitere Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.
Deutschland Weltweit Search Menu