Erfolgreich investieren in Kuba

zuletzt aktualisiert am 16. Mai 2018

 

Wie schätzen Sie die derzeitige wirtschaftliche Lage in Kuba ein?

Die Aussichten für die kubanische Wirtschaft haben sich seit Ende 2014 stetig verbessert. Wachsende Touristen­zahlen und höhere Auslands­überweisungen haben für eine Zunahme an Devisen­zuflüssen gesorgt. Negativ haben sich demgegenüber niedrigere Rohstoffpreise und geringere Öllieferungen aus Venezuela ausgewirkt. Die Aufhebung des US-Handelsembargos gegen Kuba ist seit der Wahl Donald Trumps zum neuen US-Präsidenten kein Thema mehr. 
 

Wie würden Sie das Investitionsklima in Kuba beschreiben? Welche Branchen bergen großes Potenzial?

Investitionen in Kuba sind realistisch betrachtet nach wie vor mit erheblichen Risiken verbunden. Wenn jedoch der kubanische Staat in seinem Jahresplan einer bestimmten Branche Priorität verleiht, so stehen den genannten Risiken auch überproportional hohe Chancen gegenüber. Die Sektoren, die derzeit ein besonders großes Potenzial bieten, sind
  • Landwirtschaft,
  • Tourismus,
  • Biotechnologie,
  • Medizingeräte sowie 
  • Erneuerbare Energien.

 

Welchen Herausforderungen steht ein deutscher Unternehmer beim Engagement in Kuba gegenüber?

Die derzeit größte Herausforderung ist die Beschaffung einer adäquaten Finanzierung von Projekten durch Bankdarlehen. Außerdem darf die Tatsache nicht unterschätzt werden, dass den staatlichen Geneh­migungs­behörden bei der Auslegung und Anwendung des Auslands­investitions­gesetzes ein weiter Ermessens­spielraum zusteht. Ohne ein gutes Netzwerk an lokalen Kontakten und viel Geduld ist die Umsetzung von Vorhaben deshalb sehr schwierig.
 

In der sog. „Cartera de Oportunidades” haben die kubanischen Ministerien eine Vielzahl von Projekten aufgelistet, die mit Hilfe von ausländischem Kapital und/oder Know-how verwirklicht werden sollen. Welche Chancen bieten sich dadurch für ausländische Investoren?

Die Lektüre und Analyse der „Cartera” kann dem ausländischen Investor einen guten Eindruck davon verschaffen, ob das von ihm vertriebene Produkt in Kuba voraussichtlich auf Interesse stoßen wird. Denn im sozialistischen Wirtschaftssystem Kubas ist „Bedarf” nicht gleich „Nachfrage”. Was nachgefragt wird und für welche Art von Importen somit Devisen bereitgestellt werden, bestimmt nach wie vor allein der kubanische Staat.  
  

Wie wird sich aus Ihrer Sicht Kuba weiterentwickeln?

Die schrittweise Normalisierung der politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zu den USA unter Präsident Obama hatte die mittel- bis langfristigen Perspektiven für ausländische Investitionen deutlich verbessert. Donald Trump hat nun einige (aber nicht alle) der erreichten Fortschritte wieder rückgängig gemacht. Aufgrund der geografischen Lage und den bereits durchgeführten Reformen (z.B. Schaffung einer Sonderwirtschaftszone im Hafen von Mariel) sind die künftigen Chancen in Kuba nach wie vor als herausragend zu bewerten.
 
 

 Kulturelle Besonderheiten in Kuba

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Dr. Andreas Voß, LL.M.

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