Erfolgreich investieren in Norwegen

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veröffentlicht am 24. Mai 2022 | Lesedauer ca. 3 Minuten


 

 

Wie beurteilen Sie die derzeitige wirtschaftliche Lage in Norwegen?

Norwegen hat die Pandemie ziemlich gut überstanden. Im Jahr 2020 verzeichnete Norwegen nur einen Rück­gang des BIP um 0,7 Prozent. Im Jahr 2021 stieg das BIP um 3,9 Prozent, und Norwegen verzeichnet nun ein schnelles Wachstum nach der Pandemie. Das Beschäftigungsniveau stieg bereits im Jahr 2021 über das Niveau vor der Pandemie.


Das ärgerlichste globale Ereignis, dass zweifellos auch Norwegen betrifft, ist die russische Invasion der Ukraine. Die Invasion hat zweifellos zu einer erhöhten Unsicherheit hinsichtlich der Auswirkungen auf die Welt­wirtschaft geführt. Norwegen hat die gleichen Sanktionen verhängt wie die EU. Obwohl die Volkswirtschaft Norwegens bis zu einem gewissen Grad durch einen Anstieg der Energiepreise gesichert ist, sind die Rohstoff­preise unsicher und die globalen Lieferketten fragiler, was zu höheren Preisen für Waren und Dienstleistungen führt. Wie viele andere Länder, erlebt Norwegen eine hohe Inflation, die zu einem großen Teil von den Energie­preisen und der globalen Unsicherheit angetrieben wird.


Die Pandemie hat jedoch gezeigt, dass die norwegische Wirtschaft stabil und widerstandsfähig und in der Lage, eine unerwartete, globale Krise zu bewältigen. Die jüngste Prognose der norwegischen Zentralbank zeigt ein anhaltendes Wachstum der norwegischen Wirtschaft. Der Leitzins liegt nun bei 0,75 Prozent und die norwegi­sche Zentralbank hat prognostiziert, dass er bis Ende 2023 ganze 2,5 Prozent erreichen wird.


Wie würden Sie das Investitionsklima in Norwegen beschreiben? Welche Branchen bergen das größte Potenzial?

In einer Situation zunehmender globaler Unsicherheit stellt Norwegens Investitionsklima einen Stabilitäts­im­puls dar und prognostiziert weiteres Wachstum.


Der 1. Platz im Demokratieindex von The Economist und die Top 10-Platzierung in Rankins zur Belastbarkeit von Unternehmen, globalen Talenten und Umweltleistung zeigen, dass die Bedingungen für Investitionen in Norwe­gen gut gegeben sind.


Der globale Wechsel von Erdöl zu erneuerbaren Energiequellen veranlasst auch Norwegen, verstärkt in Energie­sektoren wie Wasserkraft und Offshore-Wind zu investieren. Norwegen produziert bereits einen erheblichen Teil seines Energieverbrauchs an Land durch erneuerbare Energiequellen und energieintensive Sektoren wie Batteriefertigung und Rechenzentren sind bereits auf dem norwegischen Markt anzutreffen.


Welchen Herausforderungen steht ein deutscher Unternehmer beim Engagement in Norwegen gegenüber?

Norwegen ist durch das EWR-Abkommen mit dem europäischen Markt verbunden, aber Norwegen ist kein Mit­glied der EU. Unserer Erfahrung nach werden deutsche Unternehmen beim Eintritt in den norwegischen Markt mit einer Menge von Anforderungen in Bezug auf Registrierungs- und Meldeverfahren konfrontiert.


Alle ausländischen Auftragnehmer, die Arbeitnehmer und/oder Subunternehmer nach Norwegen entsenden, sind verpflichtet, sich in das Entsendungs- und Arbeitnehmerregister einzutragen.


Darüber hinaus ist die Gehaltsberichterstattung in Norwegen vom ersten Tag an obligatorisch, unabhängig von der Steuerschuld des Arbeitgebers und Arbeitnehmers.


Ähnlich dem dänischen Arbeitsmarkt zeichnet sich auch der Arbeitsmarkt Norwegens durch eine flache Hie­rarchie und ein hohes Maß an Flexibilität aus. Die norwegische Arbeitsgesetzgebung gewährleistet das Arbeits­umfeld der Arbeitnehmer den Schutz vor Entlassung, insbesondere in Bezug auf Umstände wie Schwanger­schaft, Alter, Krankheit usw.


Wie wird sich Norwegen Ihrer Meinung nach weiterentwickeln?

Norwegen zeichnet sich historisch gesehen über ein stabiles und kontinuierliches Wirtschaftswachstum aus. Wir glauben, dass die norwegische Wirtschaft diese positive Entwicklung weiter fortsetzen wird.


Norwegen muss jedoch zu einer Wirtschaft übergehen, die weniger von Öl und Gas abhängig ist. Wir haben vie­le Ressourcen, um uns anzupassen, aber Norwegen ist eine kleine Nation und muss ausländische Investoren anziehen und die notwendigen Investitionsmöglichkeiten bereitstellen.


Wir stehen dem weiteren Wachstum der norwegischen Wirtschaft positiv gegenüber und glauben, dass Norwe­gen interessante Investitionsmöglichkeiten für ausländische Unternehmen in vielen Sektoren bieten wird, ins­be­sondere für diejenigen, die eine grünere und nachhaltigere Präsenz anstreben.

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Johan S. Seland

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