Erfolgreich investieren in Myanmar

zuletzt aktualisiert am 3. April 2019

 

Wie schätzen Sie die derzeitige wirtschaftliche Lage in Myanmar ein?

Grundsätzlich ist weiter von einem soliden Wachstum von etwa 6 Prozent auszugehen. Das ist im Anbetracht des Potenzials sehr gering. Die Regierung hat erst Mitte 2018 wirtschaftliche Reformen in Angriff genommen und wichtige Schritte – wie die Gesellschafts­rechtsreform – umgesetzt.


Wie würden Sie das Investitionsklima in Myanmar beschreiben? Welche Branchen bergen großes Potenzial?

Während das Interesse der asiatischen Länder ungebremst ist, hat sich das der westlichen Länder aufgrund der Flüchtlingskrise im Westen des Landes abgekühlt. Die Regierung versucht dem durch die Umsetzung diverser Reformen sowie Öffnungen weiterer Wirtschaftszweige (bspw. Handel, Finanzsektor, Bildung sowie Ver­sicher­ungs­markt) entgegenzuwirken. Die Textilindustrie hat in den letzten Jahren Wachstumsraten zwischen 13 und 33 Prozent pro Jahr verzeichnet. Enormes Potenzial bietet auch die Tourismusindustrie.


Welchen Herausforderungen steht ein deutscher Unternehmer beim Engagement in Myanmar gegenüber?

Die Infrastruktur muss dringend ausgebaut werden. Das betrifft v.a. das Strom- und Verkehrsnetz. Die Bevölkerung ist sehr jung und Löhne sind grundsätzlich sehr niedrig, aber es mangelt an Fachkräften.


Wie weit ist Myanmar mit der Digitalisierung?

Durch die Öffnung des Telekommunikationssektors im Jahr 2013 konnte in Myanmar die Digitalisierung beginnen. Während 2013 nur 2 Prozent der Bevölkerung Zugang zum Internet hatten, liegt die Pene­trationsrate der mobilen Teilnehmer seit 2018 bei 100 Prozent. Die Mobile Internet Download-Geschwin­digkeit liegt mit mittlerweile 24,07 MBPS über dem weltweiten Durchschnitt. In ASEAN hat nur Singapur eine bessere Rate. Ein weiterer großer Schritt war die Einrichtung des elektronischen Firmenregisters im August 2018. Derzeit arbeitet die Regierung an der schrittweisen Einführung zur digitalen Steuerklärung sowie der Einrichtung einer Daten­bank für IP-Rechte. Auch die Schaffung eines digitalen Grundbuchs wird diskutiert. 


Wie wird sich aus Ihrer Sicht Myanmar weiterentwickeln?

Es ist nach wie vor von einem soliden Wachstum auszugehen. Entscheidend für die weitere Entwicklung wird u.a. der weitere zollfreie Zugang zu dem EU-Markt sein, der einer der wichtigsten Absatzmärkte – insbesondere für die lokale Textilbranche – darstellt. China plant diverse Infrastrukturprojekte im Rahmen der Belt-and-Road-Initiative. Myanmar wird sich allein aufgrund der ASEAN-Mitgliedschaft weiter öffnen. Das hat sich in den letzten 12 Monaten insbesondere durch die Öffnung neuer Grenzübergänge (Indien, Laos, Thailand) aber auch durch die Entwicklung internationaler Verkehrsprojekte – wie den Asian-Highway-Network – manifestiert.

 

 

 Kulturelle Einblicke in Myanmar (englisch)

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Lutz Koch

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