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Russisches Ministerium für Bildung und Wissenschaft verlangt Russisch-Grundkenntnisse von Arbeitsmigranten

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von Galina Krasnopolska und Paul Heit
 
Ab 1. Januar 2015 tritt das Föderale Gesetz Nr. 74-FZ vom 20. April 2014 in Kraft, welches Änderungen in das Föderale Gesetz Nr. 115-FZ „Über die rechtliche Lage von Ausländern in der Russischen Föderation” vom 25. Juli 2002 eingebracht hat.
 
Demnach sind Ausländer verpflichtet nachzuweisen, dass sie die russische Sprache beherrschen, um eine vorübergehende Niederlassungserlaubnis, eine Aufenthaltserlaubnis oder eine Arbeitsgenehmigung erhalten zu können.
 
Das Beherrschen der russischen Sprache ist nachzuweisen durch:
  • ein nach dem staatlich vorgegebenen Muster ausgestelltes Dokument über die erhaltene Ausbildung (mindestens abgeschlossene mittlere Reife), das im Hoheitsgebiet der ehemaligen UdSSR vor dem 1.09.1991 ausgestellt wurde, oder
  • ein Dokument über die Ausbildung und/oder Qualifikation, das an eine Person ausgestellt wurde, die die staatliche abschließende Eignungsprüfung im Hoheitsgebiet der Russischen Föderation nach dem 1.09.1991 erfolgreich abgelegt hat bzw. 
  • ein Zertifikat über der Beherrschung der russischen Sprache, der Geschichte Russlands und der Grundlagen des russischen Rechtssystems. Das Zertifikat gilt fünf Jahre ab dem Ausstellungsdatum.​ 
     
Zum Erhalt eines Zertifikats müssen Ausländer eine Prüfung unter anderem in Russisch bei einer akkreditierten Ausbildungsstätte ablegen. Diese Ausbildungsstätten sind einer gesonderten Liste zu entnehmen. Diese Liste kann auf der Homepage des Ministeriums für Bildung und Wissenschaft eingesehen werden (www.mon.gov.ru).
 
Durch die Anordnung Nr. 255 des russischen Ministeriums für Bildung und Wissenschaft vom 1. April 2014, die am 1. Juli 2014 in Kraft getreten ist, wurden 7 Stufen der Sprachkompetenz in Russisch als Fremdsprache, unter anderem Grundkenntnisse für die Arbeitsmigranten (TBUM/A1) formuliert.
 
Von den Arbeitsmigranten wird im Einzelnen verlangt:
  • kurze, einfache Texte aus unterschiedlichen Quellen (Namen der Zeitungen und Zeitschriften, Aufschriften, Aushänge, Wegweiser und Anzeigen) lesen und die Themen der Texte bestimmen zu können
  • das Vorgelesene schriftlich im Stil eines Aufsatzes unter Einbeziehungen eigener Überlegungen wiedergeben zu können
  • die wichtigsten Inhalte kurzer Monologe und Dialoge aus dem Sozial- und Alltagsleben verstehen zu können (Hörverständnis)
  • zusammenhängende und folgerichtige Äußerungen selbständig formulieren, den Gesprächspartner verstehen sowie seine Kommunikationsabsichten bei einer begrenzten Zahl von Alltagssituation bestimmen zu können
  • grammatische und lexikalische Fertigkeiten bei der Formulierung der Äußerungen über die eigenen Absichten bei einer begrenzten Zahl von Alltagssituation verwerten zu können​.  
     
Das lexikalische Minimum muss für Arbeitsmigranten bis zu 1.300 Einheiten betragen.
 
Ab 1. September 2014 treten die Vorschriften des Föderalen Gesetzes Nr. 74-FZ in Bezug auf folgende Punkte in Kraft:
  • die Anforderungen an ein Zertifikat über die Beherrschung der russischen Sprache, der Geschichte Russlands und der Grundlagen des russischen Rechtssystems
  • die Geltungsdauer des Zertifikats
  • das Verfahren und die Kriterien für die Aufnahme von Bildungseinrichtungen in die Liste der Bildungseinrichtungen, die Prüfungen in den betreffenden Fächern durchführen dürfen
  • die Form und das Verfahren für die Durchführung der Prüfungen
  • die Anforderungen an die Mindestkenntnisse für die Ablegung der Prüfungen
  • die technischen Anforderungen und das Verfahren für Ausstellung und Form des Zertifikats​ 
     
Die Prüfung dauert 2,5 Stunden. Für die Prüfung des Moduls "Russische Sprache” sind 80 Minuten, für das Modul „Geschichte Russlands” 35 Minuten und für das Modul „Grundlagen des russischen Rechtssystems” 35 Minuten vorgesehen. Die Module „Geschichte Russlands” und „Grundlagen des russischen Rechtssystems” beinhalten je 20 Multiple-Choice-Fragen. Insgesamt sind zur Zeit für diese Module je 100 Fragen festgelegt worden.
 
Die Fragen zur Geschichte Russlands beinhalten u.a. 19 wichtige Jahresdaten und rd. 50 Personen der russischen Zeitgeschichte (Schriftsteller, Komponisten, Wissenschaftler, Künstler unter anderem).
 
Die Fragen zu Grundlagen des Rechtssystems (insgesamt etwa 100 Fragen) beinhalten unter anderem:
  • Staatssymbole der Russischen Föderation
  • Fragen zum Verfassungsrecht
  • Fragen zum Ausländer- und Arbeitsrecht
  • Haftungsrecht
  • Fragen zum allgemeinen Zivilrecht
  • Fragen zum Familienrecht
  • Fragen über die Interaktion mit den staatlichen Behörden​  
Bei allen Fragen, die nicht die Russischkenntnisse als solche prüfen (also aus den Modulen „Geschichte” und „Rechtssystem”), soll die Benutzung von Wörterbüchern erlaubt sein.
 
Zurzeit wird über die Abstufung der Bestehensquote diskutiert. So sollen diejenigen, die eine Niederlassungserlaubnis oder Aufenthaltsgenehmigung erhalten wollen prozentual mehr Fragen richtig beantworten müssen, als diejenigen, die nur eine Arbeitserlaubnis beantragen wollen.
 
Von der Prüfungspflicht sind die sogenannten hochqualifizierten Spezialisten befreit. Allerddings müssen ihre Familienangehörigen, die sie nach Russland begleiten und hier eine Arbeitstätigkeit ausüben wollen sehr wohl die beschriebene Prüfung ablegen, soweit sie selbst die Voraussetzung für die Erteilung einer Arbeitserlaubnis für einen hochqulifizierten Spezialisten nicht erfüllen.​​

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