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Steuerrechtliche Änderungen zum 1. Januar 2021 – Übersicht

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aktualisiert am 17. Februar 2021 | Lesedauer ca. 9 Minuten


Auch 2021 sind zum Jahresbeginn wieder steuerrechtlich relevante Änderungen in Kraft getreten. Die wichtigsten haben wir hier für Sie aufgelistet.

 

Einkommensteuertarif

  • Grundfreibetrag steigt von 9.408 Euro auf 9.744 Euro (19.488 Euro für Ehegatten und eingetragene Lebenspartnerschaften)
  • Anpassung des Verlaufs des linear-progressiven Steuertarifs (Grenzsteuersatz von 42% ab 57.919 Euro bzw. bei Ehegatten/Lebenspartnerschaften ab 115.838 Euro; „Reichensteuer“ ab 274.613 Euro bzw. bei Ehegatten/Lebenspartnerschaften ab 549.226 Euro)

Solidaritätszuschlag

Rückführung des Solidaritätszuschlags in einem ersten Schritt zu Gunsten niedriger und mittlerer Einkommen: Vollständige Entlastung von ca. 90 Prozent der Zahler des Solidaritätszuschlags zur Lohnsteuer und veranlagten Einkommensteuer: 

  • Anhebung der Freigrenze beim Solidaritätszuschlag, z.B. tarifliche Einkommensteuer: Freigrenze 16.956 Euro/33.912 Euro (Einzel-/Zusammenveranlagung) statt bisher 972 Euro/1.944 Euro (Einzel-/Zusammenveranlagung)
  • „Milderungszone” im Anschluss an die Freigrenze zur Vermeidung eines Belastungssprungs: Begrenzung der zusätzlichen Grenzbelastung in der Milderungszone auf 11,9 Prozent (bisher 20 Prozent)


Bitte beachten: Solidaritätszuschlag auf Körperschaftsteuer ist weiter ungemildert zu entrichten. Auch bei Kapitaleinkünften, auf die nur 25% Abgeltungsteuer erhoben werden, ist auf die Abgeltungsteuer weiterhin der volle Solidaritätszuschlag zu zahlen. Es besteht die Möglichkeit, sich den Solidaritätszuschlag auf Kapitalerträge bei Vorliegen der entsprechenden Voraussetzungen hinsichtlich der Höhe der Einkünfte erstatten zu lassen, wenn die Kapitalerträge im Rahmen der Einkommensteuerveranlagung erklärt werden.


Familienleistungsausgleich

  • Erhöhung des monatlichen Kindergelds um 15 Euro je Kind auf 219 Euro für das erste und zweite Kind, 225 Euro für das dritte Kind und 250 Euro ab dem vierten Kind
  • Anhebung des Kinderfreibetrags auf 2.730 Euro (ein Elternteil) bzw. 5.460 Euro (Elternpaar); mit Freibetrag für den Betreuungs- und Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf: 4.194 Euro (ein Elternteil) bzw. 8.388 Euro (Elternpaar)

Außergewöhnliche Belastungen 

  • Höchstbetrag für die Berücksichtigung von Unterhaltsaufwendungen steigt auf 9.744 Euro (vorher: 9.408 Euro)
  • Behindertenpauschbetrag
    • Verdoppelung der Behindertenpauschbeträge. Neue Systematik von 10er Schritten beim Grad der Behinderung, die Höhe des Pauschbetrages richtet sich nach dem Grad der Behinderung und beginnt bereits ab einem Grad der Behinderung von 20 statt bisher 25. Der Behindertenpauschbetrag beträgt bei einem Grad der Behinderung von 20: 384 Euro, bei 30: 620 Euro, bei 40: 860 Euro, bei 50: 1.140 Euro, bei 60: 1.440 Euro, bei 70: 1.780 Euro, bei 80: 2.120 Euro, bei 90: 2.460 Euro und bei 100: 2.840 Euro.
    • Ersatzloser Wegfall der bisherigen zusätzlichen Anspruchsvoraussetzungen für den Behindertenpauschbetrag bei einem Behinderungsgrad von weniger als 50 (sog. „Minderbehinderte“)
    • Neu: behinderungsbedingte Fahrtkostenpauschale von entweder
      - 900 Euro für Menschen mit einem Grad der Behinderung von mindestens 80 oder einem Grad der Behinderung von mindestens 70 und dem Merkzeichen „G“ oder
      - 4.500 Euro für Menschen mit dem Merkzeichen „aG“, mit dem Merkzeichen „Bl“ oder dem Merkzeichen „H“
  • Pflegepauschbetrag:
    • Geltendmachung unabhängig vom Vorliegen des Merkmals „hilflos“ beim zu Pflegenden
    • Erhöhung des Pflegepauschbetrags für die Pflegegrade 4 und 5 von bisher 924 Euro auf 1.800 Euro
    • Neu: Pflegepauschbetrag für den Pflegegrad 2 von 600 Euro und für den Pflegegrad 3 von 1.100 Euro

Ehrenamtspauschale/Übungsleiterfreibetrag

Die Ehrenamtspauschale wird von 720 Euro auf 840 Euro erhöht, der Übungsleiterpauschbetrag von 2.400 Euro auf 3.000 Euro.

Gemeinnützigkeit

  • Anhebung der Grenze für den vereinfachten Zuwendungsnachweis von 200 Euro auf 300 Euro
  • Erhöhung der gewerbe- und körperschaftsteuerfreien Einnahmegrenze aus wirtschaftlichen Geschäftsbetrieben, die keine Zweckbetriebe sind, für gemeinnützige Organisationen von 35.000 Euro auf 45.000 Euro jährlich einschließlich Umsatzsteuer
  • Abschaffung der Pflicht zur zeitnahen Mittelverwendung für kleine Körperschaften mit jährlichen Einnahmen bis 45.000 Euro
  • Rechtssichere Ausgestaltung der Mittelweitergabe unter gemeinnützigen Organisationen  
  • Für das Vorliegen einer unmittelbaren Verfolgung der steuerbegünstigten Zwecke einer Körperschaft ist jetzt ausreichend, wenn sie satzungsgemäß durch planmäßiges Zusammenwirken mit mindestens einer weiteren, gemeinnützigen Körperschaft einen steuerbegünstigten Zweck verwirklicht. Die Tätigkeiten der zusammenwirkenden Körperschaften werden für die Erfüllung der Eigenschaft des Zweckbetriebs der jeweiligen Körperschaft als zusammengefasst betrachtet. Das erleichtert z. B. gemeinnützige Konzernstrukturen mit Servicegesellschaften, die der mittelbaren Zweckerfüllung dienen und für sich genommen keinen steuerbegünstigten Zweckbetrieb darstellen würden.
  • Neu im Katalog der gemeinnützigen Zwecke: „Klimaschutz“, „Ortsverschönerung“, „Freifunk“
  • Einrichtung eines zentralen Zuwendungsempfängerregisters beim Bundeszentralamt für Steuern zur Schaffung von Transparenz:
    • Öffentlich zugängliche Informationen darüber, wer sich wo für welche Zwecke einsetzt
    • Kernelement für die Digitalisierung der Spendenquittung
  • Steuerbefreiung der Organisationsleistungen von Sportdachverbänden
    • Spezielle Regelung für Organisationsleistungen von Dachverbänden bzgl. sportlicher Veranstaltungen ihrer Mitgliedsvereine
    • Organisatorische Leistungen stellen einen Zweckbetrieb dar
    • Steuerbefreiung nur für Sportveranstaltungen, an denen zu mehr als 50 % Amateursportler teilnehmen
    • Sportarten mit Ligabetrieb: Alle Sportveranstaltungen einer Liga/einer Saison gelten als einheitliche sportliche Veranstaltung, für die bereits zu Saisonbeginn abgeschätzt werden kann, ob überwiegend Amateursportler teilnehmen.

Mindestlohn

Der gesetzliche Mindestlohn erhöht sich ab 1. Januar 2021 von 9,35 Euro auf 9,50 Euro brutto je Zeitstunde. Zum 1. Juli 2021 erfolgt eine weitere Erhöhung auf 9,60 Euro brutto je Zeitstunde.

Beitragsbemessungsgrenzen in der Sozialversicherung

Die Beitragsbemessungsgrenzen in der Rentenversicherung erhöhen sich für 2021 auf folgende Werte: Jahreswert, in Klammern Monatswert
  • Allgemeine Rentenversicherung West: 85.200 Euro (7.100 Euro)
  • Allgemeine Rentenversicherung Ost: 80.400 Euro (6.700 Euro)
  • Knappschaftliche Rentenversicherung West: 104.400 Euro (8.700 Euro)
  • Knappschaftliche Rentenversicherung Ost: 99.000 Euro (8.250 Euro)
Die Beitragsbemessungsgrenzen in der Arbeitslosenversicherung entsprechen den Werten für die allgemeine Rentenversicherung.

Die Jahresarbeitsentgeltgrenze für den Wechsel in die private Krankenversicherung beträgt für 2021 64.350 Euro.

Die Beitragsbemessungsgrenze für den Höchstbeitrag in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung steigt für 2021 auf 58.050 Euro.

Künstlersozialabgabe

Die Künstlersozialabgabe steigt nicht wie ursprünglich festgelegt zum 1. Januar 2021 auf 4,4 Prozent, sondern bleibt unverändert bei 4,2 Prozent.

Lohnsteuer

Änderungen bei den Sachbezugswerten
  • Pauschbeträge bei Sachentnahmen (Eigenverbrauch): Neue Werte, siehe BMF-Schreiben vom 11. Februar 2021
  • Die Sachbezugswerte für Verpflegung erhöhen sich auf 263 Euro monatlich bzw. auf 1,83 Euro für ein Frühstück und 3,47 Euro für ein Mittag- oder Abendessen.
  • Die Sachbezugswerte für Unterkunft erhöhen sich auf 237 Euro/Monat (bei Unbilligkeit alternativer Ansatz mit dem ortsüblichen Mietpreis), der kalendertägliche Wert beträgt ab dem 1. Januar 2021 7,90 Euro; für eine Wohnung wird die ortsübliche Miete angesetzt (bei außergewöhnlichen Schwierigkeiten bei Feststellung der ortsüblichen Miete kann die Wohnung mit 4,16 Euro/qm und bei einfacher Ausstattung mit 3,40 Euro/qm angesetzt werden). 

Arbeitgeberzuschüsse zum Kurzarbeitergeld

Die durch das Corona-Steuerhilfegesetz vom 16. Juni 2020 eingeführte Steuerbefreiung für Zuschüsse des Arbeitgebers zum Kurzarbeitergeld und zum Saison-Kurzarbeitergeld, die für Lohnzahlungszeiträume, die nach dem 29. Februar 2020 beginnen, gilt und ursprünglich zum 31. Dezember 2020 enden sollte, wird auf Lohnzahlungszeiträume bis 31. Dezember 2021 verlängert.

Corona-Sonderzahlungen

  • Verlängerung der Zahlungsfrist für die Steuerbefreiung von Corona-Sonderzahlungen bis zu einem Betrag von 1.500 Euro, auch als Corona-Bonus bezeichnet, bis 30. Juni 2021 (bisher bis 31. Dezember 2020). 
  • Es handelt sich lediglich um eine Streckung des Zahlungszeitraums, es sollen keine über die bisherige Summe von 1.500 Euro hinausgehenden Zahlungen begünstigt werden.

Pendlerpauschale/Entfernungspauschale/Mobilitätsprämie

  • Erhöhung der Entfernungspauschale (Pendlerpauschale) ab dem 21. Entfernungskilometer auf 0,35 Euro pro Kilometer. Für die ersten 20 Entfernungskilometer beträgt sie weiterhin 0,30 Euro pro Kilometer. Die Erhöhung gilt befristet bis zum 31. Dezember 2026 (für die Jahre 2024 bis 2026 erfolgt eine weitere Erhöhung ab dem 21. Entfernungskilometer um 0,03 Euro auf dann 0,38 Euro je Entfernungskilometer). 
  • Mobilitätsprämie: Für diejenigen Pendler, die aufgrund ihres niedrigen Einkommens keine Einkommensteuer zahlen, besteht die Möglichkeit, die Auszahlung einer Mobilitätsprämie als Alternative zur Entfernungspauschale ab dem 21. Entfernungskilometer zu beantragen. Dies ist ebenfalls bis zum 31. Dezember 2026 befristet.

Homeoffice

  • Neu: Homeoffice-Pauschale von 5 Euro pro Kalendertag, an dem die betriebliche oder berufliche Tätigkeit ausschließlich in der häuslichen Wohnung ausgeübt wird. 
  • Insgesamt können im Rahmen der Homeoffice-Pauschale höchstens 600 Euro im Jahr angesetzt werden, d.h. es werden maximal 120 Tage Homeoffice im Jahr gefördert. 
  • Die Homeoffice-Pauschale kann in Anspruch genommen werden, wenn kein häusliches Arbeitszimmer vorliegt oder auf den Abzug der Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer verzichtet wird.  
  • Befristung der Homeoffice-Pauschale auf den Zeitraum 1. Januar 2020 bis 31. Dezember 2021

Investitionsabzugsbetrag

  • Verlängerung der Frist für die Verwendung des Investitionsabzugsbetrages für die Tätigung einer begünstigten Investition auf 4 Jahre, wenn die 3jährige Investitionsfrist im Jahr 2020 ausläuft (Maßnahme aufgrund der Corona-Pandemie)
  • Einheitliche Gewinngrenze von 200.000 Euro für alle Einkunftsarten für die Inanspruchnahme von Investitionsabzugsbeträgen. Anhebung der begünstigten Investitionskosten auf 50 Prozent von bisher 40 Prozent der voraussichtlichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten. Es werden auch vermietete Wirtschaftsgüter im Jahr der Investition und im Folgejahr begünstigt. Diese Änderungen wurden mit dem Jahressteuergesetz 2020 eingeführt und gelten bereits für Investitionsabzugsbeträge und Sonderabschreibungen, die in nach dem 31. Dezember 2019 endenden Wirtschaftsjahren in Anspruch genommen werden.

Umsatzsteuer

  • Steuersatzänderung: Die Absenkung der Umsatzsteuersätze durch das 2. Corona-Steuerhilfegesetz endet, d.h. für Umsätze, die mit 16 Prozent besteuert wurden, beträgt die Umsatzsteuer wieder 19 Prozent und für Umsätze, die mit 5 Prozent besteuert wurden, wieder 7 Prozent. Im Gastronomiebereich bleibt der Steuersatz für Restaurant- und Verpflegungsdienstleistungen (außer Getränke) bis 30. Juni 2021 bei 7 Prozent.
  • Reverse Charge: Erweiterung der Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers auf Telekommunikationsdienstleistungen, wenn der Leistungsempfänger ein sog. Wiederverkäufer ist, d.h. wenn er derartige Leistungen üblicherweise einkauft, um sie weiterzuveräußern; zum Nachweis der Wiederverkäufereigenschaft kann dem Unternehmer auf Antrag oder von Amts wegen eine Bescheinigung nach dem Vordruckmuster USt 1 TQ durch das zuständige Finanzamt erteilt werden.
  • Erweiterung bei steuerfreien Leistungen: Förderung des öffentlichen Gesundheitswesens, Pflege- und Betreuungsleistungen, Beherbergungsleistungen gegenüber Kindern, Schülern und Studierenden sowie Verpflegungsdienstleistungen für Kinder in Kindertageseinrichtungen
  • Neuregelung der Durchschnittsbesteuerung land- und forstwirtschaftlicher Betriebe, Einführung einer Umsatzgrenze von 600.000 Euro
  • Umsatzsteuervoranmeldung für Unternehmensgründer: Die zwingende Pflicht zur monatlichen Übermittlung von Umsatzsteuer-Voranmeldungen für Neugründer wird bis zum Besteuerungszeitraum 2026 ausgesetzt. Danach soll anhand einer Evaluation über die weitere Handhabung entschieden werden. Die Abgabe der Voranmeldungen richtet sich damit für Neugründer ab 2021 nach den allgemeinen Grenzen für monatliche oder quartalsweise Voranmeldungen.
Hinweis: Zu den anstehenden Änderungen bei der Umsatzsteuer in Zusammenhang mit der Umsetzung der 2. Stufe des Digitalpakets/E-Commerce-Pakets der EU, die ab 1. Juli 2021 in Kraft treten, zu den neuen Vorschriften zur Registrierung zum sog. One Stop Shop-Verfahren, die ab 1. April 2021 in Kraft treten, und zu weiteren Änderungen finden Sie unter dem Beitrag Umsatzsteuer Digitalpaket/E-Commerce-Paket: Änderun­gen für 2021 und weitere durch das Jahressteuergesetz 2020.

Verbilligte Wohnraumvermietung

Die Grenze, bis zu der Vermieter bei verbilligter Überlassung einer Wohnung die gesamten Werbungskosten ohne Aufteilung in einen entgeltlichen und unentgeltlichen Anteil von den Mieteinnahmen abziehen können, wird auf 50 Prozent der ortsüblichen Miete gesenkt (bisher 66 Prozent). Für den Miethöhenbereich zwischen 50 Prozent und 66 Prozent der ortsüblichen Miete muss allerdings als zusätzliche Voraussetzung die Einkünfteerzielungsprognose positiv ausfallen (Missbrauchsvorbeugung).

Verlustverrechnung

  • Befristete Erweiterung des steuerlichen Verlustrücktrags: Anhebung der Höchstbetragsgrenzen für Verluste der Veranlagungszeiträume 2020 und 2021 bei Einzelveranlagung von 1 Million Euro auf 5 Millionen Euro bzw. bei Zusammenveranlagung von 2 Millionen Euro auf 10 Millionen Euro.
  • Verzinsung bei einem vorläufigen Verlustrücktrag für 2020 in der Veranlagung für 2019: Sicherstellung eines Gleichlaufs der Regelungen für Nachzahlungs- und Erstattungszinsen sowohl für den ursprünglichen Abzug des vorläufigen Verlustvortrags als auch für dessen spätere Hinzurechnung, um möglichen Steuersparmodellen entgegenzuwirken. Anzuwenden ab Veranlagungszeitraum 2021.
  • Verluste aus Termingeschäften, insbesondere aus dem Verfall von Optionen, können nur mit Gewinnen aus Termingeschäften oder Erträgen aus Stillhaltergeschäften verrechnet werden. Die Verlustverrechnung ist auf 20.000 Euro jährlich beschränkt (Erhöhung von 10.000 EUR). Darüber hinausgehende Verluste können auf Folgejahre vorgetragen werden. Eine Verrechnung mit anderen Kapitalerträgen ist nicht möglich. Die gesamte Regelung ist auf Verluste anzuwenden, die nach dem 31. Dezember 2020 entstehen.
  • Rückwirkende Anwendung auf Verluste aus der Ausbuchung wertloser Wirtschaftsgüter oder der ganzen oder teilweisen Uneinbringlichkeit einer Kapitalforderung, die nach dem 31. Dezember 2019 entstehen: Anhebung der im laufenden Kalenderjahr verrechenbaren Verluste auf 20.000 Euro (statt bisher 10.000 Euro).

Wohnungsbau-Prämie

  • Die förderfähige Sparsumme für die Wohnungsbauprämie erhöht sich von 512 Euro auf 700 Euro für Alleinstehende (Erhöhung von 1.024 Euro auf 1.400 Euro für Verheiratete).
  • Die Prämie beträgt neu 10 Prozent statt bisher 8,8 Prozent der jährlichen Einzahlungen.
  • Die Einkommensgrenze (zu versteuerndes Einkommen) für die Wohnungsbauprämie steigt auf 35.000 Euro für Alleinstehende sowie auf 70.000 Euro für Verheiratete bzw. bei Lebenspartnern (bisher 25.600 Euro/51.200 Euro).
  • Erstmalige Anwendung für das Sparjahr 2021.

Restrukturierungen

Neuerungen durch das Gesetz zur Fortentwicklung des Sanierungs- und Insolvenzrechts:
  • Einführung eines Rechtsrahmens für Restrukturierungen, mit dem Insolvenzverfahren abgewendet werden können
  • Umsetzung der europäischen Restrukturierungs- und Insolvenzrichtlinie (EU 2019/1023)
  • Weiterentwicklung des geltenden Sanierungs- und Insolvenzrechts
  • Übergangsweise Reduzierung des für die Überschuldungsprüfung maßgeblichen Prognosezeitraums auf vier Monate für Unternehmen, deren Überschuldung auf die Covid-19-Pandemie zurückzuführen ist. Die Verkürzung des Prognosezeitraums gilt bis Ende des Jahres 2021.
  • Aussetzung der Insolvenzantragspflicht bis zum 31. Januar 2021 unter bestimmten Umständen für Unternehmen, bei denen die Auszahlung der seit dem 1. November 2020 vorgesehenen staatlichen Hilfen anlässlich der Covid-19-Pandemie noch aussteht
  • Fortentwicklung der Sanierungsmöglichkeiten im Insolvenzverfahren:  
    • Verzicht auf die Bestellung eines Insolvenzverwalters in sog. Eigenverwaltungsverfahren grundsätzlich nur für gut und solide vorbereitete Vorhaben
    • Rechtssicherer Weg für Unternehmen zu den eigenverwaltungsbasierten Sanierungsoptionen
    • Neue Anforderungen gelten nicht für Unternehmen, deren Insolvenz auf die Corona-Pandemie zurückzuführen ist

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