Nachgehakt: EMMA am Mainzer Winterhafen

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Die Mainzer Mobilität testete im August einen autonom fahrenden, elektrisch betriebenen Kleinbus. Gemeinsam mit der R+V Versicherung und der Mainzer Stadtwerke als Projektpartner wurde das Shuttle EMMA auf einer fest einprogrammierten Strecke entlang des Mainzer Winterhafens eingesetzt. Wir wollten mehr zu dem Projekt erfahren und haben bei der Geschäftsführung nachgehakt.


RP: Wie lässt sich der Testmonat mit der autonom fahrenden EMMA kurz und prägnant resümieren?
Ein toller Erfolg und ein wunderbares Lernfeld – für uns, unsere Mitarbeiter*innen, die Mainzer*innen und alle Projektbeteiligten.

 

RP: Wie viele Fahrgäste nutzten das Angebot am Mainzer Winterhafen?
Wir hatten in den vier Betriebswochen knapp 3.300 Fahrgäste, was bei einer Maximalbesetzung von nur acht Personen durchaus beachtlich ist.

 

RP: Wie war die Resonanz der Fahrgäste sowie der anderen Verkehrsteilnehmer gegenüber EMMA?
Wir haben wahnsinnig viele positive Rückmeldungen erhalten. Die Menschen waren total offen gegenüber dieser neuen Technologie. Gleichzeitig hat die gute Resonanz auch sehr viel positive Energie bei den im Projekt beteiligten Mitarbeiter*innen freigesetzt.

 

RP: Gab es nennenswerte Zwischenfälle?
Bis auf eine Türstörung, die EMMA für einen Tag lahm gelegt hat, hatten wir keine Zwischenfälle.

 

RP: Welche Erkenntnisse ergeben sich aus der wissenschaftlichen Begleitstudie, die vom Psychologischen Institut der Mainzer Universität und der TH Bingen durchgeführt wurde?
Die detaillierten Auswertungen laufen noch. Erkennbar ist aber schon, dass sich die Ergebnisse aus den Fahrgast- und Passantenbefragungen mit unseren subjektiven Eindrücken aus der Projektphase decken: Wir erleben eine sehr große Offenheit gegenüber neuen Mobilitätsformen und dem autonomen Fahren. Die Menschen erwarten, dass wir uns damit beschäftigen und bestärken uns darin, am Ball zu bleiben.

 

RP: Was schlussfolgern Sie aus dem Projekt für die zukünftige Mobilitätsabwicklung in Mainz?
Die Mobilitätsbedürfnisse der Menschen wandeln sich und darauf müssen und wollen wir reagieren. Wenn uns die Mobilitätswende gelingen will und wir dem MIV in Mainz weiter Anteile abnehmen wollen, dann braucht es integrierte Angebote des Umweltverbundes, die sich nach den individuellen Bedürfnissen der Menschen richten. On Demand-Verkehre mit – perspektivisch gesehen autonomen – Kleinbussen gehören dazu.

 

RP: Ist eine Fortführung des Testbetriebs geplant?
EMMA war ein erster Pilot, der uns gezeigt hat, was technisch geht und was noch nicht geht. Wir sind offen für Folgeprojekte, sagen aber auch, dass dies nur mit umfassenden Fördermitteln möglich ist.

 

RP: Vielen Dank für das Gespräch.

 

Dieses Interview führten Frau Eva Kreienkamp, Geschäftsführerin der Mainzer Verkehrsgesellschaft (MVG) und Nicole Biedermann, Koordinatorin Smart Mobility bei Rödl & Partner.

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