Dekarbonisierung in der Industrie – die Herausforderung als Chance begreifen

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​veröffentlicht am 15. Oktober 2020

 
Mit dem Ziel der Europäischen Union die Netto-Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2050 auf null zu reduzieren, steht insbesondere die energieintensive Industrie vor massiven Herausforderungen.


Die Prozesse des Industriesektors verursachten im Jahr 2018 einen Anteil von 7,5 Prozent an den gesamtdeutschen Emissionen und somit rund 64 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent. Werden die Emissionen der eingesetzten Energie hinzu gerechnet steigt dieser Wert auf 193 Millionen an. Hauptverantwortlich ist dabei die Metallindustrie, die Herstellung mineralischer Produkte und die chemische Industrie.


Bereits heute nehmen die Kosten der CO2-Zertifikate des europäischen Emissionshandels einen nicht unerheblichen Teil der Gesamtkosten der betroffenen Unternehmen ein. Durch die Einführung der nationalen CO2-Bepreisung werden künftig auch die restlichen Emissionen zu indirekten Preissteigerungen der Brennstoffe führen. Aktuelle Studien prognostizieren CO2 Preise größer 100 Euro pro Tonne bis 2030. Ausgehend der aktuellen Preise des europäischen Emissionshandels und des Einführungspreises des BEHG entspricht dies einer 300 prozentigen Steigerung binnen weniger Jahre.

 

 

Tabelle Kostenentwicklung

 

Tabelle 1 CO2 Kostenentwicklung

 

Es scheint beschlossene Sache, dass trotz teils kostenloser Zuteilung der Zertifikate und weiterer Privilegierungen die Kosten für klimaschädliche Emissionen mittelfristig deutlich steigen werden.

 

Dem lässt sich unter anderem durch Effizienzsteigerungen entgegenwirken. Der Einsatz modernerer Technik wie z.B. effizientere Brenner reduziert den Energiebedarf und damit auch die spezifischen Emissionskosten. Auch die Nutzung von Abwärme stellt eine Effizienzmaßnahme dar und kann unter Umständen CO2-Gutschriften erzeugen.

 

Da ein Großteil der Emissionen durch die eingesetzte Energie entsteht, könnte eine Strategie die Umstellung auf emissionsarme Brennstoffe, beziehungsweise auf eine emissionsarme Brennstoffkombination zielführend sein. Während sich zur weitereichenden Dekarbonisierung, je nach Prozess, Wasserstoff, Klärschlamm oder biogene Brennstoffe eignen könnten, kann bereits die Umstellung auf Erdgas die Emissionen teils massiv senken. Es gilt hierbei die Ausgangssituation hinsichtlich technischer, wirtschaftlicher, rechtlicher und genehmigungsrelevanter Fragestellungen konkret zu analysieren.

 

Da die zukünftigen Preise pro Tonne CO2 nur sehr schwer prognostizierbar sind, sollte eine teilweise Dekarbonisierung bereits aus Gründen der Risikominimierung in Betracht gezogen werden. In jedem Fall ist mit deutlich steigenden CO2 Preisen in den kommenden Jahren zu rechnen. Daher ist davon auszugehen, dass sich durch eine frühzeitige Dekarbonisierung langfristige Wettbewerbsvorteile gegenüber emissionsintensiven Konkurrenten generieren lassen. Hierzu ist es entscheidend frühestmöglich konkrete Maßnahmen einzuleiten. Wir unterstützen Sie gerne bei der Entwicklung entsprechender Strategien.

 


Gerne beraten wir Sie hierbei hinsichtlich langfristige Kostenkalkulationen und der Entwicklung möglicher Handlungsstrategien.


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https://www.umweltbundesamt.de/themen/klima-energie/treibhausgas-emissionen/emissionsquellen#industrie

2 Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle – Merkblatt zu den CO2-Faktoren

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Benjamin Hufnagel

Wirtschaftsingenieur (B.Eng.), M.A. Europäische Energiewirtschaft

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