Klimaneutralität – Was bedeutet das für Unternehmen?

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​veröffentlicht am 9. Dezember 2021

 

Mobilität, Ernährung, Wohnen, Arbeiten – in jeglichen Lebensbereichen verursachen wir Treibhausgasemissionen, die in die Atmosphäre entweichen und zur Klimaerwärmung beitragen. Die Auswirkungen des Klimawandels sind auch in Deutschland spürbar: In den vergangenen Jahren haben Extremwetterereignisse deutlich zugenommen, die Luftqualität verschlechtert sich (insbesondere in Großstädten) und die Anzahl der Hitzetage nimmt weiter zu.


Um derartige Klima-Phänomene einzugrenzen, hat sich die Politik zum Ziel gesetzt, die Treibhausgasemissionen deutlich zu reduzieren und zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft überzugehen. Für Unternehmen bedeutet das, die Geschäftstätigkeiten zukünftig klimaneutral zu gestalten.


Damit ist gemeint, dass jegliche Unternehmensprozesse entlang der Wertschöpfungskette in Hinblick auf ihren CO₂-Ausstoß geprüft werden. Es gilt somit alle unternehmensseitigen Treibhausgasemissionen zu erfassen und im weiteren Verlauf kontinuierlich zu reduzieren bzw. zu vermeiden.


Zur Senkung der Erderwärmung auf deutlich unter 2 Grad Celsius und zur Erreichung der Klimaziele der Europäischen Union ist die Unterstützung des Privatsektors unabdingbar. Unternehmen stehen klar in der Verantwortung. Doch vielen ist in der Debatte um den Klimaschutz nicht bewusst, was sich hinter den schier endlosen Begriffen wie „Klimaneutralität”, „Net-Zero” oder „CO₂-Neutralität” verbirgt.


Was ist der Unterschied zwischen den einzelnen Klimazielen?

Klimaneutralität bedeutet ein Gleichgewicht zwischen entstehenden Treibhausgasemissionen und der Aufnahme von z.B. Kohlenstoffemissionen in der Atmosphäre herzustellen. Ob sich ein Unternehmen zum Ziel setzt, die CO₂-Emissionen oder die Treibhausgasemissionen bis zum Jahr x zu reduzieren, macht einen großen Unterschied.


Treibhausgase ist ein sehr viel weiter gefasster Begriff, der nicht nur Kohlendioxid (CO₂) sondern auch Methan, Distickstoffoxid, Ozon und viele andere umfasst. Kohlendioxid ist zwar nicht das stärkste der Treibhausgase, aber aufgrund der riesigen Mengen, die durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe in die Luft gelangen, das wichtigste.


Die zweite Differenzierung besteht darin, ob wir von „Zero” (Null) oder „Net-Zero” (Netto-Null) sprechen. Im Falle von „Null” wurden überhaupt keine Schadstoffe erzeugt, während „Netto-Null” bedeutet, dass zwar Schadstoffe erzeugt wurden, diese aber an anderer Stelle ausgeglichen werden.


Wie können Treibhausgasemissionen ausgeglichen werden?

Der Emissionsausgleich spielt in Sachen Klimaschutz eine wichtige Rolle. Mit Hilfe von Kompensationszertifikate können Unternehmen Emissionen ausgleichen, die an einer anderen Stelle eingespart wurden. Möglich wird dieser Ausgleich beispielsweise durch die Unterstützung von verschiedenen Klimaprojekten oder Initiativen. Zu den am weitesten verbreiteten Methoden zum Ausgleich von Kohlenstoffdioxidemissionen zählen etwa die Aufforstung oder der Erhalt von Wäldern. Daneben gibt es neuere Technologien, wie die Kohlenstoffabscheidung und -speicherung. Auch diese stellen praktikable Möglichkeiten dar, um Emissionen auszugleichen.


Auch die Verwendung von Erneuerbaren Energien spielt in die Klimazielstellungen hinein. In diesem Zusammenhang finden unter anderem die Begriffe „carbon-negative” oder „climate-positive” Anwendung. Ersteres meint, dass mehr CO₂ aus der Atmosphäre entfernt wird als vom Unternehmen selbst produziert wurde. „Carbon-positive” geht einen Schritt weiter: Hier leisten Unternehmen einen zusätzlichen Mehrwert, beispielsweise indem sie vor Ort mehr Erneuerbare Energien erzeugen als auf dem Firmengrund benötigt wird. Die überschüssige, grüne Energie speist das Unternehmen zurück ins öffentliche Netz.


Die Kompensation von Treibhausgasen

Emissionsminderungsgutschriften, auch Kompensationszertifikate genannt, erlauben es Investitionen in emissionsverringernde Projekte zu tätigen um somit Emissionen auszugleichen, die andernfalls nur schwer oder mit extrem hohen Kosten zu reduzieren sind. Wichtig ist, dass es das jeweilige Projekt ohne den Kompensationsmechanismus nicht geben würde. Anerkannte Qualitätsstandards wie der „Verified Carbon Standard” (VCS) oder auch der „Gold Standard” helfen Unternehmen bei der Auswahl eines geeigneten Klimazertifikats. Auf dem Weg zur Dekarbonisierung sollte man in jedem Fall dem Prinzip folgen: Vermeiden, vermindern, kompensieren. Andernfalls laufen Unternehmen Gefahr, des Greenwashings bezichtigt zu werden.


Fazit

Klimaschutz und Nachhaltigkeit gewinnen im wirtschaftlichen Geschehen immer mehr an Bedeutung. Unternehmen setzen sich deshalb verstärkt Ziele zur Verringerung der Treibhausgasemissionen. Sie wirken damit steigenden Risiken und Kosten, die mit neuen regulatorischen (Klimaschutz-)Vorgaben in Verbindung stehen, entgegen.


Wenn auch Sie sich fit für die Zukunft machen möchten, helfen wir Ihnen gerne dabei, Ihre CO₂-Bilanz zu bestimmen und maßgeschneiderte Handlungsempfehlungen für Ihr Unternehmen abzuleiten. Unser interdisziplinäres Expertenteam unterstützt Sie bei Fragen rund um die CO₂-Bilanzierung sowie bei der Umsetzung konkreter Projekte.

 



*Rödl GmbH Rechtsanwaltsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft

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Sarah Schmidt

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