Positive Aussichten für Südafrikas Windenergiesektor

Südafrika ist Afrikas größter Windenergieproduzent mit 25 Windfarmen, 961 Windturbinen und einer installierten Kapazität von 2.410,4 MW. Der Windenergiemarkt konzentriert sich aktuell auf das öffentliche Ausschreibungsprogramm. Zunehmend gewinnen aber auch dezentrale Lösungen zur Eigenversorgung an Interesse.

 

Laut einer Studie des südafrikanischen Council for Scientific and Industrial Research, die in Zusammenarbeit mit dem South African Energy Development Institute, dem staatlichen Energieunternehmen Eskom und dem Fraunhofer-Institute für Windenergiesysteme erstellt wurde, beträgt das Windenergiepotenzial Südafrikas, wenn Windparks im ganzen Land außer in Sperrgebieten (Nationalparks, Siedlungsgebiete usw.) installiert wären, 6.700 GW. Dieses Windenergiepotenzial ist groß genug, um den gesamten Strom der Welt zu liefern. Den aktuellen Bedarf Südafrikas zu decken (rund 250 TWh/Jahr), würde eine Fläche von 0,6 Prozent des Landes erfordern.

 

Der Markt für Windenergie startete in Südafrika in 2011 mit der Einführung des öffentlichen Ausschreibungsprogramms Renewable Energy Independent Power Producer Procurement Programme (REIPPPP). 22 der 25 operativen Windfarmen sind REIPPPP-Projekte. Weitere 9 Windparks haben bereits einen Zuschlag erhalten. Geboten wird auf den Preis pro kWh und die erfolgreichen Bieter schließen einen 20-jährigen Stromabnahmevertrag mit Eskom ab. REIPPPP wurde in den ersten Jahren als großer Erfolg gefeiert. In den letzten Jahren war das Programm jedoch hauptsächlich mit negativen Schlagzeilen behaftet, nachdem es ab 2016 für 2 Jahre stillstand. Grund dafür war die Weigerung Eskoms, die Stromabnahmeverträge der erfolgreichen Bieter zu unterzeichnen. Dieser Streit mit Eskom ist nun beendet, die ausstehenden Stromabnahmeverträge sind unterschrieben und die 5. Ausschreibungsrunde ist für Ende 2018 geplant.

 

Die folgende Tabelle zeigt die durchschnittlichen Kosten für Windenergie der abgeschlossenen REIPPPP-Runden:

 

 

Ein aktiver Markt für Windkraft außerhalb von REIPPPP besteht in Südafrika derzeit noch nicht. Es gibt vereinzelte Windkraftprojekte wie z.B. die Darling Wind Farm in der Nähe von Kapstadt, deren Strom die Stadt Kapstadt abnimmt und Electrawinds in der Nähe von Port Elizabeth, deren Strom von dem unabhängigen Stromhändler POWERX abgenommen wird.

 

Die stark steigenden Strompreise (seit 2008 über 15 Prozent pro Jahr) und die unsichere Stromversorgung der letzten Jahre haben das Interesse gewerblicher und industrieller Kunden an dezentraler Stromversorgung, u.a. durch Nutzung von Windkraft, geweckt. Auch der Stillstand von REIPPPP hat dazu geführt, dass sich Projektentwickler für alternative Windkraftprojekte auf Basis von Direktabnahmeverträgen (Corporate PPA) interessieren. Die größte Hürde für solche Projekte besteht in dem Erhalt der Stromerzeugungserlaubnis und der Stromdurchleitung. Es gibt jedoch erste Erfolgsgeschichten für EE-Projekte, die diese Hürden gemeistert haben. Dies ist insbesondere die Biogasanlage, die das BMW-Werk in der Gauteng Provinz versorgt. Eine Möglichkeit, um diese Hürden zu umgehen, ist der Einsatz einzelner Windturbinen mit einer Kapazität unter 1 MW (somit entfällt das Erfordernis der Stromerzeugungserlaubnis) auf dem Gelände des Stromabnehmers.  Neben der dezentralen Stromversorgung ist für deutsche Unternehmen auch die angekündigte 5. REIPPPP Ausschreibungsrunde von Interesse.

 

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