Marktübersicht – Windenergie in Indien

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​veröffentlicht am 04. November 2020

 

Mit einer installierten Gesamtwindkapazität von rund 37.505 MW (Stand 31.12.2019) ist Indien nach China, den USA und Deutschland das viertgrößte Land der Welt, gemessen an den gesamten Windinstallationen. Die Windenergie hat sich zu einer der wichtigsten Erneuerbaren Energiequellen für die Stromerzeugung in Indien entwickelt und trägt derzeit einen Anteil von mindestens 6-7 Prozent zum Stromerzeugungsmix des Landes bei. Seit der indische Premierminister Narendra Modi das Ziel von 175 GW Erneuerbarer Energie bis 2022 erklärt hat, hat das Windkraftprogramm in diesem Vorhaben weiter an Bedeutung gewonnen.
 

Entwicklung der Windenergie in Indien

Indien hat sich ab dem Jahr 1984 mit der Thematik Windenergie auseinandergesetzt. Zu diesem Zeitpunkt litt Indien durch die Ölkrise und suchte demnach nach alternativen Lösungen. So beschloss die damalige Regierung mit ersten Versuchsprojekten insbesondere private Investoren anzuziehen. Daher stand von Anfang an die Beteiligung und Förderung privater Unternehmen im Bereich der Windenergie im Fokus.


Um das Windprogramm auf Kurs zu halten, wurde 1982 die Abteilung das Department of Non-conventional Energy Sources (DNES) eingerichtet, welches 1992 zu einem eigenen Ministerium wurde und 2006 in das heutige Ministry of New and Renewable Energy umbenannt wurde. Zusätzlich wurde für den Windsektor die Model Agencies, dem Field Research Insititute of Tropical Meterology and National Institute of Wind Energy und dem National Institute for Windenergy (NIWE) eingerichtet.


Als Vorreiter in Sachen Windkraft haben sich in den letzten Jahren insbesondere die indischen Bundesstaaten Tamil Nadu, Maharashtra, Rajasthan, Gujarat und Karnataka entwickelt.


Nach dem Erfolg des Onshore-Windenergie-Programms hat die indische Regierung beschlossen, die Entwicklung der Offshore-Windenergie im Land zu fördern und die 7.500 km lange Küstenlinie zu nutzen. Das MNRE möchte bis 2030 insgesamt 30 GW Offshore-Windenergiekapazität schaffen.


Derzeit führt das NIWE diverse Studien zum Offshore-Windenergiepotenzial durch, die bisher gutes Potenzial für die Küsten von Gujarat und Tamil Nadu evaluiert haben.


Potenzial und Marktsituation 

Indien hat derzeit (Stand 31.12.2019) insgesamt 37.505 MW Windenergiekapazität installiert, wobei insbesondere die Bundesstaaten Tamil Nadu, Gujarat, Maharashtra, Rajasthan, Karnataka und Andhra Pradesh eindeutige Vorreiter sind:


 

 


Dabei wird das gesamte Windenergiepotenzial über Studien des NWIN auf insgesamt 696500 MW geschätzt:

 



Um dieses Potenzial auszuschöpfen und insbesondere private Investoren anzulocken, hat die indische Regierung diverse steuerliche und finanzielle Subventionen speziell für den Windenergiesektor geschaffen, wie z.B. Zollerleichterungen für bestimmte Komponenten, Verbrauchssteuerbefreiung, Befreiung von speziellen Zusatzabgaben, Einkommenssteuerbefreiung für 10 Jahre auf Gewinne für die Stromerzeugung usw. Das MNRE unterstützt insbesondere die Herstellung von Ausrüstung zur Entwicklung des Windenergiesektors in Indien. Gegenwärtig belaufen sich die jährlichen Produktionskapazitäten für inländische Windturbinen auf 10.000 MW mit etwa 21 Windturbinenherstellern im Land.


Ein weiteres Augenmerk der indischen Regierung liegt seit 2018 auf der Entwicklung und den Ausbau des Wind-Solar-Hybrid Marktes. Hauptziel ist gemäß der am 14.05.2018 veröffentlichten National Wind-Solar Hybrid Policy einen Rahmen für die Förderung großer netzgekoppelter Wind Solar Hybridsysteme zu schaffen um so effizient Wind- und Solarressourcen zu nutzen und mehr Netzstabilität zu gewinnen.
Jedoch steht der weitere Ausbau von Windkraft teilweise vor bürokratischen Hürden, da insbesondere die Zuweisung von Land in den letzten Jahren in dem dicht bevölkerten Land mit seinen komplizierten Pacht- und Landrechten Unternehmern Schwierigkeiten bereitet hat. Die zur Bewältigung der komplexen Herausforderungen notwendigen Ressourcen stehen dem Staat nur bedingt zur Verfügung und daher sind private Investoren sehr gefragt.
 

Trend

Wie in vielen anderen Sektoren geht der Trend für Erneuerbare Energien in Richtung „Make-in-India”. Um „Make-in-India” weiter voranzutreiben tritt Premierminister Modi derzeit sogar in direkte Gespräche mit europäischen Windturbinenhersteller. In diesen Gesprächen hat Modi auch über die teilweise umstrittene Möglichkeit diskutiert im Rahmen der Windturbinengenerator Sauerstoff zu filtrieren und dadurch Wasser als zweite und zusätzliche Energiequelle zu subtrahieren.


Jedoch braucht Indien besonders in dem Bereich des Landerwerbs Reformen, um die Attraktivität deutlich zu erhöhen. Auch bürokratische Hürden bestehen weiterhin, obwohl diese in diesem Bereich durch das „Digital India”-Programm schon deutlich verringert wurden.


Man merkt vor allem in den Bundesstaaten Tamil Nadu, Gujarat, Maharashtra, Rajasthan, Karnataka und Andhra Pradesh, dass das Interesse an dem Ausbau des Windkraftpotenzials besteht. Diese Bundesstaaten haben die Unternehmensfreundlichkeit der Verwaltung in den letzten Jahren deutlich verbessert und gehen so mit großen Schritten in Richtung Erneuerbare und Grüne Energie in Indien.

 

 

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