Klimaszenarioanalysen: Neue Herausforderungen für die Nachhaltigkeitsberichterstattung

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veröffentlicht am 22. Mai 2023 | Lesedauer ca. 2 Minuten 
 
Im Zuge der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) und der damit verbundenen Anwendung der European Sustainability Reporting Standards (ESRS) werden Unternehmen zukünftig verpflichtet sein, eine Klimaszenarioanalyse durch­zuführen. Ziel ist es, zu ermitteln, wie sich verschiedene Klimaszenarien auf das Unternehmen auswirken können und potenzielle Klimarisiken und -chancen zu iden­tifizieren. Das ist Neuland für viele mittelständische Unternehmen. 

Bei der Klimaszenarioanalyse werden verschiedene Szenarien genutzt, die auf Annahmen zukünftiger Entwick­lungen des Klimas basieren. Aufgrund der Komplexität des Themas und der Schwierigkeit Zukunfts­prognosen zu stellen, ist die Berücksichtigung verschiedener Szenarien ein wesentlicher Bestandteil bei der Erstellung von Nachhaltigkeitskennzahlen. Die Klimaszenarioanalyse kann dabei unterstützen, Strategien zur Anpassung an den Klimawandel zu entwickeln und Maßnahmen zu ergreifen, um die Auswirkungen des Klimawandels auf das eigene Unternehmen zu minimieren. 

Schritte zur Klimaszenarioanalyse

Die Klimaszenarioanalyse im Rahmen der ESRS kann in die folgenden Schritte gegliedert werden: 
  • Kontextualisierung: Identifizierung der relevanten Aspekte des Klimawandels, die das Unternehmen betreffen könnten. 
  • Szenarioentwicklung: Entwicklung von verschiedenen Szenarien, die die möglichen Auswirkungen des Klimawandels auf das Unternehmen abbilden (bspw. Nutzung von Szenarien des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC)). 
  • Auswirkungsanalyse: Bewertung der potenziellen Auswirkungen jeder Szenariovariante auf die Geschäftsaktivitäten, die finanzielle Performance und die Nachhaltigkeit des Unternehmens. 
  • Chancen- und Risikoanalyse: Identifikation von Chancen und Risiken, die mit den verschiedenen Szenarien verbunden sind, und Bewertung ihrer Auswirkungen auf das Unternehmen. 
  • Maßnahmenplanung: Entwicklung von geeigneten Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel und zur Reduzierung von Risiken sowie zur Erschließung von Chancen. 
  • Berichterstattung: Dokumentation der Ergebnisse der Klimaszenarioanalyse gemäß den ESRS-Vorgaben. 

Im Rahmen der ESRS sollen durch eine Szenarioanalyse sowohl physische Klimarisiken als auch Übergangs­risiken und -chancen identifiziert werden. Um dies zu ermöglichen, müssen neben den verschiedenen physi­ka­lischen Klimaszenarien auch andere wichtige Einfluss­faktoren, wie politische Annahmen, makro­ökonomische Trends und techno­logische Entwick­lungen, berück­sichtigt werden. 

Anwendung der Klimaszenarien des IPCC

Der IPCC-Report ist eine wichtige Quelle für Informationen und Daten zum Klimawandel. Die im IPCC-Report dargestellten Szenarien und Prognosen können als Grundlage für Klimaszenarioanalysen genutzt werden. Der IPCC-Report enthält umfangreiche Daten und Fakten zum Klimawandel, wie z.B. historische Emissionen und Temperaturdaten. Diese können genutzt werden, um eine robuste Analyse der Auswirkungen des Klimawandels auf das Unternehmen oder die Organisation durchzuführen. Auch Auswirkungen des Klimawandels auf verschiedene Sektoren wie Landwirtschaft, Energie, Wasser und Gesundheit werden untersucht und können von Unternehmen verwendet werden. Im ESRS E1 (Draft) Standard wird beispielsweise das Szenario IPCC SSP5-8.5 als Anwendungsmöglichkeit genannt. 

Ausblick

Die Durchführung von Klimaszenarioanalysen wird für Unternehmen zunehmend entscheidend werden, um potenzielle Risiken und Chancen im Zusammenhang mit dem Klimawandel zu identifizieren. Klimaszenario­analysen bieten eine wertvolle Grundlage für die Entwicklung von Anpassungsstrategien, die es Unternehmen ermöglichen, den Auswirkungen des Klimawandels proaktiv zu begegnen und sich erfolgreich im Markt zu positionieren. 

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