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Erfolgreich investieren in Mexiko

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zuletzt aktualisiert am 19. Mai 2021 | Lesedauer ca. 2 Minuten


 

 

Wie schätzen Sie die derzeitige wirtschaftliche Lage in Mexiko ein?

Bereits im Jahr 2019 meldete Mexiko ein geschrumpftes BIP-Wachstum von 0,1 Prozent. Hauptgründe waren fehlende Impulse aus dem Hauptabnehmerland USA, Unsicherheiten zum nordamerikanischen Frei­handels­abkommen und die innenpolitischen Rahmenbedingungen in Mexiko. Zwar entspannten sich die Unsicher­heiten zum NAFTA-Nachfolgeabkommen, jedoch führte die Corona-Pandemie zu einem Rückgang des mexikanischen Bruttoinlandsprodukts um real 8,5 Prozent im Jahr 2020. Der IWF prognostiziert für Mexiko ein reelles BIP Wachstum von 4,3 Prozent im aktuellen Jahr 2021. Aus der Wirtschaft sind aktuell wieder positive Signale zu vernehmen, jedoch nicht aufgrund der innenpolitischen Rahmenbedingungen, sondern wegen der positiven Nachrichten aus den USA zur Erholung der wieder wachsenden US-Wirtschaft.


Wie würden Sie das Investitionsklima in Mexiko beschreiben? Welche Branchen bergen großes Potenzial?

Mexiko ist nach Kanada nach wie vor das zweitwichtigste Importland der USA. Sämtliche Produkte (von landwirtschaftlichen Erzeugnissen über Konsumgüter bis hin zu Fahrzeugen), insbesondere mit hohem Lohnanteil, werden in Mexiko für den nordamerikanischen Markt gefertigt. Für diesen Markt eignet sich Mexiko weiterhin als Produktionsstandort mit Ausnutzung all seiner Vorteile im Zusammenhang mit dem Frei­handels­abkommen USMCA und seiner Bestimmungen zur regionalen Wertschöpfung. Dabei bietet Mexiko ein niedrigeres Lohnniveau als China an und wird dabei als Weltmeister der Freihandelsabkommen bezeichnet. Das Land bleibt aber auch weiterhin interessant als Investitionsgütermarkt, denn jede Verschärfung der Arbeits­markt­politik führt zur Erhöhung des Grades der Industrialisierung. Großes Potenzial verspricht auch der Gesundheitssektor, der nun unter der Corona-Krise in den Fokus geriet. Die Regierung hat einige Unter­stützungs­programme auf den Weg gebracht, von finanziellen Hilfen für den Sektor bis hin zu erleichternden Einkaufsbedingungen aus dem Ausland. Noch vor der Corona-Krise hatte die Regierung einige Infra­struktur­projekte angeschoben, bspw. den Ausbau von Bahnstrecken, Neubau von Raffinerien und Ausbau des Flughafens Santa Lucia etwa 40 km nördlich von Mexiko-Stadt. Auch die Klimapolitik des US-Präsidenten mit Wiedereintritt in das Pariser Klimaabkommen spielt Mexiko in die Hände, denn bei der Erlangung der CO2-Ziele in den USA kann Mexiko profitieren. Z.B. stammen 25 Prozent der Teile für den Tesla 3, der in Kaliforniern montiert wird, aus Mexiko. Die Lohnarbeit erbringen mexikanische Kräfte, jedoch müssen Maschinen und Anlagen dazu aus dem Ausland bezogen werden, darunter primär aus Deutschland.


Welchen Herausforderungen steht ein deutscher Unternehmer beim Engagement in Mexiko gegenüber?

Neben dem nicht planbaren innenpolitischen Schlingerkurs des Regierungsbündnisses unter dem Präsidenten Andrés Manuel López Obrador, den zu wenigen verfügbaren qualifizierten und ausgebildeten Arbeitskräften sowie den volatilen Währungsrisiken mit schwacher lokaler Währung, bleiben die Schwierigkeiten hinsichtlich Korruption und Kriminalität. Die Herausforderungen sind zu bewältigen, jedoch verbunden mit zusätzlichen Kosten.


US-Präsident Joe Biden sprach mit dem mexikanischen Präsidenten López Obrador über eine künftige gemeinsame Zusammenarbeit. Wie wird sich das US-Mexikanische Verhältnis auf die Wirtschaft auswirken?

Die mexikanischen Beziehungen zu den USA hingen nach Amtsantritt von Donald Trump am seidenen Faden, jedoch verstärkte der linke mexikanische Präsident Andrés Manuel López Obrador den Kontakt zu Trump und suchte auf einer Linie Gemeinsamkeiten – die auch gefunden wurden. Einerseits wurde das nordamerikanische Freihandelsabkommen NAFTA verlängert (verpackt im neuen Kleid, namens USMCA), andererseits setzte man gemeinsam auf die Ölindustrie. Trump musste gehen, der amerikanische Nationalstolz durfte bleiben, da ihn nun der neue Präsident Joe Biden aus anderem Blickwinkel fortführt – jedoch nicht zwingend zum Nachteil der mexikanischen Wirtschaft. Die Energiepolitik des neuen US-Präsidenten ist völlig konträr zur Strategie des mexikanischen Präsidenten, den maroden staatlichen Ölkonzern PEMEX mit mehr als 24 Mrd. US-Dollar zu sanieren. Allerdings bieten sich ebenso Chancen für die mexikanische Wirtschaft, den Wandel in den USA zu unterstützen. Aktuell fand für beide Seiten ein lukratives Tauschgeschäft statt, das beiden Präsidenten innenpolitisch zu Ansehen verhilft: Die USA lieferten Covid-Impfstoffe nach Mexiko und Mexiko entsandte weitere Grenzwächter an deren Nordgrenze, um den Strom der Flüchtlinge in die USA bereits auf mexikanischer Seite auszubremsen. Es darf erwartet werden, dass sich das US-Mexikanische Verhältnis auch unter Biden wieder festigt, denn beide Länder profitieren auch wirtschaftlich voneinander.


Wie wird sich aus Ihrer Sicht Mexiko weiterentwickeln?

Der Druck in der Wirtschaft wird sicherlich zunehmen, da Weltmärkte unter Konjunktureinbrüchen leiden werden und damit auch Mexiko im lokalen Konsummarkt ausgebremst wird. Und das trotz dem, dass sich mit der Verabschiedung des neuen Freihandelsabkommens USMCA vielversprechende Chancen ergeben, da die Unsicherheiten einer möglichen ersatzlosen Kündigung des NAFTA-Agreements verschwunden sind und Mexiko weiterhin kostengünstige Produktion bei einem nicht gesättigten lokalen Markt verspricht. Die innenpolitische und sicherheitspolitische Lage bereiten weiterhin Kopfzerbrechen und schränken Investoren ein. Dennoch bleibt Mexiko primär abhängig von der Konsumfreudigkeit des amerikanischen Verbrauchers. Die Erholung der US-Wirtschaft, auch wegen des von Joe Biden auferlegten Konjunkturprogramms, sendete dazu erste positive Signale.

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