Erfolgreich investieren in Mexiko

zuletzt aktualisiert am 3. April 2019

  

​​Wie schätzen Sie die derzeitige wirtschaftliche Lage in Mexiko ein?

Im 4. Quartal 2018 bremste das Wirtschaftswachstum auf 2,1 Prozent ab und soll auf dem Niveau im Jahr 2019 stagnieren – insbesondere weil sich das Wachstum der US-amerikanischen Wirtschaft leicht abkühlen soll. Der Arbeitsmarkt kann Vollbe­schäftigung vermelden und die mexikanische Zentralbank musste die Leitzinsen auf 8 Prozent erhöhen, um die Inflation auf den Zielwert von 4 Prozent zu drücken. Mit dem Regierungswechsel im Jahr 2018 wuchs das Konsumenten­vertrauen. Außenwirtschaftliche Unsicherheiten sind nach Aushandlung des Nachfolgeabkommens USMCA weitestgehend ausgemerzt.


Wie würden Sie das Investitionsklima in Mexiko beschreiben? Welche Branchen bergen großes Potenzial?

Mexiko ist nach Kanada noch immer das zweitwichtigste Importland der USA. Sämtliche Produkte – von landwirtschaftlichen Erzeugnissen über Konsumgüter bis hin zu Fahrzeugen – insbesondere mit hohem Lohnanteil, werden in Mexiko für den nordamerikanischen Markt produziert, wenngleich Löhne zunehmend steigen. Insofern besteht nach wie vor Bedarf an modernen Anlagen. Die Automobil- und Elektroindustrien sind ungebremst und verlangen Vorprodukte. Der neue Präsident Andrés Manuel López Obrador verspricht große Projekte in den Bereichen Infrastruktur, Energie und Bildung.


Welchen Herausforderungen steht ein deutscher Unternehmer beim Engagement in Mexiko gegenüber?

Die größte Herausforderung besteht in Mexiko derzeit in der Gewinnung und langfristigen Bindung qualifizierter Arbeitskräfte. Auf jedem Beschäftigungsniveau müssen lokale Arbeitskräfte zunächst ausgebildet bzw. einge­arbeitet werden und anschließend über monetäre aber auch nicht-monetäre Anreize gehalten werden, da die Loyalität zum Arbeitgeber i.d.R. relativ niedrig ist. Wie in vielen anderen Ländern auch empfiehlt sich der Einsatz von Expatriates zur Sicherstellung der im Stammhaus gewohnten Effizienz und Qualität. Ferner ist die Sicherheitslage ein Risikofaktor für Mensch und Eigentum und sollte bei Reisen und der Standortwahl berücksichtigt werden. Auch ist es ratsam, Projekte mit genügend Vorlaufzeit zu planen.


Welchen Einfluss wird der Regierungswechsel auf das Investitionsumfeld nehmen?

Am 1. Dezember 2018 übernahm der linksorientierte Andrés Manuel López Obrador, kurz „AMLO” genannt, das Präsidentenamt, das voll auf seine Person ausgerichtet ist. AMLO reduzierte sein eigenes Gehalt und das der höheren Staatsbediensteten, startete ein Bildungs- und Eingliederungsprogramm für unbeschäftigte Jugend­liche, bekämpft massiv Korruption und unterstützt den schwächelnden staatlichen Mineralölkonzern PEMEX. AMLO bewies bereits Anfang der 2000er Jahre in seiner Position als Oberbürgermeister von Mexiko-Stadt, dass er trotz seiner linksorientierten Politik keineswegs die Unternehmerschaft vernachlässigt. Jedoch musste AMLO Einbußen in seiner Zustimmung in der Wirtschaft hinnehmen, als er sein Wahlversprechen einlöste und den bereits begonnenen und auch notwendigen Bau des neuen Flughafens in Mexiko-Stadt nahezu diktatorisch einstellte.
 

Wie wird sich aus Ihrer Sicht Mexiko weiterentwickeln?

Mexiko wird sich nach wie vor in seiner abhängigen Rolle als verlängerte Werkbank des starken Nachbarn USA zurechtfinden müssen, auch wenn nun die politischen Ausrichtungen der beiden Staaten gegensätzlich sind. Das mit Kanada und den USA verhandelte Freihandelsabkommen USMCA mag Kompromisse zum NAFTA-Abkommen enthalten, aber dient zunächst als Basis eines weiter bestehenden Abkommens. Mexiko hat zur Sicherung eines investitionsattraktiven Standorts noch „Hausaufgaben” zu erledigen – insbesondere die Bekämpfung der Korruption und die Wahrung der inneren Sicherheit.



 Kulturelle Besonderheiten in Mexiko

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