Erfolgreich investieren in Rumänien

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zuletzt aktualisiert am 4. Juli 2022 | Lesedauer ca. 3 Minuten


 

  

​​Wie schätzen Sie die derzeitige wirtschaftliche Lage in Rumänien ein?

Rumänien ist aus der Sicht ausländischer Investoren nach wie vor ein attraktives Ziel und eines der energie­un­ab­hän­gigsten Länder in der EU. Nach einer soliden Erholung von der Pandemie ist die rumänische Wirtschaft jedoch wie andere EU Länder auch mit den negativen Auswirkungen des Konflikts in der Ukraine konfrontiert, vor allem mit einer steigenden Inflation. 
 
Auch wenn das BIP nach Angaben des Nationalen Instituts für Statistik (INS) im ersten Quartal des Jahres um 6,5 Prozent gestiegen ist, was vor allem auf die Auswirkungen der hohen Energiepreise auf die Energie­ver­brau­cher und die Aufhebung der Covid-19-Beschränkungen zurückzuführen ist, die die Wirtschaftstätigkeit erhöhten, sollten weitere Datenanpassungen und die langfristigen Trends in der Weltwirtschaft mit Vorsicht betrachtet werden.
 
Darüber hinaus wird die Entscheidung der Europäischen Kommission über die Aufnahme Rumäniens in die Schengen Zone höchstwahrscheinlich das langfristige Wirtschaftswachstum fördern.
  
Die Bruttoanlageinvestitionen in Rumänien verzeichneten einen Zuwachs von 5,2 Prozent, was ein positives Signal für die Wirtschaft darstellt und eine der höchsten Wachstumsraten in der EU ist. Das Wachstum wurde durch eine verstärkte Aktivität im Handel, im Dienstleistungssektor und auch im IT&C-Sektor unterstützt, wo­durch der Rückgang der Industrietätigkeit ausgeglichen wurde. Der private Verbrauch bleibt jedoch eine wichtige Triebkraft des Wirtschaftswachstums.
  
Die Arbeitslosenquote in Rumänien blieb sowohl 2021 als auch 2022 unverändert, nachdem sie von ihrem Höchst­stand im Pandemiejahr 2020 zurückgegangen war.
  
Die Hauptgründe für die gute Konjunktur der letzten Jahre waren Steuersenkungen, hohe Direktinvestitionen ausländischer Unternehmen und die aktuellen globalen Wirtschaftstrends wie Nearshoring und Verkürzung der Lieferketten. 
   

Wie würden Sie das Investitionsklima in Rumänien beschreiben? Welche Branchen bergen großes Potenzial?

Das allgemeine Investitionsklima in Rumänien – als EU Mitglied und wichtiger Partner in der NATO – hat sich in den letzten Jahren kontinuierlich verbessert und Rumänien geholfen, in den Augen der Investoren an Glaub­wür­dig­keit zu gewinnen. Ausländische Investoren profitieren nach wie vor von relativ niedrigen Arbeits- und Pro­duk­tions­kosten sowie von einem wettbewerbsfähigen Steuersystem. 
 
Die Bemühungen der Regierung, die Investitionen im Rahmen des Programms für Wiederbelebung und Wider­standsfähigkeit (PNRR) zu erhöhen, werden voraussichtlich den Bau- und Dienstleistungssektor im Jahr 2022 stärken und einen wichtigen Beitrag zum Wirtschaftswachstum des Landes leisten.
 
Die rumänische Wirtschaft stützt sich hauptsächlich auf die folgenden Sektoren: Dienstleistungen, Bau­we­sen, Industrieproduktion, Landwirtschaft und IT&C sowie erneuerbare Energien. Diese Sektoren bieten sehr gute Investitionsmöglichkeiten für ausländische Investoren und haben ein wachsendes Potenzial.
  

Welchen Herausforderungen steht ein deutscher Unternehmer beim Engagement in Rumänien gegenüber?

Eine der wichtigsten Herausforderungen, denen sich deutsche Unternehmen bei ihrer Geschäftstätigkeit in Rumänien stellen müssen, sind die Defizite bei der Entwicklung der Verkehrsinfrastruktur und die vielen plötz­lichen Änderungen in der aktuellen Gesetzgebung. Die fehlende Digitalisierung in den Verwaltungsstrukturen sowie die häufigen Änderungen der politisch-wirtschaftlichen Rahmenbedingungen beeinträchtigen ebenfalls die Kontinuität und Umsetzung vieler Projekte (z.B. im Bereich der Infrastruktur). 
  

Welche Bedeutung hat Deutschland für Rumänien?

Deutschland ist der wichtigste Handels- und Investitionspartner Rumäniens. Die deutschen Importe und Ex­porte nach Rumänien beliefen sich im Jahr 2021 auf 33 Milliarden Euro. Mit einem Anstieg von über 12 Prozent im Vergleich zu 2020 übersteigt das Handelsvolumen zwischen den beiden Ländern sogar das Niveau, das vor dem Ausbruch der Pandemie registriert wurde, zeigt eine Prognose der Vertreter der Deutsch-Rumänischen Industrie- und Handelskammer (AHK Rumänien). 
 
Trotz der politischen und wirtschaftlichen Aussichten sind die deutschen Unternehmen, die in Rumänien tätig sind, laut einer von der AHK Rumänien durchgeführten Umfrage recht optimistisch, was die Zukunft ihrer Geschäfte in diesem Land angeht, und sie planen, ihre Investitionen in Rumänien auszuweiten. 
 

Wie wird sich aus Ihrer Sicht Rumänien weiterentwickeln?

In dem aktuellen geopolitischen Kontext, der mit einer schwächeren Weltwirtschaft verbunden ist, wird die rumänische Wirtschaft höchstwahrscheinlich betroffen sein. Die rumänische Regierung hat bereits wirt­schaft­liche und steuerliche Maßnahmen ergriffen, um die Unternehmen zu unterstützen, und auch soziale Maßnah­men. Inwieweit diese Maßnahmen wirksam sein werden, lässt sich derzeit nur schwer vorhersagen, aber sie wirken sich im Moment positiv aus.
 
Dennoch wird Rumänien aufgrund seiner strategischen Lage, seines Steuersystems und seiner gut ausgebil­de­ten Arbeitskräfte auch weiterhin unvergleichliche Möglichkeiten für ausländische Investoren und ein positives Geschäftsklima bieten. 

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