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Erfolgreich investieren in Rumänien

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zuletzt aktualisiert am 19. Mai 2021 | Lesedauer ca. 2 Minuten


 

 

​​Wie schätzen Sie die derzeitige wirtschaftliche Lage in Rumänien ein?

Rumänien, mit einer Bevölkerung von über 19 Millionen Menschen, bleibt aus Sicht ausländischer Investoren ein attraktives Ziel sowie der wichtigste Handelspartner in der Region Südosteuropa. Auch wenn die rumänische Wirtschaft im Jahr 2020 um 3,9 Prozent schrumpfte, v.a. aufgrund der durch den Lockdown verursachten Aktivitätsunterbrechung, werden die Ergebnisse etwas besser als zu Beginn der Gesundheitskrise prognostiziert. Den Berichten zufolge gehört Rumänien zu den europäischen Ländern mit den geringsten Rückgängen des Aktivitätsvolumens im Vergleich zum gleichen Zeitraum im Jahr 2019.
 
Die Bruttoanlageinvestitionen in Rumänien verzeichneten einen Anstieg von 4,4 Prozent, was ein positives Signal für die Wirtschaft darstellt. Trotz der Tatsache, dass Rumänien im Jahr 2020 einen Rückgang des privaten Konsums registriert hat, gehen die Prognosen von einer besseren Leistung in diesem Jahr und einem Anstieg von 3,7 Prozent für 2021 aus. Die Arbeitslosenquote in Rumänien blieb im Jahr 2020 konstant bei 3,92 Prozent.
 
Wie erwartet wurde das Exportvolumen durch den Covid-19-Ausbruch beeinträchtigt und schrumpfte 2020 um 11 Prozent. Dennoch wird erwartet, dass die Exporte im Jahr 2021 wieder um 13 Prozent ansteigen werden. Rumänien exportiert hauptsächlich Kraftfahrzeuge und Fahrzeugteile, isolierte elektrische Leiter und Erdöl, während die Importe von Maschinen- und Fahrzeugbauprodukten und verarbeiteten Waren dominiert werden. Deutschland ist zudem der wichtigste Handelspartner Rumäniens.
 
Die Hauptgründe für die gute Konjunktur in den letzten Jahren waren Steuersenkungen, hohe Direktinvestitionen ausländischer Unternehmen und eine allgemein gute wirtschaftliche Entwicklung (insbesondere IT, Outsourcing, Kommunikation, Einzelhandel und Automobilindustrie).

Wie würden Sie das Investitionsklima in Rumänien beschreiben? Welche Branchen bergen großes Potenzial?

Das allgemeine Investitionsklima in Rumänien – als EU-Mitgliedsstaat und wichtiger Partner in der NATO – hat sich in den letzten Jahren kontinuierlich verbessert und Rumänien in den Augen der Investoren zu mehr Glaubwürdigkeit verholfen. Ausländische Investoren profitieren nach wie vor von günstigen Arbeits- und Produktionskosten sowie einem wettbewerbsfähigen Steuersystem.

Die Wirtschaft des Landes konzentriert sich hauptsächlich auf die folgenden Sektoren:
  • Dienstleistungen: der wichtigste Sektor für die rumänische Wirtschaft (58,2 Prozent des BIP);
  • Bauwesen: um 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen;
  • Industrie: insbesondere Fahrzeugbau (28,2 Prozent des BIP), in der derzeit über 30 Prozent der aktiven Bevölkerung beschäftigt sind;
  • Landwirtschaftssektor: macht etwa 4,1 Prozent des BIP des Landes aus und laut den Daten von Eurostat-Berichten gilt Rumänien als einer der größten landwirtschaftlichen Produzenten in der Europäischen Union;
  • Informations- und Kommunikationstechnik (IKT)-Sektor: verzeichnete in den letzten Jahren ein konstantes Wachstum und macht etwa 6 Prozent des BIP aus.

Die Bereiche bieten sehr gute Investitionsmöglichkeiten für ausländische Investoren und haben ein gutes, wachsendes Potenzial.

Welchen Herausforderungen steht ein deutscher Unternehmer beim Engagement in Rumänien gegenüber?

Eine der wichtigsten Herausforderungen, denen sich deutsche Unternehmen bei ihrer Geschäftstätigkeit in Rumänien stellen müssen, sind die Defizite in der Entwicklung der Infrastruktur und viele plötzliche Änderungen in der aktuellen Gesetzgebung. Auch die fehlende Digitalisierung in den Verwaltungsstrukturen sowie die häufigen Änderungen der politisch-wirtschaftlichen Rahmenbedingungen beeinträchtigen die Kontinuität und Umsetzung vieler Projekte (z.B. in der Infrastruktur).

Welche Bedeutung hat Deutschland für Rumänien?

Deutschland ist bekanntlich der wichtigste Handels- und Investitionspartner Rumäniens. Ungeachtet des aktuellen Kontextes, der einen Rückgang des Handelsvolumens zwischen Rumänien und Deutschland um 13,4 Prozent im Zeitraum Januar bis September 2020 im Vergleich zum gleichen Vorjarhes-Zeitraum verursachte, erreichte der Gesamtbetrag 21,3 Mrd. Euro – ein Trend, der sich in diesem Jahr voraussichtlich verbessern wird; zeigt eine Prognose der Beamten der Deutsch-Rumänischen Industrie- und Handelskammer. Zu den wichtigsten Produkten gehören Maschinen und elektronische Geräte, Fahrzeuge und Metallprodukte.

Derzeit sind 7.500 Unternehmen mit deutschem Aktienkapital in Rumänien aktiv. Das bedeutet, dass 10 Prozent der ausländischen Unternehmen in Rumänien deutsch sind oder eine deutsche Kapitalbeteiligung haben. Sie beschäftigen über 220.000 Menschen und erwirtschaften einen Umsatz von über 27 Mrd. Euro (laut Deutsch-Rumänischer Handelskammer).

Wie wird sich aus Ihrer Sicht Rumänien weiterentwickeln?

Rumäniens Wirtschaft ist in den letzten Jahren stetig gewachsen. Das schnelle Wachstum wird sich voraussichtlich in den Jahren 2020 und 2021 aufgrund der globalen Pandemie verlangsamen, aber über 3 Prozent bleiben und bis Ende des Jahres 4 Prozent erreichen. Auch die Auslandsinvestitionen dürften nach Schätzungen in den Jahren 2020 und 2021 zunehmen.

Angesichts des weltweiten Ausbruchs von Covid-19 und der damit verbundenen schwächeren Weltwirtschaft wird die rumänische Wirtschaft höchstwahrscheinlich ebenso betroffen sein. Die rumänische Regierung hat bereits wirtschaftliche und steuerliche Maßnahmen ergriffen, um Unternehmen zu unterstützen. Inwieweit die Erholungsmaßnahmen effizient sein werden, ist derzeit nur schwer abzuschätzen. Sie wirken sich jedoch im Moment positiv aus.

Dennoch wird Rumänien aufgrund seiner strategischen Lage, seiner Steuerstruktur und seiner gut ausgebildeten Arbeitskräfte weiterhin unvergleichliche Möglichkeiten für ausländische Investoren und ein positives Geschäftsklima bieten.

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