Erfolgreich investieren in Serbien

zuletzt aktualisiert am 3. April 2019

  

Wie schätzen Sie die derzeitige wirtschaftliche Lage in Serbien ein?

Die serbische Wirtschaft war im Jahr 2018 gekenn­zeichnet durch eine relative Stabilität in Form einer niedrigen und vorhersehbaren Inflation, einem leichten Überschuss im Bereich der öffentlichen Finanzen und damit einem Rückgang der öffentlichen Verschuldung, ein beständiges Finanzsystem sowie einen Anstieg der Beschäftigung. Hauptursachen für dieses Wachstum im vergangenen Jahr waren ein Zuwachs der Investitionen und des privaten Konsums sowie eine positive wirtschaftliche Situation in den Ländern der Europäischen Union – den wichtigsten Außenhandels­partnern. Die Grundlage für die Aufrechterhaltung und weitere Beschleunigung der Wirtschaftstätigkeit sollte die Fortsetzung von Strukturreformen sowie eine Steigerung der Produktionstätigkeit in exportorientierten Wirtschaftszweigen ermöglichen, insbesondere in solchen, die einen größeren Mehrwert aufweisen.

Nach Angaben des Republikamtes für Statistik liegt die Wirtschaftstätigkeit Serbiens – gemes­sen an der Wachstumsrate des BIP im Jahr 2018 – bei 4,4 Prozent, verglichen mit den ursprünglich prognostizierten 3,5 Prozent. Es wird geschätzt, dass die Bruttoanlageinvestitionen im Jahr 2018 im Vergleich zum Vorjahr ein reales Wachstum von 9,1 Prozent aufwiesen, während die landwirtschaftliche Produktion um ein Sachvolumen von 16,3 Prozent wuchs.

Positive makroökonomische Trends wurden auch von Ratingagenturen aufgegriffen, die das Rating Serbiens im Jahr 2018 bestätigten. Standard and Poor`s bewertete ein Kreditrating von „BB”, wobei im kommenden Jahr die Tendenz zur Verbesserung besteht.

Serbien setzte seine regionale Führungsrolle bei der Gewinnung ausländischer Direktinvestitionen fort, die sich 2017 auf 2,4 Mrd. Euro beliefen, während sie 2018 den erwarteten Betrag übertrafen und nach den vorläufigen Daten der Serbischen Nationalbank 3 Mrd. Euro betrugen.

Serbien hat viele Investoren und die Wirtschaft ist im Allgemeinen in guter Verfassung, abgesehen von öffentlichen Unternehmen.


Wie würden Sie das Investitionsklima in Serbien beschreiben? Welche Branchen bergen großes Potenzial?

Der IT-Sektor ist nach wie vor die Branche mit dem größten Potenzial, die sich rasch entwickelt und sogar die Nummer 1 ist. Dadurch die Landwirtschaft von der ersten Position als größter serbischer Exporteur verdrängt. Viele erfolgreiche ausländische Unternehmen erkennen Serbien als einen guten Markt für die Verlagerung ihrer Geschäftstätigkeit. Ein großer Vorteil sind hochqualifizierte Arbeitskräfte mit guten Sprachkenntnissen.


Welchen Herausforderungen steht ein deutscher Unternehmer beim Engagement in Serbien gegenüber?

Anderes Land – andere Regeln: Auch wenn es auf den ersten Blick gleich aussieht. So haben bspw. Serbien und Deutschland tagsüber die gleichen Vollzeitarbeitszeiten. Der geringste Unterschied besteht darin, dass die tägliche Pause von 30 Minuten in Serbien als Teil einer täglichen Arbeitszeit von 8 Stunden angesehen wird, während dasa in Deutschland nicht der Fall ist. Die kleinsten Abweichungen machen große Unterschiede.


Sollte sich Serbien im Hinblick auf die Wirtschaft eher nach Osten oder Westen orientieren?

Serbien gehört kulturell zu den westlichen Ländern. Auf dem derzeitigen Stand der wirt­schaftlichen Entwicklung ist das Land jedoch in der Zusammenarbeit mit dem Osten wirtschaftlich erfolgreicher als mit dem Westen.

Die kulturellen Tendenzen in Richtung Westen bestehen in der wirtschaftlichen Zusammenarbeit, da es Investitionen zum gegenseitigen Nutzen gibt, bei denen die Arbeitnehmer leicht in das System der Arbeitsmoral westlicher Unternehmen passen. Jüngstes Beispiel für die Zusammenarbeit sind die Gerüchte über Investitionen von Volkswagen in Serbien. Demnach wird der Bau einer Fabrik geplant.

Serbien ist traditionell erfolgreicher im Handel mit den östlichen Ländern – wo ein Überschuss erzielt wird. Die wirtschaftliche Zusammenarbeit ist am deutlichsten im Energiesektor, in den NIS (Ölindustrie Serbiens), im Bausektor sowie den Investitionen aus China in Form der größten Reifenfabrik Europas im Wert von 1,5 Milliarden US-Dollar.

Es besteht eine Zusammenarbeit mit chinesischen Unternehmen, die an verschiedenen Baupro­jekten beteiligt sind, z.B. an Schwermaschinen für den Bedarf der Elektroenergie­wirtschaft. Es gibt sogar Kooperationen zwischen deutschen und chinesischen Unternehmen bei Projekten in Serbien, wie Thyssenkrupp und CMEC (China Machinery Engineering Corporation).

Abschließend können wir sagen, dass Serbien ein neutrales Land ist, mit der Tendenz, sich in Zukunft nach Westen zu orientieren.


Wie wird sich aus Ihrer Sicht Serbien weiterentwickeln?

Die Bürger Serbiens hoffen, dass die Entwicklung des Staates zu einer guten Form desselben führen wird – mit guter Gerichtsbarkeit, rechtlichem Schutz der Menschenrechte und einer stabilen Wirtschaft.

Serbien versucht, seine Rechtsvorschriften mit dem EU-Recht zu harmonisieren, um in die Europäische Union aufgenommen zu werden. Die Implementierungen konzentrieren sich hauptsächlich auf die Stärkung der Gesetzgebung in Bezug auf Korruption, Menschenrechte usw.


 

   

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