Erfolgreich investieren in Serbien

PrintMailRate-it

zuletzt aktualisiert am 28. Mai 2020 | Lesedauer ca. 2 Minuten

 

 

 

Wie schätzen Sie die derzeitige wirtschaftliche Lage in Serbien ein?

Innerhalb von sechs Jahren hat sich Serbien zu einer Wirtschaft mit niedriger Inflation und stabilem Wachstum gewandelt – auch mit einer ausgeglichenen Haushaltslage, einer rückläufigen Staats­verschuldung, deutlich reduzierten außenwirtschaftlichen Ungleichgewichten sowie einer Erholung des Arbeitsmarktes. Das hat der Wirtschaft geholfen, bereitwillig auf die anhaltenden Herausforderungen zu reagieren.
 

Der serbischen Nationalbank zufolge werden Covid-19 und die globale Rezession auf das Land weniger schwerwiegende Auswirkungen haben als in anderen europäischen Ländern. Das ist auf die starken Fundamentaldaten vor der Krise (Makrostabilität, Wachstumsdynamik, fiskalischer Spielraum), die umfangreichen und zeitgerechten geld- und fiskalpolitischen Pakete, die günstige Struktur der Wirtschaft und die rechtzeitige Umsetzung von Lockdown-Maßnahmen zurückzuführen, die eine frühere Lockerung einiger Beschränkungen ermöglichten.

 
Nach einer Verlangsamung der wirtschaftlichen Aktivität in der ersten Hälfte des Jahres 2019 (aufgrund negativer externer Effekte und eines vorübergehenden Rückgangs der Industrieproduktion) beschleunigte sich das BIP-Wachstum in der 2. Hälfte des Jahres und erreichte im vierten Quartal 2019 6,2 Prozent.

 
Das Wachstum setzte sich im 1. Quartal 2020 in einem ähnlichen Tempo fort und erreichte eine geschätzte Rate von 5 Prozent – angetrieben durch ein hohes Wachstum der Industrieproduktion, die Fortsetzung von Investitionsprojekten und ein stabiles Dienstleistungswachstum trotz der Covid-19-Pandemie. Wie in den meisten anderen Ländern erwarten wir die Auswirkungen der Pandemie größtenteils im 2. Quartal und danach eine V-förmige Erholung.

 
Das aktuelle Wirtschaftsreformprogramm der Regierung konzentriert sich auf die Gewährleistung wirtschaftlicher und finanzieller Stabilität, den Schuldenabbau und die Schaffung eines Umfelds für wirtschaftliche Erholung und Wachstum, um die Beschäftigung zu fördern und den Lebensstandard zu erhöhen. In letzter Zeit gab es Anzeichen dafür, dass die Reformdynamik nachgelassen hat. Die wichtigsten Handelspartner Serbiens sind Deutschland, Italien, Bosnien und Herzegowina, Nordmazedonien, Montenegro und Österreich.
 

Wie würden Sie das Investitionsklima in Serbien beschreiben? Welche Branchen bergen großes Potenzial?

Vor der Pandemie war der Himmel in Serbien begrenzt. Doch mit all den Veränderungen (die eine Abriegelung und den Ausnahmezustand zur Folge hatten) werden ausländische Investitionen auf Eis gelegt, während inländische Investoren versuchen werden, die Scherben aufzusammeln und weiter zu arbeiten. Die IT-Branche hat nach wie vor das größte Potenzial und zusammen mit dem Baugewerbe war sie nicht so stark betroffen wie der Tourismus und die Unterhaltungsindustrie.

        

Welchen Herausforderungen steht ein deutscher Unternehmer beim Engagement in Serbien gegenüber?

Die serbischen Besonderheiten, die ein deutsches Unternehmen berücksichtigen sollte, beziehen sich hauptsächlich auf die Bereiche IT, Bauwesen und Landwirtschaft.

 
Es sollte zudem berücksichtigt werden, dass sich öffentliche Verfahren in Serbien oft einige Zeit verzögern können (z.B. Baugenehmigungen etc.). Solche Besonderheiten sollten im Vorfeld bedacht und berücksichtigt werden. Weitere Gründe für die Unzufriedenheit der Investoren ergeben sich aus der schlechten Zahlungsdisziplin, der mangelnden Transparenz bei öffentlichen Ausschreibungen und der geringen Effizienz der öffentlichen Verwaltung. All diese Faktoren haben sich jedoch in den letzten Jahren verbessert.

        

Welche Auswirkungen werden die relevanten Änderungen im serbischen Steuerrecht auf die Wirtschaft haben?

Die serbische Regierung hat spezifische Änderungen der Steuergesetze im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie vorgelegt. Um die Beschäftigung auf dem normalen Niveau zu halten (die Arbeitslosenquote lag bei 8,9 Prozent), stellte die Regierung besondere Maßnahmen bereit, wie die Unterstützung von Arbeitgebern mit einem Mindestlohn pro Arbeitnehmer und die Möglichkeit, die Zahlung der Körperschaftssteuer und der Sozialversicherungsbeiträge bis zu drei Monaten aufzuschieben. Der Antrag lautet, keinen Arbeitnehmer bis zum 31. Oktober 2020 zu entlassen. Nicht bezahlte Körperschaftsteuer und Sozialversicherungsbeiträge werden in 24 Sätze aufgeteilt und ab dem 4. Januar 2021 gezahlt.


Wie wird sich aus Ihrer Sicht Serbien weiterentwickeln?

Als Bürger Serbiens hoffen wir, dass die Entwicklung unseres Staates zu einer guten Verfassung desselben führt, mit einer guten Gerichtsbarkeit, dem rechtlichen Schutz der Menschenrechte und einer stabilen Wirtschaft. Nachdem das Ziel erreicht ist, ist es unerheblich, wo wir uns befinden und mit wem wir zusammen sind.

 
Serbien versucht, seine Gesetzgebung mit der EU-Gesetzgebung zu harmonisieren, um der Europäischen Union beitreten zu können. Die durchgeführten Implementierungen konzentrieren sich hauptsächlich auf die Stärkung der Gesetzgebung in Bezug auf Korruption, Menschenrechte usw.

Kontakt

Contact Person Picture

Slobodan Mihajlović

Tax Consultant (Serbien)

Associate Partner

+381 60 0441 381

Anfrage senden

Contact Person Picture

Radu-Dragos Dobrescu

Diplom-Kaufmann, MBA, Auditor, Tax Consultant, CPA (Rumänien)

Partner, Niederlassungsleiter Kroatien

+ 385 1 4920 468
+ 385 1 4920 455

Anfrage senden

 Wir beraten Sie gern!

 Artikelserie

 Forum Global

 Unternehmer­briefing

Kein Themen­special verpas­sen mit unserem Newsletter!

Um die Website zu personalisieren und Ihnen den größten Mehrwert zu bieten, verwenden wir Cookies. Unter anderem dienen sie der Analyse des Nutzerverhaltens, um herauszufinden wie wir die Website für Sie verbessern können. Durch Nutzung der Website stimmen Sie ihrem Einsatz zu. Weitere Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.
Deutschland Weltweit Search Menu