Erfolgreich investieren in Spanien

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zuletzt aktualisiert am 27. Mai 2020 | Lesedauer ca. 2 Minuten


 

 

​​Wie schätzen Sie die derzeitige wirtschaftliche Lage in Spanien ein?

Gefühlt hat sich Spanien aus der Krise – zumindest mit Stand vor Corona – herausgearbeitet. Die Arbeitslosenquote hat sich von knapp 25 Prozent 2012 kontinuierlich reduziert auf 13,5 Prozent in 2019, wobei die Jugend­arbeits­losigkeit noch immer bei 30,9 Prozent liegt – dem zweithöchsten Wert in der EU. Darin besteht aber auch die Chance Spaniens, da die Einstiegsgehälter im Vergleich zu den Nachbarn sehr viel geringer sind und damit neue Industrien gelockt werden.


Wie würden Sie das Investitionsklima in Spanien beschreiben? Welche Branchen bergen großes Potenzial?

Spanien hat nach Jahren der politischen Unklarheit (vier Wahlen in vier Jahren) endlich eine Regierung und zum ersten Mal eine Koalition. Ob die Links-Links-Koalition unternehmerfreundlich sein wird, das ist zur Zeit noch nicht zu beurteilen. Erste Andeutungen lassen leider nichts Gutes erwarten.

Das Investitionsklima ist trotzdem im Großen und Ganzen positiv. Spanien ist grundsätzlich ein investitions­freun­dliches Land, die Gesetzgebung ist zumeist vorhersehbar, das Arbeitsrecht ist unkomplizierter als das französische, deutsche oder italienische Recht und die Steuerlast ist in Europa auch durchschnittlich. Große Potenziale weisen die IT- und Kommunikationsbranche aufgrund der gut ausgebildeten spanischen Studenten und einem niedrigen Lohnniveau (s.o.) auf.


Der Erneuerbare Energien-Sektor ist in den letzten zwei Jahren – wie in den Jahren 2004 bis 2010 – stark gewachsen und wird von der Politik unterstützt. Die Tourismusbranche, Chemie und Biotechnologien sowie allgemein die Logistikbranche sind weitere Bereiche, wo Wachstum erwartet wird.


Welchen Herausforderungen steht ein deutscher Unternehmer beim Engagement in Spanien gegenüber?

Die Auswahl des Leiters der spanischen Niederlassung ist nach unseren Erfahrungen der entscheidende Faktor, der über Erfolg oder Nichterfolg des Engagements in Spanien bestimmt. Der deutsche Unternehmer sollte sich nie zu weit aus der Kontrolle der Niederlassung in Spanien zurückziehen, da er ansonsten Überraschungen – leider erst mit zeitlicher Verzögerung – erleben kann. Weitere Herausforderungen sind daneben die fehlenden Sprachkenntnisse lokaler Mitarbeiter.


Wie haben sich die Unruhen in Katalonien auf die spanische Wirtschaft ausgewirkt?

Die Unruhen haben sich auf die Wirtschaft in Katalonien negativ ausgewirkt. Investmententscheidungen wurden gegen Katalonien und für den Rest von Spanien getroffen, insofern waren die Gewinner der Unruhen die übrigen Gebiete Spaniens und dort v.a. Madrid. Ein Zentrallager einer sehr großen Einzelhandelskette wird nicht in Kata­lonien, sondern in Valencia errichtet. Von diesen Beispielen gibt es sehr viele und die Wirtschaft in Katalonien wird die Folgen in einigen Jahren zu spüren bekommen. Mit der neuen Regierung in Madrid besteht Hoffnung, dass der Konflikt gelöst werden kann. Doch zunächst müssen auch die Politiker in Barcelona das wollen und danach sieht es derzeit nicht aus.
 

Wie wird sich aus Ihrer Sicht Spanien weiterentwickeln?

Ohne die Corona-Krise wäre die Antwort positiv gewesen. In der jetzigen Situation ist das sehr schwer zu beurteilen. Der Tourismus wird extrem hart getroffen. Er liefert 15 Prozent des BIP Spaniens, bei mehr als 80 Mio. Urlaubern jedes Jahr. Die Konsequenzen eines totalen Ausfalls der Branche sind noch nicht abzusehen.

 Kulturelle Besonderheiten in Spanien

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