Erfolgreich investieren in Spanien

zuletzt aktualisiert am 3. April 2019

 

​​Wie schätzen Sie die derzeitige wirtschaftliche Lage in Spanien ein?

Die wirtschaftliche Situation in Spanien verbessert sich deutlich. Nach der wirtschaftlichen Rezession, die das Land in den Krisenjahren erschüttert hat, scheint es, dass sich alle makroökonomischen Daten verbessen. Arbeitslosendaten verbessern sich auf 14,8 Prozent, der Immobiliensektor boomt weiter (einer der wichtigsten Indikatoren in Spanien) und das BIP Spaniens hat Italien mit 28.359 Dollar pro Kopf zum ersten Mal in der Geschichte übertroffen.

 

Spanien ist es außerdem gelungen, seine Schulden zu reduzieren. Zudem verbessert sich die internationale Bewertung des IWF kontinuierlich.


Wie würden Sie das Investitionsklima in Spanien beschreiben? Welche Branchen bergen großes Potenzial?

Die Einschätzung des Geschäftsklimas in Spanien durch ausländische Unternehmen hat sich im Vergleich zum Vorjahr verbessert – insbesondere das Durchschnittsrating ist auf 3 von 5 gewachsen. Die Investitionsaus­sichten ausländischer Unternehmen für das nächste Jahr in Spanien sind sehr erfreulich. So werden 93 Prozent der Unternehmen ihre Investitionen in Spanien erhöhen oder aufrechthalten. Der wichtigste Faktor ist – wie in den Vorjahren – das Humankapital, gefolgt von der Größe des Marktes. Weitere wichtige Bereiche sind Arbeitsmarkt, Infrastruktur und Lebensqualität.


Die folgenden Branchen sind für die Verbesserung der Wirtschaft und der allgemeinen Situation besonders relevant:
  • Chemiebranche,
  • Informations- und Kommunikationstechnologien,
  • Erneuerbare Energien,
  • Wasser- und Abwasserbehandlung,
  • Gesundheitswissenschaften,
  • Biopharma und Biotechnologie,
  • Automotion,
  • Logistik und
  • Tourismus.


Die Tourismus-Branche hat in den vergangenen Jahren nicht aufgehört zu wachsen. In dem Sinne hat sie sich in einen der Referenzsektoren verwandelt und die Wirtschaft des Landes verstärkt.

Ein Faktum zur Bestätigung des Vorstehenden: Spanien brach 2018 den Rekord mit 82,6 Mio. ausländischen Touristen, die 3,1 Prozent mehr ausgaben.


Welchen Herausforderungen steht ein deutscher Unternehmer beim Engagement in Spanien gegenüber?

Eine der wichtigsten Herausforderungen liegt in der unterschiedlichen Mentalität bei der Entwicklung von Arbeitsverhältnissen und Gewohnheiten. Als deutsches Unternehmen ist es notwendig, die Unterschiede zwischen den verschiedenen spanischen Regionen zu verstehen, insbesondere im Hinblick auf die aktuellen politischen Konflikte. Zudem können wir auch nicht den Mentalitätswandel ignorieren, der in Spanien als Folge internationaler Bewegungen stattfindet – bspw. das „Me Too”, das Frauen dazu drängt (wie in anderen Ländern der Europäischen Union), ihre Rechte durchzusetzen.

Eine weitere große Herausforderung ist die mangelnde Internalisierung Spaniens, die in direktem Zusammen­hang mit den fehlenden Sprachkenntnissen unter Jugendlichen steht. Trotz der Unterschiede zwischen den beiden Ländern ist die Anzahl der deutschen Unternehmen in Spanien weiter gestiegen und erreichte 2018 rund 769 deutscher Firmen vor Ort.


Es ist ruhig geworden um Katalonien. Was ist der Grund dafür?

Die politische Situation mit Katalonien ist nach wie vor instabil, obwohl aktiv nach Lösungen für den Konflikt gesucht wird. Eines der deutlichsten Beispiele ist die jüngste Figur des Mediators, der in den letzten Tagen in den Verhandlungen erwähnt wurde und der aktiv in den Dialog beider Seiten einbezogen werden soll. Trotz aller Umbrüche scheinen die Verhandlungen auf dem richtigen Weg fortgesetzt zu werden.


Wie wird sich aus Ihrer Sicht Spanien weiterentwickeln?

Spanien wird seine Daten weiter verbessern und seine Produktion in verschiedenen Sektoren steigern. Eines der besten Beispiele ist zweifellos das Bekenntnis der Regierung für Erneuerbare Energien durch eine Erhöhung der dafür vorgesehenen Finanzmittel. Auch der Immobiliensektor wird durch die Unterstützung der Zentralregierung gestärkt.

Die gute Bewertung durch die Unternehmen im Verhältnis zu den mittelfristigen Erwartungen der spanischen Wirtschaft oder die Entwicklung der ausländischen Investitionen bleibt ebenfalls nicht unbemerkt.

 
 

 Kulturelle Besonderheiten in Spanien

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