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Erfolgreich investieren in Vietnam

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zuletzt aktualisiert am 27. Mai 2020 | Lesedauer ca. 2 Minuten


 

 

​​​​​Wie schätzen Sie die derzeitige wirtschaftliche Lage in Vietnam ein?

Die Sozialistische Republik Vietnam hat in den letzten 30 Jahren eine bemerkenswerte wirtschaftliche Entwicklung hingelegt. Die Reformen unter „Doi Moi”, die im Jahre 1986 eingeleitet wurden, haben das schnelle Wirtschaftswachstum und die Entwicklung vorangetrieben sowie Vietnam von einem der ärmsten Länder der Welt in ein Land mit einem stetig wachsenden Einkommens­mittelwert verwandelt.

Seit dem Beitritt zur World Trade Organisation (WTO) im Jahre 2007 ist die wirtschaftliche Lage des Landes kontinuierlich und stark gewachsen, auch wenn das hohe Wachstum in 2011 und 2012 leicht zurückgegangen ist. Seit den letzten Jahren kann jedoch wieder ein deutlicher wirtschaftlicher Auf­schwung bemerkt werden. Der von der europäischen Handelskammer herausgegebene Investitions­index liegt für 2019 mit 80 von 100 Punkten nach wie vor auf einem außergewöhnlich investitionsfreundlichen Niveau (Quelle: www.eurochamvn.org/bci). Vietnam punktet insbesondere als Alternative und Diversifi­zierungsmöglichkeit zu China.

Wie würden Sie das Investitionsklima in Vietnam beschreiben? Welche Branchen bergen großes Potenzial?

Vietnam versucht sich stetig zukunftsorientierter aufzustellen. Mit zügigen und transparenten Investitions­abwicklungen birgt die liberale Marktwirtschaft v.a. in den Branchen Erneuerbare Energien, High Tech und IT ein großes Potenzial für ausländische Investoren, v.a. durch die steuerfreundliche Politik. Das Land bietet durch seine stark wachsende Mittelschicht und eine hohe Anzahl an Konsu­menten eine gute Grundlage für ausländische Investoren. Der Fokus auf traditionelle agrar- und arbeitnehmerintensive Industrien, wie Textil- und Holzindustrien, ist noch gegeben, verschiebt sich aber gegenwärtig.
 
Der Bereich der Erneuerbaren Energien ist in Vietnam sehr unterentwickelt – das Land hat das erkannt und versucht sich dazu zukunftsorientierter aufzustellen. Es sollte daher in dem Bereich im Auge behalten werden.

Welchen Herausforderungen steht ein deutscher Unternehmer beim Engagement in Vietnam gegenüber?

Deutsche Unternehmen, die in Vietnam investieren möchten, stehen einer Reihe von Herausforderungen gegenüber: Von infrastrukturellen Problemen, wie dem unterentwickelten Straßennetz, bis hin zur ausgepräg­ten Korruption. Die widersprüchliche Gesetzgebung und ineffiziente Bürokratie bleiben nach wie vor ernsthafte Hindernisse, mit denen das Land zu kämpfen hat.
 
Dank verschiedener Freihandelsabkommen wurden die Zollbestimmungen deutlich verringert. Zollrele­vante Abwicklungen bleiben aber in weiten Teilen intransparent.

Beim Transparency International Korruptionsindex ist Vietnam zuletzt weiter abgerutscht und belegt mit Platz 117 nun einen der hintersten Plätze in der Region. Für ausländische Investoren ist es aber möglich, alle gewünschten Prozesse transparent darzustellen. Bei komplexen Vorgängen sollte dennoch Zeit eingeplant werden.

Welche Chancen birgt der wirtschaftliche Ansatz Chinas für Vietnams Wirtschaft?

Vietnam hat sich zu einem ernst zu nehmenden Diversifizierung-Standort zu China entwickelt. Der Handelskonflikt Chinas mit den Vereinigten Staaten führt zu erhöhten Zöllen. Vietnam bietet dagegen durch eine Vielzahl von Freihandelsabkommen einen kosteneffizienteren Handel mit den USA. Der liberale Markteinstieg und die Tatsache, dass eine Abhängigkeit von lokalen Partnern in den meisten Bereichen nicht vorgeschrieben ist, führt dazu, dass das Land einen starken Inflow an Investitionen verzeichnet.

Vietnam wird auch künftig keine ersetzende Alternative zu China werden – es wird aber weiterhin als willkommene Diversifizierung zu China angesehen werden. Vom Standpunkt des Risikomanagements muss die Abhängigkeit von China reduziert werden, dafür bietet Vietnam eine Möglichkeit.

Wie wird sich aus Ihrer Sicht Vietnam weiterentwickeln?

Trotz vermerkbarer Defizite in den Bereichen Gesetzgebung, Regulierungen, Bürokratie, Korruption sowie interner Prozesse als auch einer nur durchschnittlichen Infrastruktur, entwickelt sich Vietnam stetig positiv. Der Sozialismus prägt weiterhin die stabile politische Landschaft des Landes und die wirtschaftliche Lage blüht auf. Noch bestehende Mängel werden nach und nach abgebaut, um das Land insbesondere für ausländische Investoren noch attraktiver zu machen.
 
Das Land wird nach wie vor stark an der Entwicklung der Industrie und in Richtung der Modernisierung, Effektivität und Nachhaltigkeit des Landes arbeiten, um eine höhere Wettbewerbsfähigkeit als Grund­lage eines Industrielandes zu schaffen. Das politische System ist belastbar und berechenbar. Verabschiedete Richtlinienvorgaben werden verfolgt.

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