Nachhaltigkeitsberichterstattung: Die 2. Säule der Unternehmenspublizität

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Die Berichterstattung eines Unternehmens über ökonomische, ökologische und gesellschaftliche Aspekte gewinnt gegenwärtig immer mehr an Bedeutung. Das Ziel dieser sog. Nach­haltigkeits­bericht­erstattung besteht in der Befriedigung der zunehmenden Informations­­bedürfnisse der Stakeholder hinsichtlich des gesellschaft­lichen Verantwortungs­­bewusstseins von Unternehmen.

 

2. Säule der Unternehmenspublizität

Neben den klassischen Finanzberichten haben sich mittlerweile sog. Nachhaltigkeitsberichte als 2. Säule der Unternehmens­publizität etabliert. Die Nachhaltigkeits­berichterstattung basiert hierbei auf einem 3-dimensionalen Konzept, das im angelsächsischen Raum als Triple Bottom Line bekannt ist. Durch das unternehmerische Handeln in den 3 Dimensionen Ökonomie, Ökologie und Gesellschaftliches wird dabei die individuelle Nachhaltigkeits­leistung determiniert, die es durch entsprechende Entscheidungen und Maßnahmen zu optimieren gilt. In der Praxis sind diesbezüglich jedoch zahlreiche Interdependenzen, Synergien und Zielkonflikte zu berücksichtigen.

    

Obgleich Nachhaltigkeits­informationen gegenwärtig eine zunehmende Relevanz zugesprochen wird (so beziehen z.B. vermehrt Investoren die Nachhaltigkeitsleistung von Unternehmen in ihre Anlageentscheidungen oder Mitarbeiter in die Wahl ihres Arbeitsplatzes ein), handelt es sich hierbei zum überwiegenden Teil um eine freiwillige Form der unternehmerischen Bericht­erstattung. Trotz Fehlens verbindlicher Regelungen haben sich die Leitlinien der Global Reporting Initiative (GRI) inzwischen als globaler de-facto Standard der Nachhaltigkeitsberichterstattung etabliert.

 

GRI und die G4-Leitlinien der Nachhaltigkeits­berichterstattung

Die 1997 gegründete GRI mit Sitz in Amsterdam besteht aus Vertretern zahlreicher Unternehmen und internationaler Institutionen, die im Rahmen eines Multi-Stakeholder-Ansatzes an der Entwicklung von Leitlinien zur Nachhaltigkeitsberichterstattung arbeiten. Das zentrale Ziel der GRI liegt dabei in der Verabschiedung und kontinuierlichen Weiterentwicklung eines international gültigen Berichtsrahmens für die Bereitstellung von Nachhaltigkeitsinformationen. Ihr kommt für diesen Teilbereich der Unternehmenspublizität damit jene Rolle zu, die das IASB im Rahmen der Finanzberichterstattung für sich beansprucht.

    

Im Mai 2013 wurde mit den G4-Leitlinien nunmehr bereits die 4. Version des GRI-Nachhaltigkeits­bericht­erstattungs­standards veröffentlicht. Die G4- Leitlinien umfassen 58 allgemeine Standardangaben (bspw. Zur Organisations­struktur und Unternehmensführung) als auch 91 spezifische Standardangaben (z.B. CO²- Emission oder Ergebnisse von Kunden­zufriedenheit), die Informationen zu den 3 Dimensionen der Nachhaltigkeit bereitstellen. Dem Bericht­erstattendem stehen hierbei 2 Berichtsoptionen, „core” und „comprehensive” zur Verfügung, die Intensität und Umfang der Nachhaltigkeits­berichterstattung festlegen. Mittels der beiden Berichterstattungsoptionen und des im Rahmenwerk verankerten Wesentlichkeits­grundsatzes kann die Nachhaltigkeits­berichterstattung dabei innerhalb gewisser Grenzen flexibel an die individuellen Bedürfnisse eines Unternehmens angepasst werden. Weiterhin erfüllt eine Nachhaltigkeits­berichterstattung nach G4 bspw. ebenso die Anforderungen des United Nations Global Compact oder des Deutschen Nachhaltigkeitskodex.

    

Nachhaltigkeitsberichterstattung in der deutschen Unternehmenspraxis

Deutsche Unternehmen können eine Nachhaltigkeitsberichterstattung auf unterschiedliche Weise umsetzen. Einerseits besteht die Möglichkeit bzw. Pflicht, den Lagebericht um nichtfinanzielle Informationen zu ergänzen. Alternativ kann aber auch ein separater Nachhaltigkeitsbericht erstellt werden. Darüber hinaus ist auch die Kombination von Finanz- und Nachhaltigkeits­bericht in Form des Integrated Reporting eine zunehmend an Attraktivität gewinnende Option.

In Deutschland dominiert nach wie vor der separate Nachhaltigkeitsbericht, der oftmals auch einen Bestandteil des Geschäftsberichts bildet. In der weit überwiegenden Anzahl der Fälle basiert die Berichterstattung dabei auf den Leitlinien der GRI.

    

Fazit

Abschließend bleibt festzuhalten, dass vor dem Hintergrund der zunehmenden nichtfinanziellen Informations­bedürfnisse von Stakeholdern die Bedeutung der Nachhaltigkeits­berichterstattung weiter zunehmen wird. Unternehmen sollten diese Entwicklung als Chance begreifen, ihre gesellschaftliche Verantwortung für eine nachhaltige Entwicklung aktiv zu gestalten und transparent zu kommunizieren.

   

zuletzt aktualisiert am 30.11.2016

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