Verbesserte Möglichkeiten des Exits durch IFRS-Rechnungslegung

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veröffentlicht am 18. September 2019 | Lesedauer ca. 2 Minuten
    

Venture-Capital-Investoren unterstützen i.d.R. Start-ups und Unternehmen in der Anfangsphase ihrer Entwicklung mit finanziellen Mitteln und häufig auch mit der nötigen Managementerfahrung. Allerdings ist ihr Engagement nicht als langfristige Investition ausgelegt, sondern soll durch einen gut getimten Exit eine möglichst hohe Rendite erzielen. Als Vorbereitung auf den Ausstieg bietet es sich an, die Rechnungslegung der Investments auf die internationalen Rechnungslegungsstandards (IFRS) umzustellen und so die Bedingungen des Exits zu verbessern.

 

Verbesserung der Exit-Bedingungen

  • Die Umstellung der Rechnungslegung von deutschem Handelsrecht auf IFRS ermöglicht eine verbes­serte Bereitstellung von entscheidungsnützlichen Informationen – v.a. für Investoren und Gläubiger.
  • In IFRS steht die Informationsfunktion des Abschlusses im Mittelpunkt und die internationale Verbreitung des Standards ermöglicht die weltweite Vergleichbarkeit.
  • Die IFRS-Berichterstattung erfordert gegenüber dem HGB umfangreichere Finanzinformationen, die allerdings i.d.R. von Investoren als positiv bewertet werden.
  • Durch mehr Transparenz und einen höheren Informationsgehalt können potenzielle Geldgeber die künftigen Entwicklungen des Unternehmens und ihr Investitionsrisiko besser einschätzen.
  • Aufgrund der Berichterstattung nach den international anerkannten IFRS wird das Investment auch für Investoren außerhalb von Deutschland interessanter.
  • Beinhaltet die Exit-Strategie ein Initial Public Offering (IPO), so kann in Abhängigkeit vom Marktsegment die Rechnungslegung nach IFRS zudem verpflichtend sein.
  • Mit der Wahl von IFRS als Rechnungslegungsnorm kann sichergestellt werden, dass bei der gewählten Exit-Strategie, ob mit IPO oder ohne, die Investoren mit ausreichend Informationen versorgt und damit der Verkaufsprozess positiv unterstützt wird. 

 

Vorbereitung der IFRS-Umstellung

Eine IFRS-Umstellung ist ein umfangreicher Prozess, der gut geplant werden sollte. Einen Überblick über mögliche Auswirkungen auf das externe Rechnungswesen kann zunächst ein Quick-Check liefern. Die Folgen einer Umstellung auf IFRS variieren je nach Größe, Komplexität und Geschäftsmodells des Unter­nehmens. In jedem Fall sind die ausführlicheren Anhangangaben nach IFRS zu beachten.

 

Neben den externen Umstellungseffekten dürfen die im internen Rechnungswesen auftretenden Effekte nicht außer Acht gelassen werden. Für eine erfolgreiche IFRS-Implementierung ist auch eine Anpassung des internen Rechnungswesens erforderlich, da internes und externes Rechnungswesen bei der IFRS-Rechnungslegung eng verknüpft sind. Darüber hinaus sind meist Anpassung der internen Prozesse und Strukturen vorzunehmen, um den geänderten Anforderungen gerecht zu werden. Mit der Einführung der IFRS kann sich bspw. die Umsatzrealisierung ändern oder die Ermittlung von regelmäßigen Wertminderungs­tests erforderlich werden.

  

Ein IFRS-Abschluss benötigt Informationen aus dem gesamten Unternehmen, deswegen ist es wichtig, die Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Teilbereichen zu fördern und funktionierende Kommunikations­wege aufzubauen. Die Grundsteine dafür werden bei der IFRS-Umstellung gelegt und Mitarbeiter für die neuen Themen sensibilisiert. Für die erfolgreiche Umsetzung ist das nötige IFRS-Wissen den beteiligten Mitarbeitern von Projektbeginn an zu vermitteln. Durch gezielte Schulungen kann das notwendige Know-how zunächst den Geschäftsführern und verantwortlichen Mitarbeitern aus dem Finanz- und Rechnungs­wesen weitergegeben oder durch externe Neueinstellungen eingekauft werden.

  

Die IFRS-Umstellung bei jungen Unternehmen, die teilweise noch über weniger ausgereifte Prozesse und flexiblere Organisationsstrukturen verfügen, kann mit besonderen Herausforderungen verbunden sein und zur Schaffung von bisher nicht vorhandenen Prozessen führen.

   

Fazit

Mit der Umstellung der Rechnungslegung auf IFRS können die Voraussetzungen für einen erfolgreichen Exit mit und ohne IPO verbessert werden. Um agil zu bleiben und kurzfristig auf sich ändernde Marktsituationen am Investitionsmarkt reagieren zu können empfiehlt es sich frühzeitig die Weichen für IFRS zu stellen. Mit eingespielten Teams und Prozessen lassen sich dann die steigenden Informationsanforderungen von Inves­toren und Kapitalmarkt erfolgreich befriedigen.

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