Wie Unternehmen von ESG-Reporting in China profitieren können

PrintMailRate-it

  

veröffentlicht am 21. Juli 2023 | Lesedauer ca. 2 Minuten

 

Klimaschutz ohne China? Auf keinen Fall! Als größter CO2-Emittent der Welt hat sich das Land ehrgeizige Ziele gesetzt: eine starke Reduzierung des CO2-Ausstoßes bis 2030 und Klimaneutralität bis 2060. 

Maßnahmen zur Klimaneutralität

Um diese Ziele zu erreichen, setzt die chinesische Regierung eine Reihe von Maßnahmen um, darunter:
  • Förderung Erneuerbare Energien: China ist führend in der Elektromobilität sowie bei der Installation und Produktion von Solarmodulen. Zudem ist China zweitgrößter Produzent von Windenergieanlagen und strebt bis 2060 an, 80% seines Stroms aus erneuerbaren Quellen zu gewinnen.
  • Verbesserung der Energieeffizienz: Bis zum Jahr 2060 plant China, die Energieeffizienz des Landes um 40% zu steigern. 
  • Reduktion der Kohlenutzung: Da Kohlestrom einen großen Anteil am Energiebedarf des Landes deckt, soll der Kohlestromanteil im Energiemix bis 2060 auf 20% reduziert werden.
  • Entwicklung neuer Technologien: China ist bereits führend im Bereich E-Mobilität und investiert weiterhin in innovative Technologien wie Wasserstoffproduktion und technologiegestützte Abscheidung/Speicherung von Kohlenstoff.

Freiwilliges ESG-Reporting und Unternehmensverantwortung 

Um die gesteckten Ziele zu erreichen, ist die Unterstützung und Umsetzung seitens der Unternehmen und der Gesellschaft unerlässlich. Die chinesische Regierung setzt daher auf eine stärkere Regulierung bei den obligatorischen ESG-Reportings, um sicherzustellen und zu überwachen, dass Unternehmen ihrer Umwelt- und sozialen Verantwortung nachkommen. Derzeit betriff dies Unternehmen, die an den chinesischen Börsen gelistet oder in stark umweltverschmutzenden Branchen tätig sind, u.a. der Kohle- und Bergbau, die chemische Industrie oder die Stahl- und Schwerindustrie. Deutsche Unternehmen wie BASF, Adidas oder auch BMW sind ebenfalls zu einem ESG-Reporting in China verpflichtet. Obwohl das Regelwerk zu den ESG-Anforderungen noch fragmentiert ist und einheitliche Standards fehlen, ist es entscheidend, dass Unternehmen sich darauf vorbereiten.

Dennoch, für deutsche und europäische Unternehmen, die nicht an den chinesischen Börsen gelistet sind, wird die obligatorische Pflicht zum Reporting über kurz oder lang ebenfalls kommen. Die Regierung hat bereits angekündigt, die ESG-Anforderungen für nicht börsennotierte Unternehmen zu verschärfen und das verpflichtende ESG-Reporting auszuweiten, jedoch bis dato ohne konkreten Zeitplan. Um dem Zuvorzukommen und der gestiegenen Nachfrage seitens der Stakeholder wie Mitarbeiter, Kunden, Investoren, Finanzinstitute und die Politik gerecht zu werden und in die eigene Reputation zu investieren, erstellen in China aktuell knapp 40 % der ausländischen Unternehmen auf freiwilliger Basis ein ESG-Reporting. Neben der Reputation kann durch ein ESG-Reporting nicht nur die Transparenz erhört werden, können auch Kosten reduziert werden, bspw. Durch ein verbessertes Abfallmanagement, einen reduzierten Wasserverbrauch etc., was wiederum die Profitabilität des Unternehmens erhöhen kann.

Chancen und Herausforderungen für Unternehmen 

Die chinesische Regierung bietet sowohl in- als auch ausländischen Unternehmen Anreizsysteme, um in grünen Branchen zu investieren, die ein enormes Wachstumspotenzial haben. Gleichzeitig werden die regulatorischen Rahmenbedingungen erweitert und es gibt eine Vielzahl von gesetzlichen Regeln mit ESG-Bezug. Beim Markteintritt in China und dem Aufbau eines Produktionsstandortes ist ein besonderes Augenmerk auf das geltende Umweltschutzgesetz, Arbeitsgesetze, Korruptionsbekämpfung und das Antimonopolgesetz zu legen. Eine gründliche Standortanalyse ist unerlässlich, da China spezielle Clusterzonen in Sonderwirtschaftszonen, Freihandelszonen und Industrieparks geschaffen hat, die eine hervorragende Infrastruktur, Fachkräfte sowie Fördermittel und Steuererleichterungen bieten.

Auch für Unternehmen, die bereits in China aktiv sind, gibt es Steuererleichterungen und finanzielle Unterstützung für Projekte, die die Energieeffizienz verbessern, den CO2-Fußabdruck verringern oder in erneuerbare Energien investieren.

Die Bedeutung des ESG-Reportings

Aufgrund der Vorgaben der EU sind deutsche Unternehmen in China angehalten, bereits jetzt Daten zu erheben und sich auf dem chinesischen Markt als ESG-konform zu positionieren, um ihre Reputation zu stärken. Ein freiwilliges Reporting bietet Unternehmen Wettbewerbsvorteile und erhöht ihren Wert. Unternehmen, die ein ESG-Reporting implementieren, können ihre Profitabilität steigern, indem sie Kosten senken, z.B. durch verbessertes Abfallmanagement und reduzierten Wasserverbrauch. Transparente Berichterstattung hilft auch dabei, Risiken zu minimieren und die Kundenbindung zu verbessern. Laut einer Studie weisen Unternehmen mit einem starken ESG-Profil eine 10% höhere Rentabilität im Vergleich zu ihren Mitbewerbern auf. Darüber hinaus kann das Reporting zur Diversifizierungsstrategie beitragen, da immer mehr Kunden, Investoren und Finanzinstitute Wert auf nachhaltige Unternehmen legen, was den Zugang zu neuen Märkten ermöglicht. 

Struktur des freiwilligen ESG-Reportings

Der Aufbau eines ESG-Reportings sollte ähnlich strukturiert wie in Europa sein und folgende Informationen enthalten: 
  • Umweltaspekte (Environment): Informationen zu Energie- und Wasserverbrauch, zu CO2-Emmissionen, Ressourcen- und Abfallmanagement, Maßnahmen zur Reduzierung von Umweltbelastungen und -schäden sowie Informationen zur Nachhaltigkeitsstrategie des Unternehmens, definierten Nachhaltigkeitszielen und zu ergreifenden und ergriffenen Maßnahmen zur Erreichung dieser Ziele enthalten sein. 
  • Soziale Verantwortung (Social): In diesen Berichtsteil fließen Informationen zu Beschäftigungsverhältnissen, Arbeitssicherheitsstandards, Unterstützung gemeinnütziger Organisationen und Projekte (u.a. Spenden), Maßnahmen zur Sicherung der Menschenrechte oder Präventionsmaßnahmen zur Korruptionsbekämpfung.  
  • Unternehmensführung (Governance):  Governance-Struktur einschließlich Board of Directors, Supervisor und etwaige Managementsysteme oder Programme, die das gesetzeskonforme Agieren des Unternehmens nachweisen.

Finanzielle Unterstützung seitens der chinesischen Regierung 

Um Unternehmen bei der Datenerhebung und dem Aufbau von ESG-, Compliance- und Risikomanagementsystemen zu unterstützen, bietet die chinesische Regierung finanzielle Unterstützung in Form von Zuschüssen, Beratungsleistungen und steuerlichen Anreizen an. Unternehmen können auf unsere internationale und interdisziplinäre Expertise zurückgreifen, um diese Systeme entsprechend den lokalen Vorgaben oder denen des Mutterhauses aufzubauen.

Fazit

Die chinesische Regierung ergreift umfangreiche Maßnahmen, um ihre Klimaziele zu erreichen. Das in absehbarer Zeit verpflichtende ESG-Reporting wird eine wichtige Rolle bei der Überwachung und Umsetzung von Umweltschutzmaßnahmen sowie sozialer Verantwortung durch Unternehmen spielen. Sowohl für chinesische als auch deutsche und europäische Unternehmen bieten sich Chancen und Anreizsysteme, um von der Entwicklung hin zu einer nachhaltigen Wirtschaft zu profitieren. Ein rechtzeitiges ESG-Reporting kann die Reputation stärken, Kosten senken und neue Marktchancen eröffnen. 

Nutzen Sie die Chance frühzeitig, um sich auf dem chinesischen Markt Wettbewerbsvorteile zu sichern.

Aus den Newslettern

Kontakt

Contact Person Picture

Sebastian Wiendieck

Rechtsanwalt

Partner

+86 21 6163 5329

Anfrage senden

Contact Person Picture

Beate Kürstner-Heß

B.A. Betriebswirtschaft, Marketing & Kommunikation (China)

+49 711 781 914 708

Anfrage senden

ESG Tag 2023


Befehle des Menübands überspringen
Zum Hauptinhalt wechseln
Deutschland Weltweit Search Menu