Singapur – „Tor nach Asien”

zuletzt aktualisiert am 9. Januar 2019

Die geografische Lage im Zentrum des aufstrebenden asiatischen Marktes stellt nur einen der zahl­reichen Vorzüge von Investitionen in Singapur dar. Als „Tor nach Asien” zieht das Land internat­ionale Unternehmen an.



Im September 2018 kämpften sich noch die Formel 1-Boliden durch die singapurische Innenstadt und die pracht­volle Skyline des „Löwenstaates” flimmerte über die Bild­schirme auf der ganzen Welt. Dass der Inselstaat mit einer Gesamtfläche von 721,5 km² – vergleichbar in etwa mit der Stadt Hamburg – und einer Bevöl­kerungs­zahl von knapp 5,6 Millionen Einwohnern weitaus mehr zu bieten hat, zeigen zahlreiche inter­nationale Studien, die das Land zu den erfolg­reichsten Staaten der Welt zählen. So durfte sich Singapur nach einem renommierten Ranking der Weltbank seit 2008 neun Mal in Folge als „the world’s easiest place to do business” rühmen und wird seit 2017 auf Rang 2 hinter Neu­seeland gerankt.
 
Dieser Auszeichnung liegen Faktoren wie die gute geographische Lage, ein hohes Maß an politischer Stabilität, eine hervorragende Infrastruktur sowie gut ausgebildete Arbeitskräfte zugrunde. Zusätzlich profitiert Singapur von seiner sprachlichen, religiösen und kulturellen Vielfalt sowie erstklassigen Lebensbedingungen. In vielen Branchen hat sich der Stadtstaat vom verschlafenen Fischerdorf im 19. Jahrhundert hin zu einem der global wichtigsten Dreh- und Angelpunkte des 21. Jahrhunderts entwickelt. Allerdings hat dies auch seinen Preis: Wie die Studie „Worldwide Cost of Living 2018” zeigt, gilt Singapur – gemessen an den Lebenshaltungskosten – als teuerste Stadt der Welt.
 
Obgleich Singapur als internationales Finanzzentrum bekannt ist, ist die Wirtschaft sehr segmentiert. Der Stadtstaat zählt weltweit zu den größten Raffineriestandorten und beherbergt den umschlagstärksten Hafen. Neben Logistik, Schifffahrt und der Chemieindustrie spielen auch Forschung und Entwicklung, insbesondere in den Bereichen Bio-Tech, Clean Energy und in der Pharmaindustrie, eine wichtige Rolle. Dies darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass das produzierende Gewerbe – vor allem im Bereich der Hochtechnologien – mit ca. 25 Prozent zum BIP beiträgt und auch künftig beitragen soll. Aufgrund der Nähe zu den wichtigsten asiatischen Wirtschaftszentren – knapp die Hälfte der Weltbevölkerung ist innerhalb weniger Flugstunden zu erreichen – wird Singapur häufig auch als regionaler „Hub” gewählt.
 
Zusätzlich zu den wirtschaftsfreundlichen Rahmenbedingungen bietet Singapur eine Vielzahl an Investitions­anreizen. Neben der Gewinnung von Direktinvestitionen in Schlüsselbranchen werden besonders Maßnahmen der Innovations- und Produktivitätssteigerung gefördert. Zunehmend werden auch die Beihilfen für kleine und mittelständische Unternehmen forciert. Die wichtigsten Ansprechpartner bei der Vorbereitung und Durch­führung geförderter Aktivitäten in Singapur sind das „Economic Development Board” und „Enterprise Singapore”. In ausgewählten Bereichen wurden Industrieparks bzw. Industriecluster geschaffen, die sich als Inkubatoren zwischen Industrie-Playern, Bildungs- und Forschungseinrichtungen sowie Regierungsorganisationen bewährt haben.
 
Mit Ausnahme weniger Sektoren, wie z.B. Waffen, Munition, Massenmedien, etc., bestehen kaum regu­latorische Hindernisse für Auslandsinvestitionen. Singapur erlaubt die Gründung von Gesellschaften, die zu 100 Prozent in ausländischer Hand sind. Ein Mindeststammkapital wird grundsätzlich nicht vorausgesetzt, kann aber ggf. bei der Inanspruchnahme besonderer Fördermittel hilfreich sein. Unter­nehmens­gewinne werden mit einem Körper­schafts­steuer­satz von 17 Prozent besteuert, wobei auch hier verschiedene Steuer­vergünstigungen in Betracht kommen können. Es gibt keine Kapitalertragsteuer und keine Quellen­steuer auf Dividenden.
 
Nach Angaben der deutschen Industrie- und Handelskammer ist in den letzten Jahren die Anzahl der deutschen Unternehmen in Singapur auf über 1.700 Firmen gestiegen. Auch künftig ist damit zu rechnen, dass Singapur seinen stabilen und unternehmensfreundlichen Wirtschaftskurs fortsetzen und Investitionen anziehen wird. Das vor Kurzem mit der EU abgeschlossene Freihandelsab­kommen ist ein weiterer Schritt in diese Richtung. Singapur bleibt das „Tor nach Asien”.

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Dr. Paul Weingarten

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