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SAP-Betrieb: Private Cloud vs. Public Cloud

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 SAP-Betrieb: Private Cloud vs. Public Cloud - Der Unterschied im Kleingedruckten

Es ist nicht einfach, einen managed Service „SAP Basisbetrieb“ aus einem eigenen Rechenzentrum gegen den gleichen Service, produziert in einer public Cloud gegenüberzustellen. Wir machen es trotzdem!

Umstellung auf Winterzeit: Privat beginnt für uns damit die Sauna-Saison. Zeit, die markierten Artikel aus der Fachliteratur nochmal genauer zu lesen zu können. Ich hatte mir u.a. eine Artikelserie in der ct 2021, Heft 21 markiert. Beschreiben doch hier die Autoren knapp und verständlich all das, was man auf dem Weg in die Cloud wissen sollte. Markiert hatte ich mir den Artikel, da uns auch im Berufsleben Anfragen erreichen, z.B. den Service „SAP Basisbetrieb“ in unserem Rechenzentrum mit einem Betrieb in einer public Cloud gegenüberzustellen.

Transformationen oder Migrationen von IT-Services haben meist den Gedanken zum Inhalt, den IT-Service aus der Cloud erbringen zu lassen. Damit lassen sich die erforderliche Hard- und Software einerseits und die dazu erforderlichen Dienstleistungen andererseits voneinander abkoppeln. (Die Anbieter werden damit austauschbar).

Public vs. Private Cloud

Unter public Cloud werden gemeinhin neben den „Hyperscalern“ Alibaba, Amazon, Google, Microsoft (in alphabtischer Reihenfolge) auch europäische Anbieter (wie z.B. Domainfactory, Hetzner, Netcup, OVH, u.a.m.) bezeichnet, deren Angebote hoch standardisiert sind. Die private Cloud hingegen kombiniert viele Vorteile der public Cloud mit einem Teil der Individualität eines eigenen Rechenzentrums.

Cloudaffinität der Kunden steigt 

Verfolgt man die Statistiken in der Fachpresse so ist erkennbar, dass die Bereitschaft von Unternehmen, sich für die Cloud zu öffnen, zunimmt. Vor allem die public Cloud bietet folgende Vorteile:
  • dynamische Wachstumsmöglichkeit
  • zeitgenaue Abrechnung
  • Multimandantenfähigkeit
  • Ressourcenpooling für bedarfsgerechte Bedienung (Stichwort Lastspitzen)
Hinzu kommen die scheinbar permanente Verfügbarkeit und hohe SLAs. Die Vorteile der Cloud liegen auf der Hand und sind für CEOs und CFOs verlockend.

Betriebsprozesse und SLAs

Beim Wechsel in die Cloud kommt ein weiterer Gedanke zum Tragen: Wie kann das Fachpersonal von Routine- und Standardaufgaben entlastet oder gar befreit werden? In beinahe allen Fällen besteht eine direkte Abhängigkeit des Geschäfts zu einer reibungslos funktionierenden IT. Das ist der Grund, warum heute nahezu alle Betriebsprozesse zertifiziert sind. Bei der Auswahl eines Dienstleisters wird also auch auf dessen Zertifizierung geachtet. Häufig sind SAP-Systeme „individuell gecustomized“ und Standard-/Routineaufgaben wie zum Beispiel System-/Mandantenkopien, das Patchen vom Betriebssystem, der Datenbank und/oder der Applikation unterscheiden sich von Kunde zu Kunde. Selbst mit Verwendung hochkomplexer und ausgefeilter Werkzeuge ist damit ein SAP-Basisbetrieb ein Prozess, der beim Dienstleister Verständnis für das Geschäft des Kunden voraussetzt. Damit werden Standardaufgeben nicht selten zu kundenindividuellen Standardaufgaben.

Am Ende der Beschreibungen der Betriebsprozesse stehen vertraglich verankerte Service Level Agreements (SLAs), in denen vereinbart ist, in welcher Zeit und Qualität ein Service geliefert wird, wie und wo gemessen wird und was passiert, wenn gegen diese Vereinbarung verstoßen wird.

Die Unterschiede

Spätestens an dieser Stelle unterscheiden sich die Verträge von public und private Cloud-Anbietern. Ein Anbieter einer public Cloud profitiert davon, dass seine angebotenen Services für alle Kunden in gleicher Qualität angeboten, gemessen und abgerechnet werden. So werden die einzelnen selektierbaren Entitäten, die zu einem Gesamtservice zusammengesetzt werden, nicht selten mit einem SLA von 99,9% oder höher angeboten. Fällt ein Service oder ein Baustein aus, erfolgt seitens des Cloudanbieters eine Gutschrift für die Zeit, die der ausgefallene Dienst nicht zur Verfügung stand.

Ein Dienstleister, der einen SAP-Basisbetrieb in der public Cloud als voll gemanagten Service erbringt, muss sich Gedanken darüber machen, wie er die Plattform, auf der er seine Leistungen erbringt, mit (public) Cloud-Bordmitteln ausfallsicher gestaltet. Unter Umständen ist es überlegenswert, den Service vertraglich in zwei Teile zu gliedern: Dienstleistung und Plattform.

Wird der Managed Service aus der privaten Cloud erbracht, zählen andere Faktoren. So können beispielsweise verschiedenste Failover-Szenarien zur Absicherung eines Hardwareausfalls bei Server- und Storage-Systemen zum Einsatz kommen. Dem Betreiber einer privaten Cloud stehen alle technologischen Möglichkeiten zur Verfügung, um seine angebotenen Leistungen mit SLAs abzusichern. Er ist dann aber auch für die Gesamtheit der Leistung verantwortlich.


Zuletzt soll nicht unerwähnt bleiben, dass bei einem Managed Service Provider, der die Leistungen aus einer privaten Cloud anbietet, die Prozesse der gesamten Wertschöpfungskette in ihrem Zusammenhang zertifiziert sind. Im Falle der public Cloud zertifiziert der Cloud-Anbieter die Prozesse zur Produktion seiner (Cloud-)Produkte.

Fazit

Wie im eingangs erwähnten ct-Artikel beschrieben, bringt es in der Regel nichts, „…die bisher im eigenen Haus oder beim Hoster laufenden Server zu einem Cloudanbieter umzutopfen.“ Das gilt insbesondere für Systeme mit einer Betriebszeit 24x7 und ganz konkret für große SAP-Systeme, für die eine eigene Hardwareplattform notwendig ist. Ein Misch-(Hybrid-)Betrieb ist dann sinnvoll, wenn es sich um Systeme handelt, die Lastspitzen ausgleichen oder nur wenig bzw. für kurze Zeit benötigt werden.

Wer einen IT-Betrieb in der public Cloud anstrebt, ist gut beraten, den Rest seines von der IT abhängigen Business inklusive aller SLAs entsprechend zu überdenken.

Kontakt

Uwe Spaderna

Solution Architect

+49 151 1617 3454

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